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Ewing-Sarkom

nach dem US-amerikanischen Pathologen James Ewing (1866-1943)
Englisch: Ewing's sarcoma

1 Definition

Das Ewing-Sarkom ist ein hochmaligner Knochentumor des Kindes- und Jugendalters. Am häufigsten entsteht es in der Markhöhle großer Röhrenknochen, seltener sind kurze und flache Knochen betroffen.

2 Epidemiologie

Betroffen sind in erster Linie Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr. Bei Kindern und jungen Erwachsenen ist das Ewing-Sarkom der zweithäufigste maligne Knochentumor nach dem Osteosarkom. Jungen erkranken häufiger als Mädchen.

3 Lokalisation

Die häufigsten Primärlokalisationen sind:

  • Diaphyse langer Röhrenknochen in ca. 60% der Fälle
  • das Becken in ca. 18% der Fälle
  • die Rippen in ca. 8% der Fälle
  • seltener die Scapula und die Wirbelkörper

Der Befall der Rippen ist zwar nicht häufig, aber wenn vorhanden, dann charakteristisch für das Ewing-Sarkom.

Neben den ossären Manifestationen sind auch extraossäre Manifestationen möglich, aber eher selten. Hier liegt das mittlere Erkrankungsalter bei etwa 20 Jahren, Hauptcharakteristikum ist eine schmerzlose Schwellung.

4 Symptomatik

Das führende Symptom sind Entzündungszeichen an der betroffene Stelle:

In 25% der Fälle liegt bei Diagnosestellung bereits eine Metastasierung vor! Häufige Metastasierungsorte sind Lunge und Skelett, seltener Leber und Lymphknoten.

5 Diagnostik

Neben den typischen Laborveränderungen mit erhöhter Blutsenkungsgeschwindigkeit und Leukozytose sichert die Bildgebung die Diagnose:

Weitere diagnostische Maßnahmen sind:

5.1 Differentialdiagnose

Die wichtigste Differentialdiagnose ist die Osteomyelitis.

6 Therapie

Nach Sicherung der Diagnose durch die Biopsiegewinnung erfolgt eine präoperative Chemotherapie mit Ifosfamid, Doxorubicin, Vincristin und Etoposid, die zur Verringerung der Tumormasse führt. Im Anschluss erfolgt bei den Patienten eine radikale Resektion des tumorbefallenen Knochens. Während des Eingriffs wird das histologische Ansprechen auf die Chemotherapeutika beurteilt:

  • Eine Resttumormasse mit weniger als 10% lebender Tumorzellen wird als ein gutes Ansprechen der Chemotherapie gewertet. Nach der Operation folgt ein weiterer Block Chemotherapie mit Vincristin, Actinomycin D und Cyclophosphamid und anschließend sieben weitere Blöcke mit Vincristin, Actinomycin D und Ifosfamid in dreiwöchentlichen Abständen.
  • Bei einer Resttumormasse mit mehr als 10% lebender Tumorzellen geht man von einem schlechen Ansprechen der Chemotherapie aus. Es erfolgt eine Randomisierung zwischen acht Blöcken Actinomycin D, Vincristin und Ifosfamid auf der einen Seite und einmalig Vincristin, Ifosfamid und Actinomycin D mit einer Hochdosischemotherapie (Melphalan, Busulfan) samt autologer Stammzelltransplantantion auf der anderen Seite.

Bei nichtoperablen Tumoren die zu Kompressionssymptomen führen, wird das betroffene Tumorgebiet bestrahlt.

7 Prognose

Die 5-Jahres-Überlebensrate schwankt - je nach Lokalisation - zwischen 40 % (Beckenknochen) und 60-70 % (Extremitätenknochen). Die Prognose ist schlechter, wenn bei Diagnosestellung bereits Metastasen vorliegen.

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