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Dickdarm

Synonym: Intestinum crassum
Englisch: large bowel

1 Definition

Als Dickdarm bezeichnet man den terminalen Abschnitt des Darmes von der Bauhin-Klappe (Ileozäkalklappe) bis zum Anus.

2 Anatomie

2.1 Übersicht

Der Dickdarm besteht aus folgenden Abschnitten:

Den Übergang vom Colon ascendens zum Colon transversum bezeichnet man als Flexura coli dextra, den Übergang vom Colon transversum zum Colon descendens als Flexura coli sinistra. Die Abschnitte des Dickdarmes sind zusammengenommen etwa 150 cm lang und befinden sich rahmenförmig um den Dünndarm in der Abdominalhöhle.

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2.2 Gefäßversorgung

Der Dickdarm wird von folgenden arteriellen Blutgefäßen versorgt:

Der Blutabfluss erfolgt über die gleichnamigen Venen, d.h. die Vena mesenterica superior, die Vena mesenterica inferior und die Vena pudenda interna. Die beiden Mesenterialvenen münden in die Pfortader der Leber, die Vena pudenda interna über die Vena iliaca interna in die Vena cava inferior.

2.3 Innervation

Die Bewegungen des Dickdarms werden durch Nervenzellen des enterischen Nervensystems in der Darmwand gesteuert. Die Motilität wird weitgehend autonom reguliert, unterliegt aber dem Einfluss des vegetativen Nervensystems. Der Parasympathikus steigert die Aktivität des Dickdarms, der Sympathikus reduziert sie. Der Cannon-Böhm-Punkt kurz vor der linken Colonflexur markiert dabei die Grenze der parasympathischen Versorgung durch den Nervus vagus. Distal des Cannon-Böhm-Punkts entstammen die parasympathischen Fasern den Nervi splanchnici pelvici.

2.4 Histologie

Der Dickdarm besitzt den typischen mehrschichtigen Wandaufbau des Gastrointestinaltrakts mit

Am Ende des Analkanals geht die Darmschleimhaut in mehrschichtig unverhorntes Plattenepithel über.

Der Dickdarm besitzt im Gegensatz zum Dünndarm keine Zotten. Die Oberflächenvergrößerung des Organs erfolgt durch Krypten und Haustren, welche durch in das Lumen einstrahlende Falten, die Plicae semilunares coli gebildet werden. Die Krypten sind mit einem hochprismatischen Epithel ausgekleidet, das für die Wasserresorption und die Produktion von Schleim verantwortlich ist.

Beim Menschen ist die äußere Längsmuskelschicht des Dickdarms im Bereich des Colons zu drei kräftigen Gewebesträngen, den sogenannten Tänien, verdickt. Diese kann man weiter unterteilen in:

3 Funktion

Aufgaben des Dickdarmes sind die Wasserrückresorption und die Eindickung der Faeces. Durch die Fähigkeit zur Resorption und Ausscheidung von Natrium-, Kalium- und Chlorid-Ionen ist der Dickdarm an der Feinregulation des Elektrolythaushaltes beteiligt.

Der Dickdarm ist dicht bakteriell mit einer Darmflora besiedelt, die unter anderem der Versorgung mit Vitaminen (Thiamin, Riboflavin, Pyridoxin, Vitamin B12 und Vitamin K), der Produktion kurzkettiger Fettsäuren (Butansäure, Essigsäure, Propionsäure) sowie der Immunabwehr und Immunmodulation dient.

4 Untersuchungsverfahren

Zu den diagnostischen Verfahren zur Untersuchung des Dickdarms gehören u.a.:

5 Klinik

Die Erkrankungen des Dickdarms fallen in die Fachbereiche der Gastroenterologie und der Abdominalchirurgie. Sie umfassen unter anderem:

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Oktober 2022 um 09:00 Uhr bearbeitet.

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