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2019-nCoV

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Respekt für Li Wenliang (李文亮) † 7.2.2020

Synonyme: 2019-novel Coronavirus, Wuhan-Coronavirus
Englisch: 2019 novel coronavirus, 2019-nCoV, Wuhan coronavirus

1 Definition

2019-nCoV bzw. nCoV ist ein im Jahr 2019 neu entdecktes Coronavirus, das zur Linie B der Betacoronaviren gehört. Es handelt sich um ein behülltes (+)ssRNA-Virus.

2 Systematik

3 Nomenklatur

2019-nCoV gilt nach Aussage der WHO als vorläufige Virusbezeichnung. Der Namensbestandteil "novel" ist nur aktuell zutreffend. Weitere Virusbezeichungen sind "WH-Human-1 coronavirus" (WHCV) und "Wuhan seafood market pneumonia virus". Ein Namensvorschlag in Anlehnung an MERS-CoV ist "Wuhan respiratory syndrome coronavirus", kurz "WRS-CoV". Bis jetzt hat sich keine dieser Alternativbezeichnungen durchgesetzt.

4 Epidemiologie

Das Virus trat Ende 2019 zuerst in Wuhan (China) auf und verbreitete sich in den Folgewochen rasch in China (Peking, Shanghai, Hong Kong, Guangdong Provinz) sowie im übrigen asiatischen Raum mit Fällen in Bangkok, Tokyo, Südkorea, Vietnam, Taiwan und Singapur. Als Ausgangsquelle der Infektion wurde zunächst der Fischmarkt in Wuhan identifiziert. Es wird jedoch diskutiert, dass die Infektion in den Markt hineingetragen wurde, da der erste dokumentierte Infektionsfall am 1.12.2019 keinen Kontakt zum Fischmarkt hatte.[1]

Am 23.1.2020 wurden für den Bezirk Wuhan Quarantänemaßnahmen ausgerufen, darunter weitreichende Reisesperren. Diese Maßnahmen wurden in den Folgetagen umfangreich erweitert und umfassten u.a. das Schließen von öffentlichen Einrichtungen und Produktionsstätten sowie Ausgangssperren.

Am 30.1.2020 rief die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand aus ("Public Health Emergency of International Concern").[2]

Die folgenden Tabellen führen nur gemeldete Fälle auf. Die Gesamtzahl der Infizierten kann deutlich höher liegen. Schätzungen gehen etwa von einem Verhältnis von 1:10 aus. Einige Autoren berechneten auf der Grundlage epidemiologischer Daten, dass bereits am 25.1.2020 die Gesamtzahl der Infizierten in Wuhan bei etwa 75.000 Individuen lag.[3]

4.1 Erkrankungsentwicklung in China

Datum Bestätigte Erkrankungen (Virusnachweis) Todesfälle
20.1.2020 312 6
21.1.2020 440 9
22.1.2020 > 600 17
23.1.2020 > 850 26
24.1.2020 > 1.400 41
25.1.2020 > 2.000 56
26.1.2020 > 2.800 81
27.1.2020 > 4.000 106
28.1.2020 > 5.900 131
29.1.2020 > 7.800 171
30.1.2020 > 9.900 213
31.1.2020 > 11.900 259
1.2.2020 > 14.300 304
2.2.2020 > 17.200 361
3.2.2020 > 20.400 425
4.2.2020 > 24.300 491
5.2.2020 > 28.000 563
6.2.2020 > 31.200 637
7.2.2020 > 34.500 722
8.2.2020 > 37.200 812
9.2.2020 > 40.100 909
10.2.2020 > 42.600 1017

Anmerkung: Diese Zahlenangaben haben nur einen approximativen Charakter, da Meldeprozesse verzögert oder fehlerhaft sein können. Aufgrund der Ressourcensituation in Infektionsbrennpunkten wird wahrscheinlich nur ein Teil der Patienten getestet.[4] Deshalb wurden die Werte für die Anzahl der Erkrankungen gerundet und als unterer Minimalwert angesetzt. Aufgrund der verschiedenen Zeitzonen können Werte unterschiedlicher Quellen voneinander abweichen. Seit dem 7.2.2020 wurden von den chinesischen Behörden nur noch Fälle gemeldet, bei denen bei positivem Virusnachweis auch Symptome vorlagen. Positiv getestete Fälle ohne Symptome finden von da ab keinen Eingang in die Statistik.

