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Perikard

von griechisch: peri - herum
Synonyme: Pericardium, Herzbeutel
Englisch: pericardium

1 Definition

Als Perikard oder Herzbeutel wird die aus Mesothel gebildete Verschiebeschicht bezeichnet, die das Herz mit zwei Lagen von Gewebe umhüllt.

2 Anatomie

2.1 Aufbau

Das Perikard besteht aus zwei Teilen:

  • Pericardium fibrosum: Diese äußere Schicht des Perikards besteht aus straffem Bindegewebe und ist an der Basalseite mit dem Diaphragma verwachsen und adhäriert am Mediastinum.
  • Pericardium serosum, wiederum bestehend aus 2 Blättern (Laminae):
    • Lamina parietalis pericardii, mit Pericardium fibrosum verwachsen und
    • Lamina visceralis pericardii (= Epikard), dem Herzen aufliegend.

Zwischen den beiden Laminae des Pericardium serosum existiert ein Spaltraum, die Herzbeutelhöhle (Cavitas pericardii). Sie ist mit etwa 10-12 ml vom Epikard sezernierter Flüssigkeit (Liquor pericardii) gefüllt und minimiert die Reibungen zwischen den beiden Blättern.

An den großen Gefäßen schlagen die Blätter des Perikards um und gehen ineinander über, wobei sie die proximalen Abschnitte der Gefäße umhüllen. Zwischen den Umschlagstellen befinden sich am sogenannten Crux cordis mehrere Recessus bzw. Sinus zwischen den Gefäßen.

Der Sinus transversus pericardii trennt die abgehenden Gefäße - die Aorta und den Truncus pulmonalis der Porta arteriosa von den zuführenden Gefäßen der Porta venosa (Vena cava inferior, Vena cava superior und Venae pulmonales). Der Sinus obliquus pericardii liegt zwischen den zum Herz führenden Venae pulmonales.

2.2 Innervation

Die sensible Innervation des Perikards erfolgt durch kleine Äste (Rami pericardiaci) des Nervus vagus und des Nervus phrenicus.

2.3 Gefäßversorgung

Das Pericardium fibrosum wird durch die Arteria pericardiacophrenica mit arteriellem Blut versorgt.

2.4 Befestigung

Das Perikard ist durch die Ligamenta phrenicopericardiaca fest und straff mit dem Centrum tendineum des Zwerchfells verbunden. Dorsal steht das Perikard über Faserzüge der Membrana bronchopericardiaca mit Zwerchfell und Trachea in Kontakt. Zum Brustbein ziehen Bindegewebszüge, die als Ligamenta sternopericardiaca bezeichnet werden.

3 Histologie

Die äußere Schicht des Perikards ist durch grobe Züge von Bindegewebefasern gekennzeichnet, die sich dreischichtig überlagern. Zum Verschiebespalt hin orientiert sind beide Blätter von Serosa bedeckt, deren platte oder kubische Epithelzellen eine seröse Flüssigkeit sezernieren, den Liquor pericardii. Er befeuchtet den Spaltraum und setzt die Reibung im Herzbeutel herab.

4 Physiologie

Das Perikard fungiert als Verschiebeschicht, die einerseits das Herz schützend einhüllt, andererseits die Ausdehnung und Kontraktion des Myokards ermöglicht.

5 Pathophysiologie

Unter pathologischen Bedingungen kann sich der Perikardraum zwischen den Blättern verstärkt mit Blut oder seröser Flüssigkeit füllen, wobei es zu einem Perikarderguss bis hin zur Herzbeuteltamponade kommen kann.

Daneben ist eine bakterielle Besiedlung des Perikardraumes möglich, die in eine Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis) mündet. Als Folge können die beiden Blätter des Perikards verwachsen und die Verschieblichkeit behindern. Als sogenannter Perikarddivertikel kann der Herzbeutel Aussackungen bilden, die sich konsekutiv mit Flüssigkeit füllen. Unter einem Pyoperikard hingegen versteht man eine Ansammlung von Eiter zwischen den Blättern des Perikards.

6 Klinik

Perikardergüsse werden mittels einer Perikardiozentese abgeleitet.

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