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Ischämie

von altgriechisch: ισχαιμια ("ischaimia"), is-chein/echein - zurückhalten, αἷμα ("haima") - Blut
Synonyme: Minderdurchblutung, Mangeldurchblutung
Englisch: ischemia

1 Definition

Als Ischämie bezeichnet man die pathologisch verminderte oder aufgehobene Durchblutung eines Gewebes infolge mangelnder arterieller Zufuhr von Blut.

2 Einteilung

2.1 ...nach Ausmaß

  • relative Ischämie: Auch als Oligämie bezeichnet. Der Blutfluss ist unzureichend, aber nicht vollständig versiegt.
  • absolute Ischämie: Kompletter Stillstand der arteriellen Durchblutung.

2.2 ...nach Dauer

Wenn eine Ischämie nur vorübergehend auftritt, spricht man von einer passageren Ischämie. Die Zeitspanne der Ischämie nennt man Ischämiezeit. Ihre Auswirkung auf das Gewebe ist abhängig von seinem Sauerstoffbedarf. Gewebe mit hohem Sauerstoffbedarf (z.B. das Gehirn) haben nur eine geringe Ischämietoleranz. Hier kann bereits eine kurzzeitige Unterbrechung des Blutflusses von wenigen Minuten zu irreversiblen Schäden führen.

Dauert die Minderversorgung mit Blut länger an, als vom Gewebe toleriert wird, bezeichnet man den Vorgang als kritische Ischämie. Die bei einer kritischen Ischämie auftretenden Schäden können unterschiedliche Ausmaße annehmen - im Extremfall führen sie zur Nekrose und zum Infarkt mit irreversiblem Verlust von Funktionsgewebe.

2.3 ...nach Symptomatik

2.4 ...nach betroffenem Organ

3 Ätiologie

Die Ursachen einer Ischämie können vielfältig sein; einige wichtige sind im Folgenden aufgeführt:

Anmerkung: In der auf Theiss zurückgehenden Klassifikation wird zwischen neurogenen, hämatogenen und funktionellen Ursachen der Ischämie unterschieden.

4 Symptome

Die genaue Symptomatik ist abhängig vom betroffenen Organ bzw. Gewebe. Sie ist in der Akutphase oft von Schmerzen gekennzeichnet, da die zunehmende Hypoxie eine Erregung der Schmerzrezeptoren triggert. Eine Ausnahme bildet das Nervengewebe des Gehirns, das nicht schmerzempfindlich ist. Ist das Gewebe einsehbar, fällt ein Abblassen durch das Fehlen oxygenierter Erythrozyten auf.

Mit längerer Dauer der Ischämie treten dann Funktionsstörungen des minderdurchbluteten Organs in den Vordergrund. Beispiele dafür sind Herzrhythmusstörungen bei Myokardischämie oder neurologische Ausfälle bei zerebraler Ischämie.

Im Spätstadium kommt es schließlich zu einer Demarkation des nekrotischen Gewebes, die sich bei einer Ischämie der Extremitäten als livide bis schwarze Verfärbung bemerkbar macht.

5 Diagnostik

Die Diagnostik ischämischer Störungen umfasst eine Vielzahl verschiedener Verfahren, die in ihrer Gesamtheit als Ischämiediagnostik zusammengefasst werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Dezember 2021 um 00:32 Uhr bearbeitet.

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