4.2 Erkrankungsentwicklung außerhalb Chinas

Am 24.1.2020 wurden erstmals 3 Krankheitsfälle in Europa (Frankreich) dokumentiert.

Datum Bestätigte Erkrankungen (Virusnachweis) Todesfälle
24.1.2020 > 20 0
25.1.2020 > 40 0
26.1.2020 > 50 0
27.1.2020 > 70 0
28.1.2020 > 80 0
29.1.2020 > 100 0
30.1.2020 > 120 0
31.1.2020 > 150 0
1.2.2020 > 170 1
2.2.2020 > 180 1
3.2.2020 > 190 1
4.2.2020 > 220 1
5.2.2020 > 260 1
6.2.2020 > 320 1
7.2.2020 > 340 1
8.2.2020 > 370 1
9.2.2020 > 380 1
10.2.2020 > 420 1

4.3 Erkrankungsentwicklung in Deutschland

Am 28.1.2020 wurde das Virus erstmals in Deutschland (Bayern) bei einer Person nachgewiesen.

Datum Bestätigte Erkrankungen (Virusnachweis) Todesfälle
28.1.2020 4 0
30.1.2020 5 0
31.1.2020 7 0
1.2.2020 8 0
2.2.2020 10 0
3.2.2020 12 0
4.2.2020 12 0
5.2.2020 12 0
6.2.2020 13 0
7.2.2020 14 0
8.2.2020 14 0
9.2.2020 14 0
10.2.2020 14 0

5 Genetik

Das Virusgenom von 2019-nCoV wurde erstmalig am 13.1.2020 vollständig sequenziert. Es umfasst rund 30 kbp und kodiert mehrere Proteine, die als Open-Reading-Frame-Proteine (ORF), Nichtstrukturproteine (NSP) und Strukturproteine (S, E, M, N) gelabelt werden:[5][6][7]

Am 5'- bzw. 3'-Ende des Genoms befinden sich jeweils kurze, untranslatierte Bereiche. Die genetische Varianz von 2019-nCoV ist im Vergleich zu anderen RNA-Viren relativ gering, da Coronaviren wegen ihres größeren umd komplexen Genoms sehr wahrscheinlich über eine Transkriptionsfehlerkorrektur verfügen.[8]

6 Herkunft

2019-nCoV zeigt phylogenetisch eine große Ähnlichkeit zu mehreren Coronavirus-Stämmen, die in China aus Fledermäusen isoliert wurden. Dazu zählen bat-SL-CoVZC45, bat-SL-CoVZXC­21 und BatCoV RaTG13, das eine mehr als 96%ige genomische Ähnlichkeit aufweist.[9][10] Damit gilt es als wahrscheinlich, dass das Virus aus dieser Wirtstierpopulation stammt. Allerdings wird kein direkter Übergang, sondern ein noch nicht identifizierter Zwischenwirt angenommen. Als mögliche Kandidaten kommen Schuppentiere (Pangoline) in Frage. Coronaviren, die aus Schuppentieren isoliert wurden, zeigen eine 99%ige genomische Ähnlichkeit mit dem menschlichen Erreger.[11]

Aufgrund bestimmter genetischer Merkmale, insbesondere der relativen synonymen Codonverwendung (RSCU), wurden auch Schlangen als primäre Wirtstiere diskutiert. Der Speziesübergang soll durch homologe Rekombination des Spike-Proteins S erfolgt sein.[12]

7 Morphologie

In der Elektronenmikroskopie stellen sich die Viruspartikel als rundliche Stukturen mit einem Durchmesser von 60 bis 140 nm dar. Es zeigt sich eine leichte Pleomorphie. Die Spikes des Virus ragen etwa 9 bis 12 nm aus der Virushülle hervor.[13] Sie bestehen aus zwei Untereinheiten: einem Verankerungselement S1 und einer homotrimeren S2-Einheit aus Glykoproteinen, welche die rezeptorbindende Domäne (RBD) trägt. Ferner finden sich in der Virushülle weitere Proteinbestandteile wie ein M-Protein, ein E-Protein und ein Hämagglutininesterase-Dimer (HE).

