Chronotrope Kompetenz
Englisch: chronotropic competence
Definition
Die chronotrope Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit des Herzens, seine Frequenz bei einem erhöhten physiologischen Bedarf zu steigern, beispielsweise während körperlicher Belastung oder Stress.
Abgrenzung
Das Gegenstück zur chronotropen Kompetenz ist die chronotrope Inkompetenz, bei der es sich um eine inadäquate Anpassung (Anstieg) der Herzfrequenz während einer körperlichen Belastung handelt.
Hintergrund
Die chronotrope Kompetenz beruht auf der koordinierten Regulation durch die vegetative Innervation des Herzens, insbesondere durch eine Abnahme der vagalen Stimulation und eine Zunahme der sympathischen Aktivität. Zusätzlich tragen die Aktivierung muskulärer Mechano- und Chemorezeptoren, kardiovaskulärer Barorezeptoren sowie neurohumorale Veränderungen, wie die Ausschüttung von Katecholaminen, wesentlich zur Herzfrequenzanpassung bei.
Medizinische Relevanz
Die chronotrope Kompetenz wird als prognostischer Marker verwendet. Eine beeinträchtigte chronotrope Reaktion ist mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität verbunden.
Die chronotrope Kompetenz wird u.a. während eines Belastungstests bewertet. In diesem wird geprüft, ob ein Patient einen ausreichenden Prozentsatz seiner altersabhängigen maximalen Herzfrequenz erreicht. Alternativ wird der Anteil der Herzfrequenzreserve berechnet, der bei maximaler Belastung genutzt wird (chronotroper Index), wobei ein Wert < 80 % als abnormal gilt.
Quellen
- Aerzteblatt – Chronotrope Inkompetenz. 1999
- Pschyrembel – Chronotrope Kompetenz, abgerufen am 29.01.2026