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Epithel

von griechisch: ἐπί ("epí") - über‘ und θάλλω ("thállo") - aufsprossen, erblühen
Englisch: epithelium

1 Definition

Als Epithel bezeichnet man das aus allen drei Keimblättern stammende Grenz- oder Deckgewebe, das die inneren und äußeren Oberflächen des Körpers auskleidet und zu ihrer Umgebung abgrenzt. Es ist eines der vier Grundgewebe.

2 Aufbau

Trotz großer Vielfalt der unterschiedlichen Epithelien bestehen folgende Gemeinsamkeiten:

Epithelien enthalten keine Blutgefäße und werden vom darunter liegenden Bindegewebe per Diffusion durch die Basalmembran ernährt. Dadurch ist die Schichtdicke der Epithelien auf wenige Zelllagen beschränkt.

2.1 Polarität

Man unterscheidet nach der Ausrichtung des Epithels:

  • eine apikale Seite, die nach außen bzw. zum Lumen hin weist
  • eine basale Seite, welche zur Basalmembran bzw. zum angrenzenden Gewebe zeigt

Diese Polarität besteht nicht nur beim Epithel als Gesamtstruktur, sondern auch auf der Ebene der einzelnen Epithelzellen, deren apikaler und basaler Zellpol ebenfalls Unterschiede aufweisen kann.

2.2 Zellkontakte

Der Zusammenhalt und die Kommunikation der Epithelzellen untereinander wird durch vier Gruppen von Zellverbindungen gewährleistet, welche die Zellmembranen benachbarter Zellen verbinden:

Die Einheit aus Zonula occludens, Zonula adhaerens und Desmosom wird auch als epithelialer Schlussleistenkomplex bezeichnet. Zelluläre Haftkontakte zur Basalmembran bestehen über sogenannte Hemidesmosomen.

2.3 Basalmembran

Die Basalmembran ist eine dünne, aber komplexe extrazelluläre Matrix aus Fibrillen und Fasern, welche die Verankerung des Epithels am subepithelialen Bindegewebe vermittelt. Ultrastrukturell unterteilt sich die Basalmembran weiter in:

Das subepitheliale Bindegewebe wird unter der Mucosa von Hohlorganen wie dem Respirations-, Verdauungs- oder Urogenitaltrakt als Lamina propria bezeichnet.

Abgesehen von der Basalmembran enthalten Epithelien kaum Interzellularsubstanz, da die Zellen einen geschlossenen Verband bilden.

2.4 Intermediärfilamente

Immunhistochemisch lässt sich Epithelgewebe über den Nachweis von Zytokeratinen als Intermediärfilament von anderen Grundgeweben abgrenzen.

3 Einteilung

Je nach Lokalisation und vorherrschender Funktion kann man grundsätzlich zwei Arten von Epithelien unterscheiden:

Diese Einteilung ist eine Vereinfachung, da auch Drüsenepithelien eine Barrierefunktion erfüllen.

Um die zahlreichen Epithelformen weiter voneinander abzugrenzen, hebt man drei Merkmale des Epithelgewebes hervor: die Zahl der Zellschichten, die Form der Zellen und den Grad der Keratinisierung.

3.1 ...nach der Anzahl der Zellschichten

3.2 ...nach der Form der Zellen

3.3 ...nach Grad der Keratinisierung

Epithel, das am apikalen Zellpol Flimmerhärchen aufweist, bezeichnet man als Flimmerepithel.

4 Aufgaben

Die genauen Aufgaben des Epithels richten sich nach dem jeweiligen Organ, welches das Epithel auskleidet. Übergeordnete Aufgaben sind unter anderem:

5 Formen & Verbreitung

Nach den oben genannten Einteilungskriterien lassen sich alle Epithelien des menschlichen Körpers kategorisieren:

6 Embryologie

Epithelgewebe kann von allen drei Keimblättern abstammen. Aus dem Mesoderm entwickelt sich das Mesothel sowie das Endothel.

7 Literatur

  • Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie, 5. Auflage, 2015, Thieme-Verlag

Fachgebiete: Histologie

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