Die spiralig aufgewundene RNA im Virusinneren ist von einem Nukleokapsid aus N-Protein umgeben.

8 Übertragung

Die Übertragung von 2019-nCoV erfolgt sowohl von Tier-zu-Mensch als auch von Mensch-zu-Mensch. Die Erreger können auf folgende Weise weitergegeben werden:

Ein fäkal-oraler Übertragungsweg kommt ebenfalls in Frage. Diese Annahme wird dadurch gestützt, dass sich 2019-nCoV im Stuhl von Infizierten nachweisen lässt.[15] Desweiteren wurde eine mögliche vertikale Virusübertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind beschrieben.[16]

9 Kontagiosität

2019-nCoV zeigt eine vergleichbare Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch wie das SARS-Coronavirus (SARS-CoV). Die Basisreproduktionszahl (R0) des Virus wurde zunächst zwischen 3 und 5, später zwischen 1,5 und 3,5 angegeben.[17][18] Ein Infizierter gibt die Erkrankung also im Durchschnitt an etwa 2 bis 3 Nicht-Infizierte weiter. Wie bei SARS sind Superspreader jenseits der Basisreproduktionszahl möglich.

Für das Andocken des Virus an menschliche Epithelzellen in den Atemwegen ist das Spike-Proteins S des Virus verantwortlich. 2019-nCoV bindet an die Exopeptidase ACE2 menschlicher Zellen. Strukturanalysen zeigen, dass diese Bindung schwächer ist als die Bindung des SARS-Coronavirus, das ebenfalls an dieses Protein bindet.[19]

10 Inkubationszeit

Die Inkubationszeit von der Infektion bis zum Eintreten der ersten Symptome beträgt im Mittel etwa 3 Tage[20], die Hospitalisation erfolgt dann meist nach weiteren 4-5 Tagen.[21] Die Inkubationszeit unterliegt jedoch großen interindividuellen Schwankungen, so dass ein Zeitraum von 2 bis 14 Tagen möglich ist.[22] In sehr seltenen Fällen soll die Inkubationszeit bis zu 24 Tagen betragen.[20]

Die Viren sollen bereits während der Inkubationszeit, d.h. vor Ausbruch der Symptome, weitergegeben werden können.[23] Ein eindeutiger Beleg dafür steht jedoch aus. Deutsche Berichte einer asymptomatischen Übertragung[24] erwiesen sich nach genauerer Überprüfung als falsch.[25]

11 Symptome

Der individuelle Verlauf der Erkrankung ist sehr unterschiedlich. Eine nCoV-Infektion kann mit minimalen Symptomen, moderat oder schwer verlaufen. Auch asymptomatische Fälle sind möglich.[26]

11.1 Onset

Eine 2019-nCoV-Infektion manifestiert sich anfangs durch unspezifische Allgemeinsymptome, die Ähnlichkeit mit einer Grippe haben. Dazu zählen:

Seltener auftretende Symptome sind Kopfschmerzen, Auswurf oder gastrointestinale Beschwerden (Nausea, Diarrhö, Erbrechen). Ältere oder immunsupprimierte Patienten können zusätzliche atypische Symptome aufweisen.

