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Lymphknoten

Synonyme: Nodus lymphoideus, Nodus lymphaticus, Lymphonodus
Englisch: lymph node

1 Definition

Die Lymphknoten, kurz LK, sind sekundäre lymphatische Organe und gehören zum lymphatischen System des Körpers. Sie spielen als Filterstationen für Antigene eine wichtige Rolle im Immunsystem.

2 Terminologie

Als lateinische Bezeichnung für Lymphknoten dient nach neuerer Nomenklatur der Begriff "Nodus lymphoideus". Dieser Terminus hat sich im allgemeinen medizinischen Sprachgebrauch jedoch noch nicht gegenüber dem älteren "Nodus lymphaticus" durchsetzen können. Als weiteres Synonym wird die Bezeichnung "Lymphonodus" (Plural "Lymphonodi" bzw. "Lnn.") verwendet.

3 Anatomie

Bei den Lymphknoten handelt es sich um rundliche bis ovale, spindel- oder bohnenförmige Gebilde von etwa 2-25 mm Durchmesser. Sie sind meistens in lockeres Fett- oder Bindegewebe eingelagert. Sie kommen einzeln, in Gruppen oder als Knotenketten entlang der Lymphgefäße vor. Ihre Gesamtzahl beim Menschen wird zwischen 400 und 500 angegeben.

Ein Lymphknoten wird von mehreren zuführenden Lymphbahnen mit Lymphe gespeist. Die Lymphflüssigkeit wird im Knoten "gefiltert" und verlässt ihn durch ein oder mehrere abführende Lymphgefäße wieder.

4 Topografie

Die Lymphknoten werden nach den verschiedenen Körperregionen benannt, in denen sie vorkommen, oder nach ihren Nachbarstrukturen. Wichtige Lymphknotenregionen bzw. -gruppen sind:

5 Histologie

Die Lymphknoten sind aus lymphporetikulärem Bindegewebe aufgebaut, das ein dreidimensionales Maschenwerk bildet. Außen wird dieses Maschenwerk von einer Kapsel aus straffem geflechtartigen Bindegewebe umgeben. Von ihr aus strahlen Trabekel mit Kollagenfasern in das Innere des Lymphknotens ein, um die Histoarchitektur zu festigen. Dieser innere Teil lässt sich histologisch grob in drei Regionen unterteilen:

Die Lymphe wird dem Lymphknoten durch kleine Lymphgefäße zugeführt, welche die Organkapsel durchbrechen. Sie bezeichnet man als Vasa afferentia. Sie speisen die Lymphe in das Sinussystem des Lymphknotens ein, das aus folgenden Komponenten besteht:

  • Randsinus: Unterhalb der Lymphknotenkapsel (subkapsulär) gelegener Lymphraum
  • Intermediärsinus: Radiär verlaufender, parallel zu den Trabekeln gelegener Lymphraum zwischen Rinde und Parakortex bzw. Mark
  • Marksinus: Lymphraum, der sich durch die Vereinigung der Intermediärsinus im Mark des Lymphknoten bildet.

Aus dem Marksinus fließt die Lymphe schließlich über das Vas efferens ab.

6 Physiologie

Die Lymphknoten sind Teil des menschlichen Immunsystems und übernehmen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen.

Da Lymphknoten jeweils eine bestimmte anatomische Region bedienen, werden sie in Bezug auf diese Region auch regionäre Lymphknoten genannt. Das Gewebeareal, dessen Lymphe einen bestimmten, regionären Lymphknoten durchfließt, heißt "Einzugsgebiet" oder "tributäres Gebiet".

"Lymph nodes are like Rick’s Café in Casablanca. Good guys, bad guys, reporters and soldiers, macrophages, dendritic cells, T and B cells, and even diseased cells, everyone goes to Rick’s."

Die Lymphe, die aus dem tributären Gebiet des Lymphknotens stammt, nennt man Primärlymphe. Nachdem sie die Kapsel und das Sinussystem durchströmt hat, wird sie zur Sekundärlymphe. Wenn sich Antigene in der Primärlymphe befinden, regen sie im Lymphknoten die Differenzierung der Lymphozyten an. Dabei entstehen ausdifferenzierte T-Zellen, Plasmazellen und Gedächtniszellen, die mit der Sekundärlymphe den Lymphknoten verlassen.

7 Diagnostik

Die Untersuchung der Lymphknoten ist ein wichtiger Teil der klinischen Diagnostik. Oberflächlich gelegene Lymphknoten kann man im Rahmen der körperlichen Untersuchung mit den Fingern palpieren. Damit lassen sich Lymphknotenschwellungen feststellen. Tiefer gelegene Lymphknoten stellt man mithilfe bildgebender Verfahren (Sonografie, CT, MRT) dar. Spezielle Verfahren wie die Lymphografie oder Lymphknotenszintigrafie ermöglichen zusätzliche Aussagen über Funktion, Lokalisation und das tributäre Gebiet von Lymphknoten.

Bei der Lymphknotensonografie wird u.a. die Größe, Form, Binnenstruktur, Kontur und Abgrenzbarkeit von Lymphknoten untersucht. Bei Entzündungen oder malignen Veränderungen weisen sie charakteristische Veränderungen auf.

Verdächtige Befunde in der Blidgebung werden durch eine Lymphknotenbiopsie mit anschließender histopathologischer Untersuchung abgeklärt. Bei bestimmten Tumorformen ist die so genannte Sentinel-Lymphknotenbiopsie (SNLB) Teil der Routinediagnostik.

8 Pathologie

Eine nicht näher charakterisierte Erkrankung der Lymphknoten nennt man Lymphadenopathie. Die häufigste Form der Lymphadenopathie ist die Lymphadenitis, die Entzündung eines Lymphknotens.

Im Rahmen maligner Erkrankungen kommt es zur Bildung von Lymphknotenmetastasen oder Lymphomen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem ersten Lymphknoten eines tributären Gebiets zu, dem so genannten Wächterlymphknoten.

Die chirurgische Entfernung eines oder mehrerer Lymphknoten nennt man Lymphadenektomie.

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Oktober 2020 um 05:45 Uhr bearbeitet.

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