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Rituximab

Handelsnamen: MabThera®, Rixathon®, Truxima®
Synonym: Rituximabum, RTX

1 Definition

Rituximab, kurz RTX, ist ein monoklonaler, chimärer Antikörper gegen das Oberflächenantigen CD20. Dieses Oberflächenantigen wird hauptsächlich von B-Lymphozyten exprimiert.

2 Nomenklatur

Der Name des Antikörpers Ri-tu-xi-mab setzt sich nach den Regeln der offiziellen Terminologie für monoklonale Antikörper zusammen:

  • Ri - Variable (vom Hersteller festgelegt)
  • tu - für "Tumor"
  • xi - für "chimeric" (die variable Region ist murin, die konstante Region human)
  • mab - für "monoclonal antibody"

3 Chemie

Rituximab ist ein Immunglobulin der Klasse IgG-1-kappa. Das Molekulargewicht von Rituximab beträgt 145 kDa.

4 Herstellung

Rituximab wird, wie viele andere biopharmazeutische Wirkstoffe, in CHO-Zelllinien hergestellt. Die Zelllinie stammt ursprünglich aus dem Ovargewebe des chinesischen Hamsters („chinese hamster ovary cells"), daher der Name CHO.

5 Wirkmechanismus

Rituximab bindet selektiv an das CD20-Antigen. Dieses ist u.a. auf Tumorzellen stark exprimiert, kommt aber auch auf der Oberfläche von reifen B-Lymphozyten vor. Die Bindung von Rituximab an CD20 löst eine Apoptose der Zelle aus. Oftmals ist die Gabe von Rituximab daher mit einer vorübergehenden B-Zell-Depletion verbunden.

Anmerkung: Immunglobuline der Klasse G können die Plazentaschranke passieren. Wird die Mutter während der Schwangerschaft mit Rituximab behandelt, kann es beim Kind ebenfalls zu einer vorübergehenden B-Zell-Depletion und Lymphozytopenie kommen.

6 Indikationen

Rituximab wird in bei folgenden Indikationen eingesetzt:

7 Darreichungsform

Das Originalpräparat (MabThera®) liegt als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung vor:

  • Durchstechflasche a 10 ml mit 100 mg Rituximab
  • Durchstechflasche a 50 ml mit 500 mg Rituximab

8 Dosierung

Die Dosierung ist indikationsabhängig. Im Rahmen onkologischer Therapien wird Rituximab meist in einer Dosierung von 375 mg/m2 Körperoberfläche pro Behandlungszyklus gegeben. Einzelheiten sind der Fachinformation zu entnehmen.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

9 Anwendung

Die Applikation von Rituximab erfolgt intravenös oder subkutan. Die erste Gabe sollte unter einem engmaschigen Monitoring der Vitalparameter stattfinden.

Um mögliche Nebenwirkungen abzumildern, wird vor jeder Gabe eine Prämedikation mit einem Analgetikum und Antipyretikum (z.B. Paracetamol) sowie einem Antihistaminikum (z.B. Diphenhydramin) empfohlen. Zur Prophylaxe von infusionsbedingten Reaktionen verabreicht man zusätzlich Glukokortikoide, falls diese noch kein Bestandteil der Therapie sind. Um einem Tumorlysesyndrom vorzubeugen, sollte bei gefährdeten Patienten (insbesondere bei chronisch lymphatischer Leukämie mit hohen Lymphozytenzahlen) vorab eine ausreichende intravenöse Flüssigkeitsgabe und ggf. die Applikation von Urikostatika erfolgen.

10 Nebenwirkungen

Zu den häufigsten möglichen Nebenwirkungen gehören:

Überempfindlichkeitsreaktionen und das Zytokin-Freisetzungssyndrom können sich in ihrer klinischen Ausprägung sehr ähneln, da beide u.a. mit einem Blutdruckabfall, Bronchospasmen und Fieber bzw. Schüttelfrost einhergehen. Die anaphylaktische Reaktion tritt jedoch üblicherweise bereits innerhalb von Minuten nach der Rituximab-Gabe auf.

Zu den seltenen, schwerwiegenden Nebenwirkungen zählen:

11 Kontraindikationen

12 Impfungen

Im Rahmen einer Rituximab-Behandlung sollte keine aktive Immunisierung mit Lebendimpfstoffen erfolgen. Aufgrund der B-Zell-Depletion unter der Therapie ist die Wirkung einer Impfung mit Totimpfstoffen möglicherweise abgeschwächt. Bei einer geplanten Therapie ist somit eine frühzeitige Überprüfung und Aktualisierung des Impfstatus empfohlen, die optimalerweise bis vier Wochen vor Therapiebeginn abgeschlossen sein sollte.

Diese Seite wurde zuletzt am 27. April 2022 um 12:06 Uhr bearbeitet.

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