11.2 Fortgeschrittener Verlauf

Mit zunehmender Beteiligung des Lungenparenchyms kommt es zu einer Verschlechterung der Symptomatik mit Entwicklung einer Pneumonie. Eine Beteiligung der Pleura mit Pleuritis ist ebenfalls möglich. Zusätzliche Symptome sind dann:

In 17 bis 29% der hospitalisierten Fälle tritt ein akutes Lungenversagen (ARDS) auf. Weiterhin ist ein Nierenversagen möglich. Bei einem Teil der Patienten kommt es zu einem Zytokinsturm mit viraler Sepsis und septischem Schock. Rund 10% der Patienten entwickeln eine Sekundärinfektion.[27]

12 Letalität

Aufgrund der relativ kurzen Historie der Virusinfektion haben Aussagen zur Letalität zum jetzigen Zeitpunkt (02/2020) nur einen orientierenden Charakter. Bei einer Auswertung von 1.099 Erkrankungsfällen Anfang Februar 2020 lag die Letalität bei 1,36%.[20] Aus den epidemiologischen Zahlen lässt sich ein Wert von 2 bis 2,5 % ableiten. Die Letalität von 2019-nCoV ist damit geringer als die von SARS-CoV (ca. 10%) und MERS-CoV (20-40%).

In einzelnen Bevölkerungsgruppen (Senioren, immunsupprimierte Patienten) kann die Letalität deutlich höher liegen. Bei den Verstorbenen bestand in 20% der Fälle ein Diabetes mellitus, in 15% ein Hypertonus, in 15% eine kardiovaskuläre Erkrankung und in 2% eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung.[1]

13 Diagnostik

Eine spezifische Diagnostik muss erfolgen bei

  • Personen mit respiratorischen Symptomen - unabhängig von deren Schwere - und Kontakt mit einem bestätigten Fall mit 2019-nCoV
  • Personen mit erfülltem klinischen Bild und Aufenthalt in einem Risikogebiet

13.1 Direkter Virusnachweis

Der direkte Virusnachweis erfolgt durch Identifikation virustypischer Gensequenzen mit Hilfe der RT-PCR in verschiedenen Körperflüssigkeiten. Das Probenmaterial sollte sowohl aus den oberen (Nasopharynx-Abstrich, Oropharynx-Abstrich) als auch aus den unteren Atemwegen (Sputum, Trachealaspirat, BAL) entnommen werden. Dabei sind nach Vorgabe des Labors für die PCR geeignete Abstrichträger und spezielle Virustransportmedien zu verwenden.

Ein einmaliger negativer Virusnachweis schließt die Infektion nicht aus. Bei anhaltendem Verdacht und schwerem Verlauf werden mehrfache Tests empfohlen.[28]

13.2 Indirekter Virusnachweis

Ein indirekter Virusnachweis über die Bestimmung spezifischer n-CoV-Antikörper im Blutserum ist zur Zeit (02/2020) noch nicht verfügbar. An der Entwicklung entsprechender Testkits wird von mehreren Firmen gearbeitet.

13.3 Blutwerte

Im Blutbild findet sich bei etwa 2/3 der schwer erkrankten Patienten eine Leukopenie und Lymphopenie.[29] Die Entzündungsparameter (ESR, CRP) sind erhöht.

13.4 Bildgebung

Röntgenthorax, HRCT oder Lungenultraschall können zum Nachweis/Ausschluss einer Pneumonie eingesetzt werden. Im HRCT werden auch asymptomatische Patienten auffällig.[30] Typischerweise sind bei den Patienten Milchglastrübungen im Lungenparenchym nachzuweisen.

14 Kodierung

Eine Infektion mit 2019-nCoV wird wie folgt kodiert:

15 Therapie

Zur Zeit (2020) gibt es keine kausale Therapie für eine nCoV-Infektion, die eine umfangreiche klinische Prüfung durchlaufen hat. Die Therapie ist daher rein symptomatisch.

15.1 Standardtherapie

Die Therapie einer schweren nCoV-Infektion besteht zunächst aus:[31]

Bei schwerer respiratorischer Insuffizienz ist eine maschinelle Beatmung oder im Extremfall eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) notwendig. Im Falle einer Niereninsuffizienz kommen kontinuierliche Nierenersatzverfahren (CCRT) zum Einsatz.

