Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel

Englisch: non-keratinized stratified squamous epithelium

1 Definition

Mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel ist ein Epithelgewebe aus mehreren Schichten platter, stockwerkartig angeordneter Epithelzellen. Dabei wandern die Zellen von unten nach oben.

2 Aufbau

Das mehrschichtig unverhornte Plattenepithel wird von unten nach oben in 4 Etagen gegliedert:

2.1 Stratum basale

Das Stratum basale liegt der Basalmembran auf. Seine Zellen sind kubisch bis hochprismatisch und noch nicht vollständig ausdifferenziert. Die Basalzellschicht besteht also aus adulten Stammzellen, von denen die Erneuerung und die Regeneration des Epithels bei Verletzungen ausgeht. Beim mehrschichtig unverhorntem Plattenepithel sind diese Zellen mittels Hemidesmosomen fest mit der Basalmembran verankert.

2.2 Stratum parabasale

Das Stratum parabasale besteht aus mehreren Lagen an die Basalzellschicht angrenzender Zellen mit polygonaler Struktur. Es wird nicht in allen Lehrbüchern aufgeführt und öfter zum Stratum intermedium gerechnet.

2.3 Stratum intermedium

Auch das Stratum intermedium besteht aus mehreren Zellschichten. Seine Zellen zeichnen sich durch einen pyknotisch werdenen Zellkern aus. Die Zellen sind glykogenreich und erscheinen deshalb in der Lichtmikroskopie meist hell.

2.4 Stratum superficiale

Das Stratum superficiale zeigt Zellen mit völlig pyknotischem Zellkern, der aber im Gegensatz zum mehrschichtig verhornten Plattenepithel immer noch erkennbar ist. Die Zellen sind vital. Auch die Zellen dieser Schicht sind äußerst glykogenreich.

3 Vorkommen

Das mehrschichtige unverhornte Plattenepithel kommt vor allem an Orten des Körpers vor, die höheren mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, ohne aber dabei einen starken Verdunstungsschutz zu benötigen:

4 Klinik

Bei krankhaften Veränderungen mit Einbezug des mehrschichtig unverhornten Plattenepithels kann es zu einer gestörten Zelldifferenzierung kommen. Ein hoher Glykogengehalt der Zellen des Stratum superficiale und des Stratum intermedium ist ein Zeichen für eine fehlerfreie, normale Zelldifferenzierung. Bei Dysplasien oder Malignomen kann eine fehlerhafte Differenzierung mittels Glykogennachweis durch die Papanicolaou-Färbung festgestellt werden. Diese Nachweismethode findet vor allem bei der Portio vaginalis der Cervix uteri im Rahmen des PAP-Tests Anwendung. Das Verfahren kann auch in der Mundhöhle und im Ösophagus angewendet werden.

Fachgebiete: Histologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

4 Wertungen (2.5 ø)

8.361 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: