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Temporallappenepilepsie

Abk.: TLE
Synonym: Schläfenlappenepilepsie
Englisch: temporal lobe epilepsy

1 Definition

Die Temporallappenepilepsie ist eine zu den Epilepsie-Syndromen zählende partielle Form der Epilepsie, deren Fokus im Schläfenlappen lokalisiert ist.

ICD-Code 40.2

2 Epidemiologie

Die Temporallappenepilepsie ist die häufigste Epilepsieform des Kindes- und Erwachsenenalters mit Erstmanifestation zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr.

3 Formen

In Abhängigkeit der Fokuslokalisation gilt die Unterscheidung zwischen mesialer und lateraler TLE.

3.1 Mesiale Temporallappenepilepsie

Die mesiale Temporallappenepilepsie (mTLE) ist die häufigste Form der Schläfenlappenepilepsien. Der epileptische Fokus liegt im Hippocampus oder hippocampusnahen Arealen (Area entorhinalis, Amygdala).

3.2 Laterale Temporallappenepilepsie

Der Fokus der lateralen oder neokortikalen TLE (lTLE/nTLE) ist im temporalen Neocortex lokalisiert.

4 Ätiologie

Kryptogene Formen sind ebenso häufig wie hirnorganische Läsionen in Folge

5 Klinik

Prodromale Beschwerden mit zeitlicher Verzögerung zur Erstmanifestation (bis zu mehreren Jahren) der Anfälle können Fieberkrämpfe und epileptische Status im Kindesalter sein. Eine Kausalität ist bisher nicht nachgewiesen.

Die Anfallscharakteristik ist individuell unterschiedlich und äußert sich in einfach oder komplex partiellen Anfällen, die zu sekundär tonisch-klonischen Krampfanfällen (Grand mal) degenerieren können. Typischerweise treten Auren in Begleitung partieller Anfälle mit motorischen Automatismen (komplexe Bewegungsabläufe) auf. Kinder mit TLE weisen häufig psychomotorische Entwicklungsstörungen mit Verhaltensauffälligkiet und Intelligenzminderung auf.

6 Diagnostik

Im EEG zeigen sich epilepsietypische uni- oder bitemporale Krampfpotentiale (Spikes, Sharp-waves). Die Ursachenabklärung erfolgt durch bildgebende Verfahren (MRT, CCT).

7 Therapie

Die Therapie der Schläfenlappenepilepsie ist schwierig. 70% der Erkrankungsfälle zeigen eine ausgeprägte Pharmakoresistenz gegenüber Antikonvulsiva.

7.1 Medikamentöse Therapie

Medikamentöse Behandlungsversuche können mit Valproat, Carbamazepin oder Phenytoin unternommen werden.

7.2 Operative Therapie

Als alternative Therapieoption kann in Abhängigkeit der Fokuslokalisation eine neurochirurgische Herdentfernung durch vordere Temporallappenresektion oder selektive Amygdala-Hippokampektomie erwogen werden. Die Prognose der operativen Therapie ist gut, Anfallsminderungen oder eine komplette Anfallsfreiheit sind möglich.

8 Prognose

Ca. 80 % der Patienten werden mit der medikamentösen Therapie anfallsfrei.

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