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Primidon

Synonym: Desoxyphenobarbital

1 Definition

Primidon ist ein Arzneistoff, der eine krampflösende Wirkung aufweist und zur pharmakologischen Gruppe der Antikonvulsiva gezählt wird. Die bekannteste Anwendung dieses Antikonvulsivums ist die Langzeittherapie von speziellen Formen der Epilepsie. Bei dem Primidon handelt es sich um ein Prodrug, das heißt es wird nur eine Vorstufe der pharmakologisch wirksamen Substanz verabreicht. Im Körper wandelt sich das Primidon (Desoxyphenobarbital) zum Teil in das stärker antikonvulsiv wirksame Phenobarbital um.

2 Wirkungsmechanismus

Nach der Aufnahme von Primidon in den menschlichen Organismus erfolgt die rasche Umwandlung bzw. Verstoffwechselung der Ausgangssubstanz in Phenobarbital und Phenylethylmalonamid. Das Primidon mit seinem Abbauprodukt Phenobarbital haben ihre zentrale Wirkungsstelle im System des wichtigsten hemmenden Neurotransmitters im menschlichen Organismus – der Gammaaminobuttersäure (GABA). Im speziellen Fall wirkt das Primidon zusammen mit dem Metabolit Phenobarbital verstärkend auf die GABAerge Hemmung an der Barbiturat-Bindungsstelle des GABA-(A)-Rezeptors. Das andere Abbauprodukt des Primidons – das Phenylethylmalonamid – spielt pharmakologisch keine nennenswerte Rolle in diesem System.

3 Anwendungsgebiete

Das wichtigste Einsatzgebiet von Primidon ist die Langzeitbehandlung von ganz speziellen Formen der Epilepsie, bei der man sich die verstärkende Wirkung von Primidon und seines Abbauproduktes Phenobarbital auf das System des hemmenden Transmitters Gammaaminobuttersäure (GABA) zu Nutze macht. Bei der Epilepsie befindet sich das Gehirn in einer pathologisch erhöhten Bereitschaft für die Ausbildung einer ganzen Salve von Aktionspotenzialen, welche dann meistens in Krampfanfällen endet. Umso wichtiger ist hier eine pharmakologisch induzierte Stärkung der hemmenden Systeme im Gehirn, die ausnahmslos auf Gammaaminobuttersäure angewiesen sind. Bei folgenden Epilepsieformen zeigt sich im Rahmen einer Langzeittherapie eine gute Wirksamkeit von Primidon bzw. Phenobarbital:

Ein weiteres, eher untergeordnetes Einsatzgebiet ist die Narkosevorbereitung, sowie der Einsatz bei einem essentiellen Tremor, wenn andere Medikamente nicht wirken.

4 Nebenwirkungen

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