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Nasenschleimhaut

Synonyme: Mucosa nasi, Mucosa nasalis
Englisch: nasal mucosa

1 Definition

Die Nasenschleimhaut ist eine dünne Gewebeschicht, welche - mit Ausnahme des Nasenvorhofs - die gesamte Nasenhöhle auskleidet.

2 Histologie

Man unterscheidet zwei Regionen der Nasenschleimhaut:

  • Regio respiratoria: Sie nimmt fast die gesamte Nasenhöhle ein und besteht aus einem respiratorischen Flimmerepithel.
  • Regio olfactoria: Sie befindet sich im oberen Nasengang (Meatus nasi superior) und besteht aus dem spezialisierten Sinnesepithel der Riechschleimhaut.

2.1 Regio respiratoria (Respiratorische Nasenschleimhaut)

Die respiratorische Nasenschleimhaut besteht aus 3 Gewebeschichten

Die Lamina propria der Nasenschleimhaut weist ein dichtes Netz von Blutkapillaren auf, das in einen oberflächlichen Venenplexus einmündet. Vor allem im Bereich der mittleren und unteren Nasenmuschel bildet dieser Plexus einen Schwellkörper über dessen Volumenveränderung der nasale Luftstrom modifiziert werden kann. In die Nasenschleimhaut eingestreut finden sich zahlreiche seromuköse Drüsen, die das Nasensekret bilden.

Sämtliche Zellen des Epithels gehen von der Basalmembran aus, in der Hauptsache erreichen jedoch nur Flimmer- und Becherzellen die freie Oberfläche. Die Regeneration erfolgt von den Basalzellen her. Chronische mechanische Störungen, auch durch Luftverwirbelungen, führen zur Umwandlung des Flimmerepithels in Plattenepithel. Eine Wiederherstellung der normalen Ziliarfunktion ist aber in allen Stadien der Störung durch Regeneration möglich.

2.2 Regio olfactoria (Riechschleimhaut)

Die Riechschleimhaut besteht ebenfalls aus 3 Gewebeschichten, unterscheidet sich aber in der obersten Lage von der respiratorischen Nasenschleimhaut.

Das Riechepithel besteht aus einer einzelnen Schicht Stützzellen, zwischen denen man so genannten Riechzellen findet. Dabei handelt es sich um primäre Neurone, deren Nervenzellfortsätze (Axone) in der Submukosa gebündelt werden. Die Fortsätze der Riechzellen schwimmen in einer Schleimschicht, die von den Bowman'schen Drüsen gebildet wird. Unterhalb der Stützzellen findet man Basalzellen. Sie sind das Stammzellreservoir der Riechzellen, die nach etwa 60 Tagen absterben und dann durch neue Zellen ersetzt werden müssen.

3 Physiologie

Die Zilienbewegung der respiratorischen Nasenschleimhaut dient der Reinhaltung und Infektabwehr. Nur durch den konstanten Flimmerschlag können die aus der Atemluft abgeschiedenen Partikel abtransportiert werden.

Der normale Schleimfilm ("Nasenschleim") ist geteilt in eine innere, dünnflüssige Solschicht, in der die Zilien schlagen und in ein äußere, diskontinuierliche Gelschicht, die durch den Zilienschlag transportiert wird. Getrennt werden beide Schichten durch ein Surfactant, das man als "Transportschicht" bezeichnen kann.

Die Überführung des Sekretes vom Sol in das Gel geschieht bei einem pH-Wert von 7,5 bis 7,6 durch die Einwirkung der Kohlensäure der Atemluft.[1] Eine optimale Viskosität des Sekretes wird bei einer relativen Umgebungsfeuchtigkeit von mehr als 80% und einer Temperatur von 35 °C erreicht.

Wichtigster Bestandteil des Schleims sind Muzine, die ihm seine viskoelastischen Eigenschaften verleihen. Es werden bislang 13 Muzine (MUC 1–13) unterschieden. Außer Muzinen kommt kleinen muzinassoziierten Molekülen, sog. Trefoilpeptiden, eine Bedeutung zu. Muzine spielen auch eine zentrale Rolle bei der Zelladhäsion, der Immunantwort, der Interaktion mit der umgebenden Mikroflora und bei zahlreichen Krankheiten.[2] Im Erkrankungsfall zielt jede Therapie auf die Wiederherstellung einer normalen Schleimhautfunktion.

4 Geschichte

Wegweisende Entdeckungen zur Physiologie der Nasenschleimhaut und der Nasennebenhöhlen gelangen Messerklinger in den 60er Jahren. Durch Beobachtungen der Zilienbewegung und des Sekrettransports an menschlichen Leichen und bei Nasennebenhöhlenoperationen konnte Messerklinger erstmals den Weg des normalen Sekrettransports beschreiben.

5 Quellen

  1. Messerklinger W.: Über die Drainage der menschlichen Nasennebenhöhlen unter normalen und pathologischen Bedingungen. Monatsschrift Ohrenheilkunde 1966;100:56–68.
  2. Paulsen F. HNO 2002/3: 209-216

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