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Rippe

Synonym: Costa
Englisch: rib

1 Definition

Als Rippen bezeichnet man die paarigen, gebogenen, stabförmigen Knochen, die dorsalseitig an der Brustwirbelsäule entspringen. Sie bilden zusammen mit der Brustwirbelsäule und dem Sternum den knöchernen Brustkorb (Thorax).

2 Anatomie

Die Anzahl der Rippen entspricht der Anzahl der Brustwirbel. Der Mensch verfügt insgesamt über 12 Rippenpaare. Jede Rippe besteht aus dem eigentlichen Rippenknochen (Os costale) und einem daran anschließenden Knorpelabschnitt, dem Rippenknorpel (Cartilago costalis). Der Raum zwischen zwei aufeinander folgenden Rippen wird als Interkostalraum oder Zwischenrippenraum bezeichnet. Dieser Raum wird zum Teil von der Interkostalmuskulatur ausgefüllt. Die gelenkigen Verbindungen zwischen den Knorpeln der 6. bis 10. Rippe werden als Articulationes interchondrales bezeichnet.

2.1 Einteilung

Die erste Rippe liegt zwischen dem letzten Halswirbel (C7) und dem ersten Brustwirbel (Th1). Beim Menschen sind die oberen 7 Rippen ventral über den Rippenknorpel direkt mit dem Sternum (Brustbein) verbunden. Diese Rippen werden auch als "wahre" oder sternale Rippen (Costae verae) bezeichnet. Die Rippen 8 bis 12 setzen am knorpeligen Rippenbogen (Arcus costalis) an, man nennt sie "falsche" oder asternale Rippen (Costae spuriae). Die letzten beiden Rippen sind nur rudimentär angelegt und enden frei in der Bauchwand als sogenannte "Fleischrippen" (Costae fluctuantes).

 Rippe  Lateinischer Name  Deutscher Name
 1 bis 7 Costae verae Wahre Rippen
 8 bis 12 Costae spuriae Falsche Rippen
  Costae affixae (8, 9, 10) Befestigte Rippen
Costae fluctuantes (11, 12) Fluktuierende (freie) Rippen

2.2 Gemeinsame Merkmale

Die Rippen lassen sich jeweils in folgende Abschnitte unterteilen:

Über die Rippenköpfchen stehen die Rippen gelenkig mit der Wirbelsäule in Verbindung. Jede Rippe berührt dabei zwei aufeinander folgende Wirbel. Die Gelenkfläche des Rippenköpfchens (Facies articularis capitis costae) ist daher zweigeteilt.

Am Rippenhals befindet sich der Rippenhöcker (Tuberculum costae), der über eine kleine Gelenkfläche (Facies articularis tuberculi costae) mit dem Querfortsatz des Brustwirbels auf gleicher Höhe artikuliert. Unweit vom Rippenhals befindet sich der Angulus costae (Rippenwinkel). Der flache Rippenkörper weist eine konvexe Außenfläche (Facies externa) und eine konkave Innenfläche (Facies interna) auf.

Am Unterrand verlaufen die Interkostalnerven und die zugehörigen Blutgefäße in einer Knochenfurche, dem Sulcus costae.

2.3 Besonderheiten

Name Lateinisch Merkmale
1. Rippe Costa I (prima) Costa vera, kürzeste Rippe, am stärksten gekrümmt, Sulci durch Nachbarstrukturen, Ansatz des Musculus scalenus anterior und des Musculus scalenus medius, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars superior)
2. Rippe Costa II (seconda) Costa vera, stark gekrümmt, länger als 1.Rippe, Ansatz des Musculus scalenus posterior, gel. auch des Musculus scalenus medius, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars superior, Pars intermedia)
3. Rippe Costa III (tertia) Costa vera, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars intermedia), gel. auch Ansatz des Musculus scalenus posterior
4. Rippe Costa IV (quarta) Costa vera, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars inferior)
5. Rippe Costa V (quinta) Costa vera, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars inferior)
6. Rippe Costa VI (sexta) Costa vera, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars inferior)
7. Rippe Costa VII (septima) Costa vera, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars inferior)
8. Rippe Costa VIII (octava) Costa spuria, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars inferior)
9. Rippe Costa IX (nona) Costa spuria, Ursprung des Musculus serratus anterior (Pars inferior), liegt vorne auf der Addison-Ebene
10. Rippe Costa X (decima) Costa spuria
11. Rippe Costa XI (undecima) Costa spuria, endet frei
12. Rippe Costa XII (duodecima) Costa spuria, endet frei

2.4 Varianten

Als anatomische Fehlbildungen bzw. Normvarianten der Rippen kommen vor:

3 Klinik

Die Rippen sind bei Unfällen aufgrund ihrer Form und exponierten Lage verletzungsanfällig. Die Rippenprellung und die Rippenfraktur sind deshalb in der Unfallchirurgie relativ häufige Krankheitsbilder.

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Fachgebiete: Leibeswand

Diese Seite wurde zuletzt am 23. April 2022 um 14:24 Uhr bearbeitet.

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