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Malaria quartana

1 Definition

Die Malaria quartana ist eine Erkrankung aus dem Kreise der Malaria-Infektionen. Ebenso wie bei der Malaria tertiana handelt es sich hierbei um eine benigne (gutartige) Form der Malariaerkrankung. Allerdings weißt sie – im Gegensatz zur Tertiana-Form durchaus organschädigende Eigenschaften auf: Zentrales Merkmal der Malaria quartana ist die Ausbildung eines nephrotischen Syndroms. Besonders an dieser Art sind zum einen die sehr lange Inkubationszeit und zum anderen die extrem lange Periode, in der es zu Rezidiven kommen kann. In extremen Fällen wurden 50 Jahre nach der Primärinfektion noch Rezidive der Malaria quartana beobachtet.

2 Erreger

Der Erreger der Malaria quartana ist die mit dem Malaria-tropica-Erreger verwandte Protozoenart Plasmodium malariae.

3 Inkubationszeit

Wie erwähnt ist die Inkubationszeit hier besonders lang. Mit 15 bis über 50 Tagen übersteigt sie in dieser Hinsicht alle anderen Arten der Malaria.

4 Symptome

4.1 Fiebersymptomatik

Ähnlich dem Verlauf der Malaria tertiana kommt es auch bei der Malaria quartana zunächst zu einer sehr unspezifischen Prodromalphase. Wenige Tage nach Ausklingen dieser Phase kommt es zu der charakteristischen Vier-Tages-Rhythmik des Fiebers:

  • 1. Tag mit Fieber
  • 2. und 3. Tag ohne Fieber
  • 4. Tag wieder mit Fieber

Der Ablauf der einzelnen Fieberschübe sieht in der Regel wie Folgt aus:

  • Frostphase: Diese Phase dauert rund 1 Stunde. Der Patient leidet unter mitunter extrem starkem Schüttelfrost. Er empfindet seine Umgebung als sehr kalt und frostig, während die Körpertemperatur in diesem Stadium steil ansteigt.
  • Hitzephase: Die Hitzephase dauert um die 4 Stunden und es kommt zunächst zu einem quälenden Brennen auf der Haut. Dazu kommt eine starke Übelkeit, Abgeschlagenheit und Erbrechen. Es werden Körpertemperaturen von über 40 °C erreicht, wobei es zu keinen Schweißausbrüchen kommt.
  • Schweißphase: Bei dieser ca. 3 Stunden dauernden Phase kommt es zu starken Schweißausbrüchen, während die Temperatur wieder auf ein normales Maß sinkt und der Patient sich erholt.

Damit entspricht die Symptomatik von den einzelnen Fieberschüben her exakt der der Malaria tertiana. Lediglich ein fieberfreier Tag mehr liegt zwischen den Tagen mit Fieber.

4.2 Nephrotisches Syndrom

In den meisten Fällen einer Erkrankung kommt es zu einer mitunter schweren Beteiligung der Nieren (nephrotisches Syndrom). Man nennt diese Art der Nierenerkrankung Malarianephrose. Folgende Krankheitsanzeichen zeigen eine Nierenbeteiligung im Rahmen dieser Malariaerkrankung an:

  • stark erhöhter Cholesterinanteil im Serum
  • niedriger Spiegel an dem Serumeiweiß Albumin (beteiligt an Wasserregulation)
  • die Ausbildung von ödematösen Wasseransammlungen in bindegewebigen Strukturen, sowie in der Bauchhöhle

5 Diagnose

  • mikroskopische Analyse von Blutausstrichen
  • Giemsa-Färbung zur Identifizierung von Plasmodien
  • Analyse der Leukozyten- und Parasitenzahl
  • immunologisch und molekularbiologisch gestützte Diagnose durch den Nachweis von parasitenspezifischen Antigene
  • Polymerasekettenreaktion

6 Prophylaxe

  • Vermeidung von Reisen in Malaria-Hochrisikogebiete
  • Insektenschutz
  • Mitführen von Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe)
  • Impfung: Ein spezifischer Impfstoff gegen die Malaria existiert noch nicht

7 Therapie

Das Mittel der Wahl bei Malaria quartana ist Chloroquin. Da Plasmodium malariae keine Hypnozoiten bildet, ist eine Anschlussbehandlung mit Primaquin nicht erforderlich. Chloroquin wird nach folgendem Schema verabreicht:[1]

Zeit (h) Dosierung (mg/kgKG)
0 10
6 5
24 5
48 5

8 Quellen

  1. S1-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Malaria Version Juli 2016; Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG)

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