Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Atelektase

Synonym: Lungenatelaktase
Englisch: atelectasis

1 Definition

Unter einer Atelektase versteht man ein Belüftungsdefizit der Lunge oder von Teilabschnitten der Lunge. Es kann sich um eine fehlende oder um eine unvollständige Belüftung handeln.

2 Formen

Man unterscheidet zwischen einer primären Atelektase und einer sekundären Atelektase. Ursachen für eine Sekundäre Atelektase können unter anderem sein:

3 Pathophysiologie

Eine Atelektase führt zur Ausbildung eines funktionellen Shunts. Nichtoxygeniertes Blut wird aus den Lungenarterien in die Lungenvenen geleitet. Dadurch verschlechtert sich das Verhältnis von Ventilation zu Perfusion. Für den Organismus kann dadurch bei größeren Atelektasen eine schwerwiegende Hypoxie resultieren.

4 Ursachen

4.1 Angeborene Ursachen

  • Lungenunreife: Dieses Phänomen betrifft besonders Frühgeborene. In den Alveolen befindet sich normalerweise eine Substanz, die die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herabsetzt, der sogenannte Surfactant. Fehlt dieser Stoff, fallen die Lungenbläschen, die von einem dünnen Flüssigkeitsfilm bedeckt sind, in sich zusammen. Erst in den letzten Wochen vor der Geburt reift die Lunge vollständig aus und bildet ausreichende Mengen an Surfactant. Kommt ein Kind zu früh zur Welt, herrscht jedoch ein Mangel an dieser Substanz und die Lunge kann sich nach der Geburt nicht richtig entfalten. Mediziner sprechen dann auch vom Atemnotsyndrom des Frühgeborenen.
  • Verlegte Atemwege: Atmet das Neugeborene Schleim oder Fruchtwasser ein, kann sich die Lunge nicht richtig mit Luft füllen. Auch durch Fehlbildungen, die den Luftstrom in den Atemwegen behindern, kann eine Atelektase entstehen.
  • Störung des Atemzentrums: Bei einer Schädigung des Atemzentrums im Gehirn (zum Beispiel durch eine Hirnblutung) kann der Reflex Luft zu holen nach der Geburt fehlen.
  • Zwerchfellhernie: Das Zwerchfell (die Muskelplatte, die Brustkorb von Bauchraum trennt) ist hier fehlgebildet und weist eine Lücke auf. Dadurch können Bauchorgane in den Brustkorb rutschen und die Lunge so sehr zusammendrücken, dass sie nach der Geburt keinen Platz hat, um sich aufzublähen.
  • Fruchtwasseraspiration: Zu einem Eindringen von Fruchtwasser in die Atemwege des neugeborenen Kindes kann es kurz vor oder während der Geburt kommen. Gelangt zu viel Fruchtwasser in die kindliche Lunge oder enthält es zusätzlich Mekonium, wird die Atemfunktion des Kindes beeinträchtigt mit der zusätzlichen möglichen Folge einer Lungenentzündung.

4.2 Erworbene Ursachen

  • Obstruktionsatelektase: Hier sind die Atemwege z.B. durch einen Tumor, zähen Schleim oder einen Fremdkörper verstopft.
  • Kompressionsatelektase: Die Lunge wird von außen, z.B. durch einen Flüssigkeitserguss im Brustraum oder einen sehr stark vergrößerten Lymphknoten, zusammengedrückt.
  • Entspannungsatelektase, Pneumothorax: Zwischen der Haut, die die Lunge überzieht (Lungenfell) und dem Brustfell, welches der Brustwand von innen anliegt, befindet sich ein kleiner flüssigkeitsgefüllter Spalt (Pleuraspalt). Durch Adhäsionskräfte haften beide Oberflächen eng aneinander – dadurch folgt die Lunge den Atembewegungen des Brustkorbs. Bei einem Pneumothorax gelangt Luft in den Pleuraspalt – das elastische Lungengewebe folgt dann seiner eigenen Gewebespannung und der betreffende Lungenabschnitt kollabiert. Ein Pneumothorax kann z.B. durch spießende Verletzungen des Brustkorbs oder durch verschiedene Lungenkrankheiten entstehen.
  • Resorptionsatelektase: Bei 100%iger Sauerstoffbeatmung fehlt der sonst in den Alveolen vorhandene Stickstoff. Wenn nun der gesamte Sauerstoff in die Kapillaren diffundiert, kollabieren die Alveolen, weil sie physiologischerweise durch Stickstoff offengehalten gehalten. Deshalb beatmet man auch höchstens 3 min mit 100 % Sauerstoff (dann beträgt der Sauerstoffgehalt in den Alveolen etwa 80 %).

5 Diagnostik

Im Röntgen-Thorax zeigt sich oftmals bei größeren Atelektasen folgendes Bild:

Tags: ,

Fachgebiete: Pathologie, Pneumologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

90 Wertungen (2.88 ø)

281.899 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: