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WHO

Synonym: Weltgesundheitsorganisation
Englisch: World Health Organisation

1 Definition

Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz des Generalsekretariates in Genf. Sie wurde am 07.04.1948 gegründet und soll die weltweiten Anstrengungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens lenken und koordinieren.

Derzeit (2018) gibt es 194 Mitgliedsstaaten. Aktueller Generaldirektor ist Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.

2 Struktur

Die WHO setzt sich aus verschiedenen Gremien zusammen:

  • Die Weltgesundheitsversammlung (WHA, World Health Assembly) ist das gesetzgebende Organ der WHO. Sie findet einmal jährlich in Genf statt.
  • Der Exekutivrat (EB, executive board) führt die WHO im Namen der WHA. Seine Aufgabe ist es, die auf der WHA getroffenen Entscheidungen umzusetzen. Er setzt sich aus 34 gewählten Mitgliedern zusammen und unterteilt sich in weitere Ausschüsse.

Des Weiteren gibt es 6 Regionalbüros mit Sitz in Europa (Kopenhagen), Asien (New Delhi), Naher Osten (Alexandria), Amerika (Washington), Südostasien (Manila) und Afrika (Brazzaville). Diese sind für die Umsetzung der Aufgaben auf regionaler Ebene zuständig.

3 Aufgaben und Ziele

Erklärtes Ziel der WHO ist es, allen Menschen den bestmöglichen Gesundheitszustand zu ermöglichen. Der Begriff Gesundheit wird dabei von der WHO sehr weit gefasst, nämlich als Zustand kompletten physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Zu den konkreten Aufgaben der WHO zählen u.a.:

Die vielfältigen Aufgaben werden von der WHO wie folgt kurz zusammengefasst:[1]

  • gesundheitliche Ziele: Förderung der Entwicklung und Förderung der Gesundheitssicherheit
  • strategische Bedürfnisse: Stärkung der Gesundheitssysteme und Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen
  • operative Ansätze: Ausweitung der Partnerschaften und Verbesserung der Leistung

4 Durchgeführte Aktionen

Bekannte Aktionen der WHO finden sich vor allem bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten:

  • Malaria: In den 1950er Jahren startete das "Global Eradication of Malaria Program". Nach anfänglichen Erfolgen wurden jedoch immer mehr Mücken und Plasmodien resistent gegen die verwendeten Mittel, sodass das Programm 1972 eingestellt wurde.
  • Gelbfieber: Die WHO hat eine Initiative gestartet, die Impfquote in den betroffenen Gebieten zu erhöhen. Des Weiteren stehen Notfallvorräte für einen Gelbfieber-Ausbruch zur Verfügung.
  • Pocken: Die ersten weltweiten Impfkampagnen gegen die Pocken wurden 1959 gestartet; 1967 rief die WHO die Kampagne zur Ausrottung der Pocken aus. In den 70er Jahren wurden die Pocken nach und nach ausgerottet, sodass die Krankheit im Mai 1980 für ausgerottet erklärt werden konnte.

5 Kritik

Häufig genannte Kritikpunkte an der WHO sind deren Finanzierung. Die Beiträge der Mitgliedsstaaten belaufen sich laut eigener Aussage auf etwa 50%, weitere 15% werden von den Vereinten Nationen und ähnlichen Organisationen gestellt[2] Die WHO ist deshalb auf andere Geldgeber und Spender angewiesen, die oft aus der Pharmabranche kommen, was zuweilen zu Kritik führt.[3]

Auch bei der Durchführung ihrer Programme wurde die WHO kritisiert: So wurde bei Auftreten der Schweinegrippe die Epidemiewarnstufe angehoben, woraufhin viele Regierungen Impfstoffe und Grippemittel bestellten. Die Krankheit verbreitete sich jedoch nicht so rasant wie angenommen, weshalb viele Medikamente nicht gebraucht wurden. Auch für das Krisenmanagement bei der Ebola-Epidemie 2013 wurde heftige Kritik geäußert, da die WHO nach Meinung vieler Experten zu langsam gehandelt habe.[3]

6 Externe Links

WHO-Website

7 Quellen

  1. Kurzvorstellung des Regionalbüros Europa, abgerufen am 07.08.2018
  2. Infografik über die Einnahmen der WHO, abgerufen am 07.08.2018.
  3. 3,0 3,1 Artikel zum 70. Geburtstag der WHO, abgerufen am 07.08.2018

8 Literatur

  • Jens Jacobsen: Schatten des Todes - Die Geschichte der Seuchen. Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz 2012

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Fachgebiete: Organisation

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