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Perikarditis

Synonym: Herzbeutelentzündung
Englisch: pericarditis

1 Definition

Die Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels (Perikard).

2 Einteilung

Man unterscheidet nach Beginn und Verlauf zwischen einer akuten oder einer chronischen Perikarditis.

Sonderformen der Perikarditis sind die Pericarditis constrictiva ("Panzerherz") und die Pericarditis epistenocardica ("Frühperikarditis"), die an anderer Stelle besprochen werden.

3 Ätiologie

Folgende Ursachen kommen in Frage:

4 Symptomatik

Eine akute Perikarditis äußert sich in Form von retrosternalen, thorakalen Schmerzen mit begleitendem Fieber. Die Schmerzen können durch forcierte Atmung und Husten verstärkt werden. Es kann eine Tachykardie bestehen. Eine chronische Perikarditis kann demgegenüber sehr diskret verlaufen und kaum Symptome verursachen.

Wichtigste Komplikation einer Perikarditis ist die Perikardtamponade durch einen Perikarderguss.

5 Diagnostik

Bei fortgeschrittener Ergussbildung und Tamponade kann die Herzaktion eingeschränkt sein, dabei treten vor allem Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz auf.

5.1 Auskultation

Bei der Auskultation ist bei gering ausgeprägtem Erguss ein kratzendes, oberflächliches Perikardreiben zu hören - vor allen endexspiratorisch oder beim vornübergebeugten Patienten. Das Perikardreiben tritt nicht nur systolisch auf, sondern dreiphasig als "Lokomotivgeräusch":

5.2 Echokardiographie

Die Echokardiographie erlaubt den Nachweis von Erguss und Perikardverdickung.

5.3 EKG

Im EKG zeigen sich diverse Veränderungen, z.B. nicht anatomische ST-Hebungen, PR-Senkungen und T-Abflachungen, die differentialdiagnostisch gegen einen Myokardinfarkt abgegrenzt werden müssen. Bei ausgeprägtem Erguss bzw. Herzbeuteltamponade sieht man auch auch eine Niedervoltage.

5.4 Labor

Im Laborbefund zeigen sich je nach Ätiologie charakterisierende Veränderungen:

  • Bakterielle oder mykotische Perikarditis: Erhöhung der Entzündungsparameter (ESR, CRP, Leukozytose und Nachweis der Erreger im Blut (Blutkulturen).
  • Virale Perikarditis: Eventuell Lymphozytose und positive Serologie
  • Bei Autoimmunerkrankungen oder dem Dressler-Syndrom können häufig spezifische Autoantikörper nachgewiesen werden.
  • Als Ausdruck einer Affektion des Myokards sind Erhöhungen der CK, CK-MB und Troponin T möglich.

Eine Punktion des Perikards ist zur Diagnostik vor allem bei Hinweisen auf bakterielle Genese zum Nachweis der Erreger sinnvoll.

6 Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ätiologie. Allgemein wird Bettruhe angeordnet.

Bei bakteriellen oder mykotischen Perikarditiden muss kausal mit Antibiotika bzw. Antimykotika behandelt werden. Der Nachweis einer Tuberkulose erfordert deren konsequente Therapie.

Virale Perikarditiden können mit NSAR, Colchicin und/oder Glukokortikoiden symptomatisch behandelt werden. Autoimmun entstandene Perikarditiden werden in der Regel durch Immunsuppression (Glukokortikoide, Cyclophosphamid, Methotrexat) behandelt.

Liegt der Perikarditis eine Urämie zugrunde sollte eine Hämodialyse angestrebt werden. Bei einer malignen Neoplasie als Ursache ist die Drainage und radikale Tumortherapie entscheidend.

Bestehen Zeichen einer Tamponade muss schnellstens eine Perikardpunktion zur Entlastung erfolgen. Diese Maßnahme ist lebensrettend.

Danke für den Hinweis. Habe ich ergänzt.
#2 am 17.11.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Ich finde diesen Artikel sehr hilfreich, vielen Dank dafür. gerne möchte ich einige Punkten nennen, die ich in dieser Erkankung sehr wichtig finde; bezüglich der Therapie könnte Colchicin benuzt werden, um das Rezidiv der Entündung zu verringern. In der Diagnose wird es in verschieden Resourcen genannt, dass die Absenkung des PR-Intervals sehr spezifisch dafür. Und um die Diagnose zu unterstützen können verschiede Zeichen uns dabei helfen (z.B mid-diastolisches Geräusch, Reibegeräusch und Kussmaul Zeichen)
#1 am 11.11.2018 von Ibrahim Altabakhi (Arzt)

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