Chronotrope Inkompetenz
Englisch: chronotropic incompetence
Definition
Die chronotrope Inkompetenz bezeichnet die unzureichende Fähigkeit des Herzens, seine Frequenz bei körperlicher Belastung oder erhöhtem metabolischem Bedarf angemessen zu steigern.
Das Antonym lautet chronotrope Kompetenz.
Terminologie
Die Definition der chronotropen Inkompetenz ist nicht einheitlich. Klassisch wird sie angenommen, wenn unter Belastung weniger als 85 % der altersabhängigen maximalen Herzfrequenz erreicht werden, die häufig nach der Formel 220 minus Lebensalter berechnet wird. Da jedoch Ruheherzfrequenz und funktionelle Leistungsfähigkeit die Herzfrequenzantwort beeinflussen, wird zunehmend der chronotrope Index verwendet. Dieser beschreibt den Anteil der genutzten Herzfrequenzreserve, der unter maximaler Belastung erreicht wird. Ein Wert von unter 80 % gilt als Hinweis auf eine klinisch relevante chronotrope Inkompetenz.
Medizinische Relevanz
Chronotrope Inkompetenz ist mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert und tritt häufig bei Patienten mit Herzinsuffizienz und anderen kardiovaskulären Erkrankungen auf. Die Pathophysiologie umfasst Störungen des Sinusknotens, eine beeinträchtigte β-adrenerge Signalübertragung oder autonome Dysfunktion. Die Diagnose erfolgt in der Regel im Rahmen eines Belastungstests.
Quellen
- Fletcher et al. Exercise Standards for Testing and Training: A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation. 128(8). 2013
- Lin et al. Chronotropic Incompetence and Cardiovascular Outcomes in Patients With Heart Failure With Preserved Ejection Fraction. JAHA. 14(13). 2025
- Kawasaki et al. Chronotropic incompetence and autonomic dysfunction in patients without structural heart disease. Europace. 12(4):561-6. 2010
- Na et al. Effects of chronotropic incompetence on exercise capacity in people with heart failure versus age-matched controls. Heart Fail Rev. 27(3): 795-809. 2022