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Leukopenie

von altgriechisch: λευκός ("leukós") - weiß, πενία ("penia") - Mangel, Armut
Synonym: Leukozytopenie
Englisch: leukopenia, leukocytopenia

1 Definition

Unter einer Leukopenie versteht man eine gegenüber der Norm verminderte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut. Der untere Grenzwert liegt bei etwa 4.000 Zellen pro Mikroliter Blut.

Das Gegenteil der Leukopenie ist die Leukozytose.

2 Formen

Je nachdem, welche Zellfraktion der Leukozyten vermindert ist, kann man weiter differenzieren in:

3 Ätiologie

Zu einer Leukopenie kommt es, wenn die Neubildung der Leukozyten (Leukopoese) im Knochenmark beeinträchtigt ist (z.B. bei Myelosuppression) oder ein erhöhter Verbrauch besteht (z.B. bei Infektionskrankheiten). Sie kann bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen auftreten. Dazu zählen:

Eine weitere klinisch relevante Ursache ist die Einnahme von Medikamenten. Leukopenien können hier erwartet (bei Chemotherapie), aber auch unerwartet auftreten. Als Auslöser medikamentös induzierter Leukopenien kommen zum Beispiel infrage:

Den Tiefpunkt einer Leukopenie im Rahmen einer Chemotherapie nennt man Leukozyten-Nadir.

4 Symptome

Patienten mit Leukopenie weisen eine erhöhte Infektanfälligkeit auf - vor allem gegenüber bakteriellen Erregern. Die Symptome sind davon abhängig, ob eine akute oder chronische Leukopenie vorliegt.

5 Therapie

Die Therapie richtet sich nach der auslösenden Ursache. Um die erhöhte Infektanfälligkeit von Patienten mit Leukopenie zu kompensieren, erfolgt die Abschirmung des Patienten durch Gabe von Antibiotika und ggf. Antimykotika. Die erniedrigten Leukozytenzahlen können medikamentös durch Gabe von rekombinantem G-CSF (z.B. Lenograstim) erhöht werden. Allerdings spricht nur ein Teil der Leukopenien (z.B. nach Zytostatikatherapie) auf G-CSF an.

Die zeitweise experimentell bei schweren Leukopeniefällen angewendete Transfusion von Granulozytenkonzentraten hat sich als Behandlungsmethode nicht durchgesetzt (Stand 2018).

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