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Morgagni-Hernie

nach Giovanni Battista Morgagni (1682-1771), italienischer Anatom
Englisch: Morgagni hernia

1 Definition

Die Morgagni-Hernie ist eine seltene angeborene Zwerchfellhernie durch das Trigonum sternocostale dextrum (Morgagni-Loch).

2 Epidemiologie

Unter den angeborenen Zwerchfellhernien ist die Morgagni-Hernie mit 1-6 % die seltenste Form.[1]

3 Anatomie

Bei der Morgagni-Hernie befindet sich die Bruchlücke im Trigonum sternocostale dextrum. Ein Bruch durch das Trigonum sternocostale sinistrum (Larrey-Spalte) wird als Larrey-Hernie bezeichnet.

4 Symptomatik

Der Großteil der Morgagni-Hernien ist asymptomatisch und wird im höheren Alter zumeist als Zufallsbefund bei Bildgebung des Thorax bzw. Abdomens entdeckt.

Durch Verlagerung von Fettgewebe, Colon oder Magenanteilen kann es bei größerer Ausprägung bei Neugeborenen zu Dyspnoe kommen. Ebenfalls kann es bei unentdeckten Hernien zu gastrointestinalen Beschwerden sowie zu rezidivierenden Infektionen des Thoraxraumes kommen.[2]

5 Diagnostik

Die Diagnose bei Patienten in fortgeschrittenem Alter wird mittels Computertomographie gestellt. Diese besitzt hierbei aufgrund der hohen Auflösung eine Sensitivität von nahezu 100 %. Aufgrund der hohen Strahlenbelastung wird bei Neugeborenen die Sonographie sowie die Röntgenübersichtsaufnahme des Abdomens und des Thorax bevorzugt.

6 Therapie

Die Therapie der Morgagni-Hernie besteht aus der laparoskopischen Rückverlagerung des Bruchsacks mit nachfolgendem Verschluss der Bruchlücke mit oder ohne Netzeinlage. Auch bei zufällig entdeckten asymptomatischen Hernien wird inzwischen eine präventive Operation empfohlen, um potentielle schwerwiegende Komplikationen (z.B. Ileus) zu verhindern.

Der transabdominelle Zugang ist wegen der besseren Beurteilbarkeit des Abdomeninhaltes dem transthorakalen vorzuziehen.[3][4]

7 Quellen

  1. Arráez-Aybar LA et al. Morgagni-Larrey parasternal diaphragmatic hernia in the adult Rev. Espanola de Enfermedades Digestivas, 2009
  2. Bischof TR et al. Morgagni-Hernie. Schweiz Med Forum, 2011
  3. Peter C. et al. Foramen of Morgagni Hernia: Changes in Diagnosis and Treatment, Thoracic Surgery, 2004
  4. Xaver Huber, Rebecca Kraus, Alfred Kuhrmeier, Raffaele Rosso: Anterolaterale Zwerchfellhernien (Morgagni-Hernie) bei Jung und Alt: zwei Beispiele

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