15.2 Experimentelle Therapien

Experimentelle Therapieansätze könnten Interferone (z.B. Interferon-β1b) in Kombination mit Proteaseinhibitoren (z.B. Indinavir, Nelfinavir, Lopinavir/Ritonavir, Saquinavir) oder Nukleosidanaloga (z.B. Ribavirin) sein.[32][33] Diese Wirkstoffe wurden in der Vergangenheit off label episodisch gegen Coronavirus-Infektionen eingesetzt. Im Rahmen von In-Vitro-Testungen in Zellkulturen zeigte auch das Antimalariamittel Chloroquin eine signifikante antivirale Aktivität gegen 2019-nCoV.[34] Ferner kommen monoklonale Antikörper gegen Virusbestandteile in Frage. Verlässliche Erkenntnisse, die einen breiteren klinischen Einsatz dieser Therapien rechtfertigen würden, liegen zur Zeit nicht vor.

Testweise wird der Einsatz des in Tierexperimenten gegen Coronaviren wirksamen Breitband-Virostatikums Remdesivir bei kleinen Patientengruppen erwogen.[35] Am 2.2.2020 meldete eine thailändische Arbeitsgruppe die erfolgreiche Behandlung eines Patienten mit einer Kombination aus Oseltamivir und Lopinavir/Ritonavir.[36]

16 Prävention

16.1 Allgemeine Schutzmaßnahmen

Die allgemeine Infektionsprophylaxe umfasst die

  • Vermeidung des engen Kontakts mit Menschen, die Zeichen einer Atemwegsinfektion aufweisen; Abstand, wenn möglich > 1 Meter
  • Händewaschen bzw. Händedesinfektion: 2019-nCoV ist von einer Lipid-Doppelmembran umhüllt, die von Alkoholen wie Ethanol oder Propanol sowie von Detergenzien und Seifen zerstört werden kann.
  • Bei eigenen Erkältungssymptomen Mund und Nase bedecken (Gesichtsmaske) oder in ein Taschentuch husten oder schnäuzen.
  • Vermeidung von Berührungen des Gesichts, wenn die Hände nicht gewaschen sind.
  • Vermeidung der Berührung von "high-touch"-Oberflächen im öffentlichen Raum (z.B. Türgriffe)

16.2 Persönliche Schutzausrüstung

Zur Infektionsprophylaxe sollte medizinisches Personal, das nCoV-Verdachtsfälle behandelt, eine persönliche Schutzausrüstung (PPE) tragen, die Schutzbrillen, FFP3-Masken, Handschuhe und langärmlige Schutzkleidung umfassst.

16.3 Oberflächendesinfektion

Zur Oberflächendesinfektion gegen 2019-nCoV können Desinfektionsmittel eingesetzt werden, die als viruzid, begrenzt viruzid oder begrenzt viruzid plus ausgewiesen sind. Begrenzt viruzide Desinfektionsmittel sind gegen behüllte Viren ausreichend wirksam. Die Viren werden durch Einwirkung von Ethanol (62-71%), Wasserstoffperoxid (0,5%) oder Natriumhypochlorit (0,1%) innerhalb von 1 Minute inaktiviert. Andere Biozide wie Benzalkoniumchlorid (0,05-0.2%) oder Chlorhexidindigluconat (0,02%) sind weinger effektiv.[14]

17 Impfung

Eine Impfung gegen 2019-nCoV ist zum jetzigen Zeitpunkt (02/2020) nicht verfügbar. Eine Impfstoffentwicklung auf der Basis von RNA-Vakzinen oder anderen Technologien wurde bereits begonnen.[37] Ein erster Impfstoffkandidat ist INO-4800.[38]

18 Prognose

Die Prognose bei einer akuten Infektion mit dem Coronavirus ist überwiegend gut. In den meisten Fällen sind die Symptome moderat und klingen nach einigen Tagen wieder ab. Bei älteren Patienten kommt es hingegen gehäuft zu schweren Symptomen. Hierbei kann eine Verschlechterung bis hin zum Tod auftreten. Ebenso sind Patienten mit Vorerkrankungen häufig von einer schwereren Verlaufsform betroffen.

