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Zwerchfellhernie

1 Definition

Bei einer Zwerchfellhernie verlagern sich Abdominalorgane durch eine Lücke im Zwerchfell (Diaphragma) in die Brusthöhle.

ICD10-Code: Q79.0

2 Einteilung

  • Angeborene Zwerchfellhernie
  • Erworbene Zwerchfellhernie (Hiatushernie)

2.1 Angeborene Zwerchfellhernie

Bei der angeborenen Zerchfellhernie (engl.: congenital diaphragmatic hernia, CDH) ist durch eine Missbildung des Zwerchfells die Trennung von Thorakal- und Abdominalraum unvollständig. Typisch ist das Auftreten der linksseitigen Bochdalek-Hernie, in der Magen, Milz und Darmanteile in den thorakalen Raum dringen. Dadurch kommt es zu einer Komprimierung der Lunge , die sich nicht vollständig ausbilden kann. Aufgrund der Lungenhypoplasie fällt das Kind durch starke Dyspnoe und Zyanose nach der Geburt auf.

3 Inzidenz

Die Häufigkeit von Zwerchfellhernien liegt etwa bei einem Fall auf 3.000 bis 4.000 Lebendgeborene. Die linke Zwerchfellhälfte ist häufiger (90%) als die rechte betroffen. In etwa 50% der Fälle treten angeborene Zwerchfellhernien kombiniert mit weiteren Fehlbildungen (z.B. Neuralrohrdefekten) auf.

4 Diagnostik

Pränatal können Zwerchfellhernien mit Hilfe der Sonografie diagnostiziert werden. Die Darstellung kann schwierig sein. Im Vierkammerblick stellt sich die Hernie als untypische hypo-, iso- oder hyperechogene Struktur im Thorax dar.

Postnatal fallen die betroffenen Kinder durch Dyspnoe auf. Im Röntgenthorax lassen sich außer Lunge und Herz noch weitere Organe im Brustkorb nachweisen.

5 Therapie

Therapeutisch vorrangig bei der angeborenen Zwerchfellhernie ist die Sicherung der Atemwege, die über eine endotracheale Intubation erfolgt und ggf. das Anlegen einer Magensonde, um Luft aus dem Magen-Darm-Trakt abzupumpen (Komprimierung der Lunge wird entlastet).

Die eigentliche Behandlung erfolgt operativ mit Rückverlagerung der Organe in den Bauchraum und anschließendem Verschluss der Zwerchfelllücke.

Fachgebiete: Kinderheilkunde

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