Sarkom
von altgriechisch: σάρξ ("sárx") - Fleisch
Englisch: sarcoma
Definition
Ein Sarkom ist eine maligne Neoplasie, die mesenchymaler Herkunft ist, d.h. aus Zellen des mesenchymalen Stützgewebes entsteht.
Hintergrund
Sarkome bilden neben den Neoplasien des Epithelgewebes (Karzinome), den Neoplasien des Blutes (Lymphome und Leukämien) sowie den neuroendokrinen und dysontogenetischen Tumoren eine Untergruppe der malignen Tumoren.
Epidemiologie
Sarkome sind insgesamt deutlich seltener als Karzinome. Sie machen etwa 1% der malignen Neubildungen aus.
Einteilung
...nach grober Herkunft
Die Einteilung der Sarkome erfolgt zunächst grob systematisch in
- Weichteilsarkome: von Weichteilgeweben ausgehend
- Knorpelsarkome: vom Knorpelgewebe ausgehend
- Knochensarkome: vom Knochengewebe ausgehend
...nach Ursprungsgewebe bzw. Zellmorpholgie
Eine differenziertere Benennung erfolgt nach dem Gewebe- oder Zelltyp, von dem ein Sarkom abstammt bzw. mit dem es eine morphologische Ähnlichkeit besitzt. Man unterscheidet unter anderem:
...nach Erstbeschreiber
...nach Histologie
...nach WHO
Die aktuelle WHO-Klassifikation der Sarkome teilt die Tumore in mehr als 100 verschiedene Entitäten ein. Dieser Einteilung liegen u.a. die Morphologie, die Herkunft und die molekulargenetischen Veränderungen des Tumors zugrunde. Die möglichst genaue Einordnung eines Sarkoms ist insofern relevant, als dass sich die verschiedenen Sarkom-Typen hinsichtlich ihres Risikos für das Auftreten von Rezidiven bzw. Metastasen stark voneinander unterscheiden.
Diagnostik
Bei Verdacht auf ein Sarkom wird neben einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung eine Magnetresonanztomographie der betroffenen Region durchgeführt. Ein Röntgenbild und eine Computertomographie können bei speziellen Fragestellungen zum Einsatz kommen. Die Computertomographie wird darüber hinaus zur Metastasensuche eingesetzt, falls sich der Verdacht auf ein Sarkom bestätigt hat.
Um das vorliegende Ursprungsgewebe des Sarkoms zu identifizieren, ist die Entnahme einer Biopsie und eine sich anschließende feingewebliche Untersuchung notwendig. Dabei wird auch nach genetischen Veränderungen innerhalb der Tumorzellen gesucht. [1]
CT-Fallbeispiel
DICOM-Modelle können auf Mobilgeräten leider nicht angezeigt werden.
Therapie
Die Therapie von Sarkomen richtet sich nach Tumorentität, Lokalisation, Grading, Tumorgröße und Metastasierungsstatus. Sie erfolgt in der Regel interdisziplinär in spezialisierten Zentren. Die vollständige chirurgische Resektion mit tumorfreien Resektionsrändern stellt bei lokalisierten Sarkomen die wichtigste kurative Maßnahme dar und wird je nach Entität und Risikoprofil durch eine adjuvante oder neoadjuvante Strahlentherapie ergänzt.
Eine systemische Chemotherapie ist nicht generell Standard, kann jedoch bei hochgradigen Sarkomen, bestimmten Subtypen oder fortgeschrittener Erkrankung eingesetzt werden. Bei metastasierten oder nicht resektablen Sarkomen steht die systemische, häufig palliative Therapie im Vordergrund, wobei zunehmend auch zielgerichtete Therapien bei ausgewählten Entitäten Anwendung finden.
Bildquelle
- Bildquelle DICOM-Viewer: Roche, C., Bonaccio, E., & Filippini, J. (2016). The Cancer Genome Atlas Sarcoma Collection (TCGA-SARC) (Version 3) [TCGA-QQ-A5V2]. The Cancer Imaging Archive.
Quellen
- ↑ Diagnostik und Therapie von Sarkomen, Radiologie Charité, abgerufen am 26.08.2021