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Herpes-simplex-Virus

Synonyme: HHV-1, HHV-2
Abkürzung: HSV
Englisch: herpes simplex virus

1 Definition

Das Herpes-simplex-Virus, kurz HSV, ist ein DNA-Virus aus der Familie der Herpesviren. Hier gehört es zu den Alphavirinae. Das Virus verursacht beim Menschen eine Herpes-simplex-Infektion mit bläschenartigen Haut- und Schleimhautausschlägen.

2 Einteilung

Man unterscheidet zwei Typen von Herpes-simplex-Viren, welche miteinander verwandt sind:

  • HSV-1 wird auch als "oraler Stamm" bezeichnet, da die Bläschenbildung an den Lippen die häufigste klinische Manifestation darstellt.
  • HSV-2 wird dagegen als "genitaler Stamm" bezeichnet, da hier die Genitalregion die häufigste klinische Lokalisation ist.

Die im Volksmund oft schlichtweg als "Herpes" bezeichnete Bildung von Lippenbläschen sind in der Regel ein Ausbruch von HSV-1 mit oraler Lokalisation. Man bedenke jedoch, dass sich unter dem Begriff "Herpes" noch zahlreiche andere Viren mit anderen Folgen verbergen und diese Begriffswahl daher zu unspezifisch ist.

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3 Verbreitung

Herpes-simplex-Viren sind weltweit bei sehr vielen Menschen in Speichel, Urin und Stuhl vorhanden. Der Durchseuchungsgrad ist hoch: Etwa 85-90% der Weltbevölkerung sind seropositiv.

3.1 HSV-1

Die Primärinfektion erfolgt meistens noch vor dem 5. Lebensjahr und verläuft in 99% der Fälle asymptomatisch. In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer klinischen Manifestation als Stomatitis aphthosa (Mundfäule) kommen.

Bei der Primärinfektion kommt es zu einer neuronalen Ausbreitung über die Axone der sensiblen Innervation. Die Viren verbleiben lebenslang in den Neuronen des Nervus trigeminus und des Ganglion trigeminale und es kommt zu einer latenten Infektion. Eine latente Infektion ist asymptomatisch, kann jedoch immer wieder zu akuten Infektionsausbrüchen führen, die sich als Herpes labialis manifestieren. Dabei gelangen die Viren von den Neuronen über deren Axone wieder in die Peripherie, wo sie die akuten Symptome (Lippenbläschen) auslösen. Die Bläschen eines Akutausbruchs sind die häufigste Infektionsquelle für eine Primärinfektion anderer Personen. Welcher Faktor ein latentes Virus dazu bringt, einen akuten Ausbruch hervorzurufen, ist noch unzureichend geklärt. Es scheinen jedoch verschiedene Faktoren, unter anderem auch psychische Belastungen, eine Rolle zu spielen. So wird z.B. bei vermehrtem Stress eine vermehrte Ausbruchshäufigkeit festgestellt.

3.2 HSV-2

Die Übertragung von HSV-2 erfolgt in aller Regel über Sexualkontakte. Die Primärinfektion findet demnach erst später bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen statt - im Gegensatz zu HSV-1 - und manifestiert sich als Herpes genitalis. Die Symptome eines akuten Ausbruchs sind Bläschenbildung und kleinere Ulzerationen am Penis bzw. an der Vagina. Es treten gelegentlich auch perianale und rektale Manifestationen auf. Auch HSV-2 verbleibt nach der Primärinfektion, die ebenfalls oftmals asymptomatisch verläuft, latent in den Ganglienzellen der Lumbosakralregion.

siehe auch: Herpesvirus

4 Komplikationen

In seltenen Fällen kann die Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus zu einer Herpes-simplex-Meningoenzephalitis führen.

5 Therapie

Die Therapie von Herpes-simplex-Infektionen erfolgt durch Virostatika (z.B. Aciclovir). Bei schwacher Ausprägung wird lokal, bei schwerem Befall systemisch behandelt. Bei kutaner Infektion kann die Symptomatik durch Auftragen von Kortikosteroiden und Antiseptika gemindert werden.

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