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Ergotamin

Synonyme: Ergotamintartrat u.a.
Handelsnamen: Ergo-Kranit® Migräne u.a.
Englisch: ergotamine

1 Definition

Ergotamin ist ein Arzneistoff und Toxin, das zum Peptid-Typ der Mutterkornalkaloide zählt.

2 Biochemie

Ergotamin hat eine strukturelle Ähnlichkeit mit verschiedenen Neurotransmittern wie Serotonin oder Dopamin, und wirkt an deren Rezeptor als Agonist oder Partialagonist.

3 Indikationen

Ergotamin ist im Rahmen der Therapie von Kopfschmerzen bei akuten Migräneanfällen indiziert, wenn sie gegenüber anderen Therapieoptionen refraktär sind bzw. andere Therapieoptionen kontraindiziert sind. Auch zur Kurzzeitprophylaxe des Cluster-Kopfschmerzes kann Ergotamin eingesetzt werden.

4 Applikationsform

Das Arzneimittel wird in Form von Tabletten appliziert.

5 Pharmakokinetik

Ergotamin weist eine Bioverfügbarkeit von weniger als 1% auf. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich zwei Stunden. Die Metabolisierung erfolgt hepatisch. Der Wirkstoff wird zu 90% biliär eliminiert.

6 Wirkmechanismus

Die Wirkung von Ergotamin erklärt sich durch die Stimulierung der Alpha-Adrenozeptoren des vegetativen Nervensystems, sowie Serotoninrezeptoren und Dopaminrezeptoren, wodurch es letztendlich zu einer Vasokonstriktion und einer verminderten Schmerzwahrnehmung kommt.

7 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

8 Kontraindikationen

9 Vergiftung

Bei Überdosierung treten unerwünschte Arzneimittelwirkungen (siehe oben) zunächst verstärkt auf. Bei einer akuten Intoxikation kommt es zu Benommenheit, Kopfschmerzen und Verwirrtheit. Der Tod kann durch Atemstillstand oder Kreislaufversagen eintreten. Bei chronischer Intoxikation treten Krämpfe, zentralnervöse Störungen, Persönlichkeitsveränderungen sowie schmerzhafte arterielle Durchblutungsstörungen, unter Umständen auch mit Gangrän, auf. Gegenmaßnahmen sind das Absetzen des Arzneistoffs, resorptionsvermindernde Maßnahmen (im Akutfall z.B. Aktivkohle) sowie die Applikation von Nitraten, Calciumantagonisten und/oder Prostaglandininfusionen zum Zwecke der Vasodilatation.

siehe auch: Ergotismus

10 Literatur

  • Hartke & Mutschler (Hrsg.): Deutsches Arzneibuch, 9. Ausgabe 1986, Kommentar Band 2, Monographien A-L. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart/ Govi-Verlag GmbH, Frankfurt.

Fachgebiete: Pharmakologie

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