19 Meldepflicht

Für ungeklärte, wahrscheinliche und bestätigte Fälle von 2019-nCoV-Infektionen sowie für den Labornachweis besteht nach dem Infektionsschutzgesetz eine namentliche Meldepflicht.[39]

20 Weblinks

21 Quellen

  1. 1,0 1,1 Huang, C., Wang, Y., Li X. et al.: Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China. Lancet DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30183-5
  2. WHO Website, abgerufen am 30.1.2020
  3. Prof Joseph T Wu, PhD; Kathy Leung, PhD; Prof Gabriel M Leung, MD: Nowcasting and forecasting the potential domestic and international spread of the 2019-nCoV outbreak originating in Wuhan, China: a modelling study. The Lancet January 31, 2020 DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30260-9
  4. Amy Qin: Coronavirus Pummels Wuhan, a City Short of Supplies and Overwhelmed, New York Times, 2.2.2020, angerufen am 3.2.2020
  5. Wuhan seafood market pneumonia virus isolate Wuhan-Hu-1, complete genome; GenBank: MN908947.3
  6. Novel coronavirus complete genome from the Wuhan outbreak now available in GenBank. NCBI Insights, posted on 13. Januar 2020, abgerufen am 21. Januar 2020
  7. NCBI: 2019-nCoV Sequences (Wuhan coronavirus), abgerufen am 8.2.2020
  8. Everett Clinton Smith, Hervé Blanc, Marco Vignuzzi, Mark R. Denison: Coronaviruses Lacking Exoribonuclease Activity Are Susceptible to Lethal Mutagenesis: Evidence for Proofreading and Potential Therapeutics PLOS Pathogens 10(7): e1004342. doi:10.1371/journal.ppat.1004342, abgerufen am 30.1.2020
  9. Roujian Lu et al.: Genomic characterisation and epidemiology of 2019 novel coronavirus: implications for virus origins and receptor binding. January 30, 2020DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30251-8
  10. Peng Zhou Et al.: Discovery of a novel coronavirus associated with the recent pneumonia outbreak in humans and its potential bat origin. bioRxiv, abgerufen am 2.2.2020
  11. XinhuaNet: (2019-nCoV) Le pangolin pourrait être l'un des hôtes intermédiaires du nouveau coronavirus, publié le 2020-02-07 à 16:45, abgerufen am 7.2.2020
  12. Wei Ji et al.: Homologous recombination within the spike glycoprotein of the newly identified coronavirus 2019-nCoV may boost cross-species transmission from snake to human. Journal of Medical Virology doi: 10.1002/fut.22099.
  13. Na Zhu et al.: A Novel Coronavirus from Patients with Pneumonia in China, NEJM January 24, 2020 DOI: 10.1056/NEJMoa2001017, abgerufen am 31.1.2020
  14. 14,0 14,1 Kampf G, Steinmann E: Persistence of coronaviruses on inanimate surfaces and its inactivation with biocidal agents. Journal of Hospital Infection 6.2.2020, abgerufen am 8.2.2020
  15. Gale J: Coronavirus Lurking in Feces May Reveal Hidden Risk of Spread; Bloomberg News February 1, 2020, abgerufen am 2.2.2020
  16. Kashmira Gander: Fears Coronavirus could be contracted in the womb after day-old baby in Wuhan tests positive. Newsweek Health, 5.2.2020, abgerufen am 6.2.2020
  17. Shi Zhao et al.: Preliminary estimation of the basic reproduction number of novel coronavirus (2019-nCoV) in China, from 2019 to 2020: A data-driven analysis in the early phase of the outbreak. bioRxiv, abgerufen am 25.1.2020
  18. Imperial College London‌, Report 3: Transmissibility of 2019-nCoV, abgerufen am 26.1.2020
  19. Ning Dong, Xuemei Yang, Kaichao Chen, Edward Chan, Mengsu Yang, Sheng Chen: Genomic and protein structure modelling analysis depicts the origin and infectivity of 2019-nCoV, a new coronavirus which caused a pneumonia outbreak in Wuhan, China; doi: [1], abgerufen am 22.1.2020
