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Morbus Fabry

Synonyme: Fabry-Krankheit, Fabry-Syndrom oder Fabry-Anderson-Krankheit

1 Definition

Der Morbus Fabry ist eine lysosomale Speicherkrankheit und beruht auf einem Defekt der alpha-Galaktosidase A, der zur intrazellulären Speicherung von Globotriaosylceramid führt.

2 Epidemiologie

Die Inzidenz beträgt 1: 40.000 bis 1: 117.000.

3 Ätiopathogenese

Die Erkrankung beruht auf X-Chromosomal-rezessiv vererbten Defekten des lysosomalen Enzyms alpha-Galaktosidase A. Über 900 verschiedene Mutationen des hierfür codierenden GLA-Gens sind beschrieben. Der Enzymdefekt führt zur intrazellulären Speicherung des Zeramidtrihexosids Globotriaosylceramid (Gb3), einem Sphingolipid, dessen terminale Bindung zu einer alpha-Galactose eigentlich durch die GLA hydrolysiert wird.

4 Klinik

Die Erkrankung führt in der Regel im späten Kindesalter zu Symptomen. Sie imponiert durch Schmerzattacken und Parästhesien in Händen und Füßen. Weiterhin beobachtet man zahlreiche Angiokeratome der Haut, auch bei Konduktoren.

Die Erkrankung führt ebenfalls zu Nephropathien, zur Kardiomyopathie, sensorineuralem Hörverlust und zu Trübungen der Hornhaut.

Möglich sind ebenfalls Störungen der Funktionen des vegetativen Nervensystems mit Hypohydrose und gestörter Temperaturregulation.

Durch die Einlagerung von Gb3 in Gefäße sind ein Herzinfarkt, ein Niereninfarkt und ein Schlaganfall möglich.

5 Diagnostik

Die Diagnosestellung gelingt durch Sequenzierung des GLA-Gens. Außerdem kann in Fibroblastenkulturen, in Leukozytenkulturen, im Plasma und im Serum eine verminderte GLA-Aktivität nachgewiesen werden (weniger sensitiv). Werden Organbiopsate durchgeführt (z.B. zur Abklärung einer Kardiomyopathie), so finden sich in Semidünnschnitten oder in der Elektronenmikroskopie zwiebelschalenartige, intrazelluläre Gb3-Akkumulate.

Aktuell (2022) ist der M. Fabry noch kein Bestandteil des Basis-Neugeborenenscreenings.

6 Therapie

Die Erkrankung wird durch Enzymersatztherapie mit alpha-Galaktosidase behandelt. Für einige Misssense-Mutationen ist es außerdem möglich, das defekte Enzym mithilfe des pharmakologischen Chaperons Migalastat zu stabilisieren. Bei einem Teil der Patienten lindern Carbamazepin und Diphenylhydantoin die Schmerzen. Wenn der betroffene Patient eine Niereninsuffizienz entwickelt hat, können eine Nierendialyse und eventuell auch eine Nierentransplantation notwendig werden.

7 Prognose

Die Lebenserwartung ist eingeschränkt.

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Oktober 2022 um 14:06 Uhr bearbeitet.

"Zeramidtrihexosid" ist kein definiertes Molekül, sondern eine Stoffklasse. Bei Fabry akkumuliert das Zeramidtrihexosid Gb3 (alpha-Galactose - beta-Galactose - beta-Glucose - Ceramid). Ich war so frei das zu korrigieren.
#1 vor 3 Stunden von Michael Vogt (Student/in der Humanmedizin)

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