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Plasmodium (Parasitologie)

(Weitergeleitet von Plasmodien)

Englisch: plasmodium

1 Definition

Plasmodien sind eine Gattung einzelliger Eukaryoten, die zum Phylum Apicomplexa zählen. Es handelt sich um obligate Parasiten, die blutsaugende Insekten als Vektoren nutzen. Zurzeit (2021) sind über 200 verschiedene Arten bekannt, die Säugetiere, aber auch Reptilien und Vögel als Wirte infizieren.

2 Systematik

3 Entwicklung

Charakteristisch für die Plasmodien ist der Wechsel zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung (Generationswechsel), der gleichzeitig mit einem Wirtswechsel verbunden ist. Folgende Phasen der Entwicklung werden unterschieden:

3.1 Ungeschlechtlicher Zyklus im Wirt

Diesen Teil des Zyklus bezeichnet man auch als Schizogonie. Durch den Stich der Mücke werden die Plasmodien in Form von Sporozoiten übertragen und dringen in das Lebergewebe ein. Sie entwickeln sich innerhalb von Hepatozyten zu Schizonten und zerfallen später zu Merozoiten. Die Merozoiten treten aus dem Lebergewebe in das Blut über und befallen die Erythrozyten. In den Erythrozyten werden über einen Zwischenschritt, den Blutschizonten, neue Merozoiten gebildet.

3.2 Geschlechtlicher Zyklus im Insekt

Ein Teil der Merozoiten wächst nicht zu Schizonten heran, sondern differenziert sich zu Mikro- und Makrogametozyten. Diese Gamonten werden bei einem erneuten Stich vom Menschen auf das Insekt übertragen und entwickeln sich im Darm zu reifen Gameten, die miteinander verschmelzen. Diesen Prozess nennt man Gamogonie. Die entstandene Zygote dringt in die Darmwand ein und bildet hier eine Oozyste.

3.3 Ungeschlechtlicher Zyklus im Insekt

Im Rahmen der anschließenden Sporogonie wächst die Oozyste unter starker Vermehrung heran und durch ständige Teilungen entstehen bis zu 10.000 Sporozoiten. Die Oozysten platzen und die Sporozoiten gelangen in die Speicheldrüse des Vektors. Durch einen Stich kann nun eine erneute Infektion eines Wirtes ausgelöst werden.

4 Humanpathogene Arten

Nach der Periodik der Fieberanfälle werden 5 humanpathogene Unterarten der Plasmodien unterschieden:

5 Malaria

Plasmodien werden von der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen und gelten als Erreger der Malaria. Sie siedeln sich in Erythrozyten an und ernähren sich dort vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin, welches zu Hämozoin umgewandelt wird und als schwarz-braunes Pigment in den befallenen Erythrozyten zu erkennen ist. Die befallenen Erythrozyten zerfallen, die Abbauprodukte des Hämoglobins werden frei und lösen als toxische Substanzen (Pyrogene) beim Wirt Fieberanfälle aus.

Fachgebiete: Parasitologie

Diese Seite wurde zuletzt am 12. April 2021 um 18:26 Uhr bearbeitet.

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