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Speicheldrüsentumor

Synonym: Sialom
Englisch: salivary gland tumor, sialoma

1 Definition

Speicheldrüsentumoren sind benigne und maligne Geschwülste, die von den Speicheldrüsen ausgehen.

2 Lokalisation

In der Mehrzahl der Fälle ist die Glandula parotidea betroffen, seltener die Glandula sublingualis oder die Glandula submandibularis.

3 Einteilung

3.1 ...nach Ursprungsgewebe

3.2 ...nach Dignität

3.2.1 Benigne Tumoren

Monomorphe Adenome und pleomorphe Adenome sind gutartige Tumoren der Speicheldrüsen. Die gutartigen Tumoren machen ca. achtzig Prozent der Speicheldrüsentumoren aus. Sie wachsen nicht infiltrierend und langsam. Etwa 3-5 Prozent der pleomorphen Adenome gehen in ein Karzinom über.

3.2.2 Maligne Tumoren

Die malignen Tumoren machen rund zwanzig Prozent aller Speicheldrüsentumoren aus und wachsen lokal infiltrierend. Sie metastasieren lymphogen und hämatogen. Zu den malignen Tumoren gehören u.a.:

3.3 ...nach betroffener Speicheldrüse

4 Symptome

Adenome, Mukoepidermoidkarzinome und Azinuszellkarzinome wachsen langsam und verursachen nur selten Schmerzen. Die anderen Karzinome wachsen schnell und führen zu Schmerzen. Ausnahme ist das adenoidzystische Karzinom, das ebenfalls langsam wächst.

Bei den malignen Tumoren werden häufig Facialisparesen sowie Ulzerationen mit Durchbruch nach außen beobachtet.

5 Diagnostik

Der Verdacht auf einen Speicheldrüsentumor ergibt sich bereits durch Inspektion und Palpation. Anhand der Sonographie, der Computertomographie (CT) und der Kernspintomographie (MRT) wird die Ausdehnung beurteilt. Um die Dignität zu überprüfen, führt man eine Probeexzision oder Feinnadelbiopsie mit anschließender pathohistologischer Begutachtung des entnommenen Gewebes durch.

6 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an einen Küttner-Tumor gedacht werden.

7 Therapie

7.1 Benigne Tumoren

Da bei der Enukleation von benignen Tumoren häufig Tumorreste zurückbleiben, wird die Enukleation heute nicht mehr durchgeführt. Stattdessen erfolgt eine partielle oder totale Parotidektomie unter Schonung der Äste des Nervus facialis.

7.2 Maligne Tumoren

Bei einem Low-grade-Mukoepidermoidkarzinom und dem Azinuszellkarzinom erfolgt eine totale Parotidektomie, wobei der Nervus facialis erhalten bleibt. Bei allen anderen Karzinomen werden die Parotis und der Nervus facialis komplett entfernt und anschließend eine Facialisrekonstruktion durchgeführt. Zusätzlich erfolgen eine Neck dissection und eine Bestrahlung.

Bei Inoperabilität wird ebenfalls eine Bestrahlung angewendet.

8 Prognose

Die 5-Jahres-Überlebensrate hängt vom histologischen Typ und von der Größe des Tumors ab und liegt zwischen zwanzig und fünfzig Prozent.

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