CK-MB
Synonym: CK2
Englisch: creatine kinase MB, CK-MB
Definition
Die CK-MB ist ein Isoenzym der Creatinkinase (CK), das aus einer M- und einer B-Untereinheit besteht. Es kommt überwiegend im Myokard vor, ist jedoch auch im Skelettmuskel nachweisbar. Früher wurde CK-MB routinemäßig zur Diagnostik des Myokardinfarktes eingesetzt. In der heutigen Akutdiagnostik (2026) des akuten Koronarsyndroms ist jedoch hochsensitives kardiales Troponin (hs-cTn) der empfohlene Biomarker.
Physiologie
Die Creatinkinase spielt eine wichtige Rolle im zellulären Energiestoffwechsel, indem sie die reversible Übertragung einer Phosphatgruppe zwischen Kreatinphosphat und ADP katalysiert. Im Herzmuskel macht CK-MB etwa 15–30 % der Gesamt-CK aus, während der überwiegende Anteil auf CK-MM entfällt. Auch im Skelettmuskel ist CK-MB vorhanden, allerdings in deutlich geringerer Konzentration. Dadurch können CK-MB-Erhöhungen auch nicht-kardiale Ursachen haben.
Labordiagnostik
Akuter Myokardinfarkt
Nach einer Schädigung von Herzmuskelzellen steigt die CK-MB typischerweise innerhalb von 3–6 Stunden an, erreicht ihr Maximum nach etwa 24 Stunden und normalisiert sich innerhalb von 2–3 Tagen. Trotz dieses charakteristischen zeitlichen Verlaufs gilt heute die Kombination aus Klinik, EKG und seriellen Messungen (0/1-h- bzw. 0/2-h) des hochsensitiven kardialen Troponins als diagnostischer Standard. Andere Biomarker werden zur Diagnose eines ACS nach ESC-Leitlinie nicht empfohlen, es sein denn, hs-cTn ist nicht verfügbar.
siehe auch: Labordiagnostik beim Herzinfarkt
Spezielle Einsatzsituationen
In Einzelfällen kann CK-MB ergänzend bestimmt werden, z.B. bei terminaler Niereninsuffizienz mit chronischer Troponinerhöhung oder zur Reinfarkt-Diagnostik. Auch für Verlaufskontrollen nach Revaskularisation ist der Parameter geeignet. Der Zusatznutzen über Troponin hinaus ist jedoch meist begrenzt.
Klassische Interpretation
Neben dem absoluten CK-MB-Wert wurde früher häufig der prozentuale Anteil an der Gesamt-CK beurteilt. Ein Anteil von über etwa 6 % spricht eher für eine kardiale Ursache, ist jedoch nicht beweisend, da auch andere Einflussfaktoren zu einer Erhöhung führen können.
Material
Untersuchungsmaterial ist in der Regel Serum oder Plasma. Die genauen Anforderungen richten sich nach dem verwendeten Laborverfahren.
Messverfahren
Je nach Labor werden Aktivitätsmessungen (U/l) oder Konzentrationsmessungen (ng/ml) eingesetzt. Die Ergebnisse können durch verschiedene Störfaktoren beeinflusst werden, darunter Makro-CK, heterophile Antikörper, starke Hämolyse oder sehr hohe Gesamt-CK-Werte.
Referenzbereich
Die Referenzbereiche sind methoden- und laborabhängig. Häufig werden für Aktivitätsmessungen bei 37 °C Werte unter etwa 25 U/l als normal angegeben. Der CK-MB-Anteil an der Gesamt-CK liegt physiologisch bei wenigen Prozent. Maßgeblich ist stets der vom jeweiligen Labor angegebene Referenzbereich.
Einschränkungen
Eine CK-MB-Erhöhung kann auch bei nicht-kardialen Ursachen auftreten, u. a. bei:
- Skelettmuskelschädigungen (Trauma, Myopathien, starke körperliche Belastung)
- Niereninsuffizienz (Kontext-/Interferenzfaktor; labor- und assayabhängig)
- Verbrennungen oder Krampfanfällen
- methodischen Interferenzen (z.B. Makro-CK Typ I oder II)
Auch kardiale Nicht-Infarkt-Ursachen wie Myokarditis, Herzinsuffizienz, Tachyarrhythmien, Kardioversion, Herzoperationen oder andere Myokardschädigungen können zu CK-MB-Erhöhungen führen.
Literatur
- Byrne et al. 2023 ESC Guidelines for the management of acute coronary syndromes. Eur Heart J. 2023;44(38):3720–3826.
- Kurapati und Zubair. Creatine Kinase MB: Diagnostic Utility and Limitations. Updated 2023 Apr 7. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan.