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Bronchiektase

Englisch: bronchiectasis

1 Definition

Als Bronchiektase wird eine irreversible Ausweitung eines Bronchus bezeichnet. Bronchiektasen treten bevorzugt in den dorsobasalen Lungenabschnitten auf und können zur Verlegung der Bronchien führen.

Der Begriff Bronchiektasie dient als Name für das mit den Bronchialveränderungen verbundene Krankheitsbild.

2 Einteilung

2.1 ...nach Ätiologie

Es kann zwischen angeborenen und erworbenen Bronchiektasen unterschieden werden.

2.1.1 Angeborene Bronchiektasen

Angeborene Bronchiektasen sind im Allgemeinen selten und können auf Fehlbildungen in der Embryonalzeit (z.B. Wabenlunge) oder angeborenen Erkrankungen mit eingeschränkter mukoziliärer Clearance beruhen. Zu nennen sind:

2.1.2 Erworbene Bronchiektasen

Erworbene Bronchiektasen sind häufiger anzutreffen und entstehen durch eine Schädigung der Bronchialwand. Ursache sind rezidivierende nekrotisierende Infektionen und Entzündungen der Atemwege (Pneumonie, Bronchitis, Asthma bronchiale. Tuberkulose, Keuchhusten, allergische bronchopulmonale Aspergillose), die häufig bereits in der Kindheit irreversible Schädigungen der Bronchien verursachen.

Eine weitere wichtige Ursache für Bronchiektasen sind durch Fremdkörper, Tumoren und Vernarbungen entstehende Stenosen des Bronchialsystems, die mit der Zeit durch Überblähung vorgeschalteter Bezirke zu Wanddefekten und Ausweitung führen.

Bei einer Lungenfibrose kann durch Zug auf die Bronchien von außen es zur Bildung von Traktionsbronchiektasen kommen.

2.2 ...nach Form

Nach Morphologie (und Schweregrad) unterscheidet man zwischen:

3 Klinik

Bronchiektasen äußern sich symptomatisch als Dyspnoe in Kombination mit produktivem großvolumigen Husten (sog. "maulvolle Expektoration"). Insbesondere morgens werden größere Mengen übel riechendes Sputum abgehustet, es kommt häufig zu Hämoptysen. Das in ein durchsichtiges Gefäß gefüllte Sputum teilt sich von oben nach unten in drei sichtbare Phasen: obere Schaumschicht, mittlere Schleimschicht und eitriger Bodensatz. Blutbeimengungen sind möglich.

Betroffene Patienten leiden an rezidivierenden Pneumonien (Sekretstau begünstigt Infektionen). Unbehandelt entsteht eine Zyanose, es kommt ggf. zur Ausbildung von Trommelschlegelfingern.

Mögliche Komplikationen einer länger bestehenden Bronchiektase sind:

4 Diagnostik

Im Röntgen-Thorax und in der Computertomographie (CT) kann die Dilatation der Bronchien erkennbar sein, wenn das Kaliber größer ist als das der begleitenden Pulmonalarterie (Siegelringzeichen) oder die Verjüngung des Bronchiallumens nach peripher fehlt. Je nach Form der Bronchiektasen finden sich weitere Zeichen:

Weitere unspezifische Befunde sind:

Eine hochauflösende Computertomographie (HRCT) erlaubt eine sichere Diagnose und gibt Aufschluss über Lokalisation und Ursache der Bronchiektase. Für die gezielte Antibiotikatherapie kann in einer Bronchoskopie nach bronchoalveolärer Lavage Material für die mikrobiologische Diagnostik gewonnen werden.

5 Differenzialdiagnosen

Radiologisch müssen folgende Differenzialdiagnosen erwogen werden:

6 Therapie

Die Therapie von Bronchiektasen ist meistens konservativ und besteht in der gezielten Gabe von Antibiotika in Kombination mit Atemgymnastik.

Eine operative Therapie z.B. in Form einer Segment- oder Lappenresektion ist bei jüngeren Patienten, häufig rezidivierenden Hämoptysen und Versagen der konservativen Therapieversuche indiziert.

siehe auch: Bronchiolektase

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Januar 2021 um 15:24 Uhr bearbeitet.

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