  20. 20,0 20,1 20,2 Wei-jie Guan, Zheng-yi Ni, Yu Hu et al.: Clinical characteristics of 2019 novel coronavirus infection in China; medRxiv 9.2.2020 doi: https://doi.org/10.1101/2020.02.06.20020974, abgerufen am 10.2.2020
  21. Natsuko Imai, Ilaria Dorigatti, Anne Cori, Steven Riley, Neil M. Ferguson: Estimating the potential total number of novel Coronavirus (2019-nCoV) cases in Wuhan City, China, WHO Collaborating Centre for Infectious Disease Modelling; MRC Centre for Global Infectious Disease Analysis, J-IDEA, Imperial College London, UK, 17 January 2020 - Imperial College London‌
  22. European Center for Disease Prevention and Control: Rapid Risk Assessment. Outbreak of acute respiratory syndrome associated with a novel coronavirus, Wuhan, China; first update, 22 January 2020, abgerufen am 27.1.2020
  23. South China Morning Post: Coronavirus contagious even incubation stage, China's health authority says. Published 26.1.2020, updated 27.1.2020, abgerufen am 27.1.2020
  24. Rothe C. et al.: Transmission of 2019-nCoV Infection from an Asymptomatic Contact in Germany. NEJM January 30, 2020 DOI: 10.1056/NEJMc2001468
  25. Report of Asymptomatic Transmission of 2019-nCoV Inaccurate, The Scientist, 4.2.2020, abgerufen am 8.2.2020
  26. Camilla Rothe, Mirjam Schunk er al.: Transmission of 2019-nCoV Infection from an Asymptomatic Contact in Germany. NEJM January 30, 2020 DOI: 10.1056/NEJMc2001468
  27. CDC: Interim Clinical Guidance for Management of Patients with Confirmed 2019 Novel Coronavirus (2019-nCoV) Infection, updated 30.1.2020, angerufen am 1.2.2020
  28. WHO: Laboratory testing for 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) in suspected human cases, Interim guidance, 14 January 2020, abgerufen am 21.1.2020
  29. David S. Hui et al.: The continuing 2019-nCoV epidemic threat of novel coronaviruses to global health - The latest 2019 novel coronavirus outbreak in Wuhan, China; International Journal of Infectious Diseases 91 (2020) 264–266
  30. Chan, J., F.-W., Yuan, S., Tsoi, H.-W. et al.: A familial cluster of pneumonia associated with the 2019 novel coronavirus indicating person-to-person transmission: a study of a family cluster. Lancet DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30154-9
  31. WHO: Clinical management of severe acute respiratory infection when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected, Interim guidance, 12 January 2020, abgerufen am 21.1.2020
  32. Paules, C.I., Marston, H.D., Fauci, A.S.: Coronavirus Infections—More Than Just the Common Cold. JAMA. Published online January 23, 2020. doi:10.1001/jama.2020.0757
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  37. Baumann J: Coronavirus Vaccine Candidate Eyed for Human Trials by April, Bloomberg Law, Jan. 22, 2020, 8:28 PM; Updated: Jan. 22, 2020, abgerufen am 24.1.2020
  38. PR Newswire: Inovio Collaborating With Beijing Advaccine To Advance INO-4800 Vaccine Against New Coronavirus In China, abgerufen am 31.1.2020
  39. RKI: Falldefinition zur Fall­findung, Meldung und Über­mittlung: Respiratorische Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus (2019-nCoV), abgerufen am 25.1.2020

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Fachgebiete: Infektiologie, Virologie

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