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Musculus serratus anterior

Synonyme: vorderer Sägemuskel, vorderer Sägezahnmuskel, Musculus serratus lateralis (veraltet)
Englisch: anterior serratus muscle

1 Definition

Der Musculus serratus anterior gehört zu den äußeren Brustmuskeln, die den ventralen Schultergürtel mit dem Rumpf verbinden.

2 Anatomie

Der Musculus serratus anterior hat seinen Ursprung an den oberen acht oder neun Rippen und setzt an der medialen Seite des Schulterblatts an. Er besteht aus drei verschiedenen Anteilen, die sich in ihrer Funktion unterscheiden und zum Teil antagonistisch wirken:

  • Die Pars superior entspringt an der 1.-2. Rippe und setzt am Angulus superior der Scapula an. Die Pars superior hebt die Schulter, was man auch als Elevation oder Kranialduktion der Scapula bezeichnet.
  • Die Pars intermedia hat ihren Ursprung an der 2.-3. Rippe und zieht zum medialen Rand der Scapula. Sie bildet den größten Anteil des Musculus serratus anterior und zieht gemeinsam mit der Pars superior die Scapula nach ventral. Sie wird auch Pars divergens genannt.
  • Die Pars inferior oder Pars convergens entspringt an der 4.-9. Rippe und setzt am Margo medialis und am Angulus inferior der Scapula an. Dieser Muskelteil ist bei Athleten meist deutlich durch die Haut sichtbar. Die Pars inferior schwenkt den Angulus inferior nach lateral und ermöglicht damit eine Elevation des Arms.

Mit den alternierenden Zacken des Musculus obliquus externus abdominis bildet der Musculus serratus anterior die Gerdy-Linie.

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3 Topografie

Der Musculus serratus anterior bildet die mediale Wand der Achselhöhle. Seine ventralen Muskelteile werden teilweise vom Musculus pectoralis minor überdeckt. Dorsal liegt er unterhalb des Musculus subscapularis.

4 Innervation

Die Innervation des Musculus serratus anterior erfolgt durch den Nervus thoracicus longus aus der Pars supraclavicularis des Plexus brachialis (Segmente: C5-C7).

5 Gefäßversorgung

Der Musculus serratus anterior erhält mehrere Rami musculares der Arteria thoracodorsalis sowie Muskeläste der Arteria thoracica superior ‎und der Arteria thoracica lateralis.

6 Funktion

Der Musculus serratus anterior fixiert die Scapula am Rumpf und zieht sie nach ventral um den Thorax herum. Das erleichtert die Rotation der Scapula um den Rumpf und ist eine wichtige Voraussetzung für die Anteversion des Arms. Die Pars inferior allein zieht das kaudale Ende der Scapula nach lateral und vorne und rotiert das Schulterblatt dadurch, was die Elevation des Armes unterstützt. Die Pars superior hilft hingegen bei der Rückführung des Arms aus der Elevation.

Bei aufgestützten Armen unterstützt der Muskel als Atemhilfsmuskel die Inspiration. Alle drei Anteile des Muskels fixieren im Zusammenspiel mit den Musculi rhomboidei die Scapula am Thorax. Die Musculi rhomboidei verhalten sich in diesem Fall synergistsch, obwohl ihre Zugrichtung antagonistisch zum Musculus serratus anterior läuft.

Der Musculus serratus anterior wird auch als "Boxermuskel" bezeichnet, weil er beim Punch - also der schnellen Bewegung des Armes nach vorne - das Schulterblatt nach vorne zieht und dadurch die Schlagkraft des Arms deutlich verstärkt.

7 Besonderheit

Der Muskel ist aufgrund seiner charakteristischen Form bei Trainierten gut unter der Haut der seitlichen Thoraxwand sichtbar.

8 Klinik

Bei einer Lähmung des Musculus serratus anterior, insbesondere durch eine Druckschädigung des Nervus thoracicus longus, ist eine Elevation des Arms nicht mehr möglich. Zudem kann die Scapula auf der betroffenen Seite flügelförmig abstehen (Scapula alata).

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Fachgebiete: Leibeswand

Diese Seite wurde zuletzt am 15. April 2022 um 21:26 Uhr bearbeitet.

Ja, das steht so in manchen Büchern. Ich hab es mal ergänzt. Die Frage ist nur, wie relevant das ist. Denn bei der Rückführung des Arms aus der Elevation ist doch wahrscheinlich die gute alte Gravitationskraft der entscheidende Faktor - es sei denn du bewegst dich in einem Gelatinebad.
#2 am 14.02.2020 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Ist der Pars superior nicht für die Rückführung des elevierten Arms zuständig?
#1 am 10.02.2020 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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