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Valproinsäure

Synonyme: 2-Propylpentansäure, 2-Propylvaleriansäure, Dipropylessigsäure, Acidum valproicum
Handelsnamen: Convulex®, Convulsofin®, Ergenyl®, Leptilan®, Orfiril®, Valproat® u.a.
Englisch: Valproic acid

1 Definition

Valproinsäure zählt zur Gruppe der nicht natürlich vorkommenden Carbonsäuren, die als Antiepileptika eingesetzt werden.

2 Chemie

Valproinsäure hat die Summenformel C8H16O2 und eine molare Masse von 144,21 g·mol−1.

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3 Indikationen

Folgende Epilepsie-Arten können mit dem gut verträglichen Wirkstoff behandelt werden:

Auch die bipolare Störung sowie die Manie und verschiedene Arten von Psychosen oder Suchterkrankungen lassen sich mit dem Arzneistoff therapieren. Aufgrund der Wirkung gegen Hyperkinesien ist der Einsatz auch bei Chorea Huntington denkbar.

4 Allgemeines

Vor allem die Salze der Valproinsäure, die sogenannten Valproate, werden in der Epilepsie-Therapie verabreicht. Diese werden jedoch im Magen in Valproinsäure umgewandelt. Das Arzneimittel kann sowohl oral als auch intravenös appliziert werden. Valproinsäure wird schnell resorbiert und liegt im Blut zu bis zu 90% an Plasmaproteine gebunden vor. Die Metabolisierung erfolgt hepatisch. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich 14 Stunden, kann aber in Kombination mit anderen Antiepileptika wie Carbamazepin herabsinken. Weniger als 3% des Wirkstoffs werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden.

5 Wirkmechanismus

Valproinsäure besitzt die Fähigkeit Ionenkanäle im ZNS zu verschließen, so dass diese nicht mehr in die Zelle gelangen und dort zur Ausbildung eines Aktionspotentials führen können. Zu den betroffenen Kanälen gehören die Natriumkanäle und die Calciumkanäle. Beide sind für die Entstehung der vermehrten Aktionspotentiale bei Epilepsien verantwortlich.
Auch der Neurotransmitter GABA spielt hierbei eine Rolle. Dieser führt nämlich zu einem verstärkten Einstrom an Chloridionen in die Zelle, was wiederum deren Erregbarkeit herabsetzt. Valproinsäure verstärkt die Wirkung des Neurotransmitters durch eine Hemmung des Abbaus und eine Stimulation der Synthese von GABA, wodurch zusätzliche Erregungen verhindert werden.

6 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

7 Kontraindikationen

Bei Frauen im gebärfähigen Alter darf Valproinsäure nur noch bei ausbleibendem Therapieerfolg aller Alternativen und erfolgter Risikoaufklärung verordnet werden.

8 Intoxikation

Bei Erwachsenen wurde von Intoxikationen ab einer Einzeldosis von 2.000 mg berichtet. Symptome sind gestörte Vigilanz mit Somnolenz bis hin zum Koma, z.T. auch Unruhe bzw. Agitiertheit und Halluzinationen. Weiterhin besteht die Gefahr von Krämpfen, Ataxie, Hirnödem, Atemdepression, Störungen der Blutgerinnung, Hypotonie, Bradykardie und Asystolie.

8.1 Therapie

Im Vordergrund stehen resorptionsvermindernde Maßnahmen (Aktivkohle, Natriumsulfat). Auch Hämodialyse und Hämoperfusion haben sich als sinnvoll erwiesen. Des Weiteren ist für einen ausreichenden Volumenersatz sowie Elektrolyt- und Azidose-Ausgleich zu sorgen. Die Möglichkeit einer künstlichen Beatmung muss sichergestellt werden. Zur Thromboseprophylaxe werden Heparine verabreicht.

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