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Ergotismus

Synonym: Ignis sacer, Antoniusfeuer
Englisch: ergotism

1 Definition

Der Ergotismus ist eine Vergiftung durch Einnahme von Mutterkornalkaloiden (z.B. Ergotamin).

2 Ätiologie

Der Ergotismus entsteht in der heutigen Zeit am ehesten durch die Einnahme von Medikamenten, welche Mutterkornalkaloide und deren Derivate enthalten. Ergotaminhaltige Medikamente werden vor allem bei Migräne verwendet (z.B. Dihydroergotamin). Eine unkontrollierte Dossissteigerung durch den Patienten selbst kann dabei zum Ergotismus führen.

Im Mittelalter trat Ergotismus als Folge des Verzehrs mit Claviceps purpurea kontaminierten Nahrungsmitteln auf. Heutzutage tritt er nur noch selten auf, z.B. durch Verzehr von unzureichend aufbereiteten Getreideprodukten, die als Bioware angebaut wurden.

3 Symptomatik

Durch eine Überdosierung von Ergotamin kommt es zur massiven Vasokonstriktion der Arterien. Dadurch ist vor allem die Durchblutung von Herz, Nieren und Extremitäten kompromittiert.

Der Ergotismus imponiert meistens durch eine Ischämie der Extremitäten. Die Extremitäten sind kalt und blass. Die Pulse der unteren Extremitäten sind meist kaum nachweisbar. Mögliches Leitsymptom ist auch eine Ischämie des Myokards infolge der Konstriktion der Koronararterien.

Zusätzlich zu den vaskulären Symptomen bestehen in der Regel Allgemeinsymptome:

4 Diagnostik

Wichtigstes diagnostisches Kriterium ist das Erkennen der Ergotamineinnahme. Die Anamnese und dabei insbesondere die Medikamentenanamnese ist daher meistens entscheidend.

Apparative Untersuchungen können bei Bedarf ergänzend hinzugezogen werden (z.B. Doppler-Sonographie der Extremitätengefäße).

5 Therapie

Auslösende Medikamente sind als Erstmaßnahme sofort abzusetzen. Ist dies alleine nicht ausreichend, können die Blutgefäße durch die Gabe von Nitraten, Calciumantagonisten und/oder Prostaglandininfusionen erweitert werden bis die Ergotaminwirkung abgeklungen ist.

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