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Lymphknotenschwellung

Synonyme: Lymphknotenvergrößerung, Lymphadenose
Englisch: lymphadenopathy

1 Definition

Als Lymphknotenschwellung bezeichnet man die sicht- oder tastbare Vergrößerung eines oder mehrerer Lymphknoten. Nicht jede Lymphknotenschwelllung hat einen Krankheitswert. Erkrankungen der Lymphknoten werden unter dem Begriff Lymphadenopathie zusammengefasst.

2 Epidemiologie

Der Mensch weist ca. 600 Lymphknoten auf, von denen ca. 300 im Kopf-Hals-Bereich lokalisiert sind. Etwa 90 % der Kinder im Alter von 4-8 Jahren weisen palpable Halslymphknoten auf.

3 Einteilung

3.1 ...nach Lokalisation

Weiterhin können auch tief gelegene, i.d.R. nicht palpable Lymphknotenstationen geschwollen sind:

3.2 ...nach Verteilung

3.3 ...nach Verlauf

  • akute Lymphknotenschwellung: 1-2 Wochen
  • subakute Lymphknotenschwellung: 2-6 Wochen
  • chronische Lymphknotenschwellung: über 6 Wochen

4 Ätiologie

Lymphknotenschwellungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Sie können sowohl bei Infektionen als auch bei malignen oder immunologischen Erkrankungen vorkommen. Weitere Ursachen sind z.B. Stoffwechselerkrankungen oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Die typischen Ursachen liegen häufig entweder im Lymphknoten selbst (z.B. bei Lymphomen) oder im tributären Gebiet des Lymphknotens (z.B. bei infizierten Wunden).

Im folgenden werden die wichtigsten Ursachen für Lymphknotenschwellungen im Kindes- und Jugendalter aufgelistet:

4.1 Infektionen

4.1.1 Bakterien

4.1.2 Viren

4.1.3 Pilze

4.1.4 Parasiten

4.2 Malignome

4.3 Lymphoproliferative Erkrankungen

4.4 Immunologische Erkrankungen

4.5 Stoffwechselerkrankugnen

4.6 Medikamente

5 Pathogenese

5.1 Entzündung

Bei einer Entzündung sind Lymphknotenschwellungen eine physiologische Reaktion auf Entzündungsreize (z.B. eine Infektion mit Mikroorganismen). Man spricht von einer reaktiven Lymphknotenschwellung bzw. einer Lymphadenitis, bei der es zu einer Vermehrung von Lymphozyten im Lymphknoten kommt.

5.2 Tumoren

Im Rahmen von Tumorerkrankungen entstehen Lymphknotenschwellungen durch das Wachstum maligner Zellen innerhalb des Lymphknotens, was zu einer Substanzvermehrung und damit zu einer Vergrößerung der betroffenen Lymphknoten führt.

5.3 Sklerosierung

Durch vorausgegangene Infektionskrankheiten, wie z.B. infektiöse Mononukleose, kann es vorkommen, dass Lymphknoten über mehrere Monate, teilweise auch Jahre hinweg ohne nennenswerte Größenzunahme und Druckdolenz geschwollen bleiben. Die Ursache hierfür ist eine bleibende Gewebeverdichtung im Lymphknoten (Sklerosierung).

6 Diagnostik

Aufgrund der Vielzahl an Ursachen sollte die Lymphknotenschwellung in Zusammenhang mit anderen Befunden (Anamnese, körperliche Untersuchung, Labor, Bildgebung) interpretiert werden. Unklare Lymphknotenschwellungen, d.h. Lymphknotenschwellungen ohne erkennbare klinische Ursache (z.B. Infekt), müssen engmaschig beobachtet werden. Bildet sich eine unklare Lymphknotenschwellung nicht nach zwei bis drei Wochen zurück, sollte eine Lymphknotenbiopsie mit anschließender histologischer Untersuchung des Biopsats vorgenommen werden. Lymphknoten, die jedoch schon meist über Jahre hinaus bestehen bleiben und nicht an Größe zunehmen, sind meist unbedenklich und nicht interventionsbedürftig.

6.1 Inspektion

Bei der Inspektion einer Lymphknotenschwellung achtet man vor allem auf sichtbare Entzündungszeichen (Rötung) und durchmustert systematisch das tributäre Gebiet des betroffenen Lymphknotens nach Verletzungen, Infektionen oder anderen pathologischen Veränderungen. Bei Schwellungen im Bereich des Unterkiefers gehört dazu auch die Inspektion der Mundhöhle (Aphthen, Zahnstatus).

6.2 Palpation

Bei der Palpation einer Lymphknotenschwellung achtet man auf

  • Größe: Sind die Lymphknoten nur leicht oder deutlich vergrößert?
  • Konsistenz: Fühlt sich die Schwellung weich oder hart (induriert) an?
  • Verschieblichkeit: Ist der Lymphknoten gegen seine Umgebung verschieblich?
  • Druckdolenz: Ist der Lymphknoten schmerzhaft oder nicht?

6.3 Interpretation

  • Weiche, druckdolente und gut verschiebliche Lymphknoten findet man vor allem bei akuten Entzündungen und Infektionskrankheiten. Die Druckdolenz ist Ausdruck einer Kapselspannung des Lymphknotens durch seine rasche reaktive Größenzunahme.
  • Indolente und verschiebliche Lymphknoten können auf Autoimmunerkrankungen oder Speicherkrankheiten hinweisen.
  • Indolente, miteinander oder dem umgebenden Gewebe "verbackene" Lymphknoten kommen bei malignen Veränderungen oder chronischen Infektionen vor.
  • Kleine, harte, schmerzlose, verschiebliche Lymphknoten palpiert man häufig als Zeichen einer alten ausgeheilten Lymphadenitis (Sklerosierung)

7 Differenzialdiagnosen

Eine Lymphknotenschwellung muss von anderen Ursachen einer sicht- bzw. tastbaren Schwellung abgegrenzt werden, z.B.:

8 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 14. November 2022 um 21:00 Uhr bearbeitet.

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