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Erregungsleitungssystem des Herzens

Synonyme: (kardiales) Reizleitungssystem, Reizbildungssystem, Erregungsbildungssystem, Systema conducens cordis, Complexus stimulans cordis
Englisch: conduction system of the heart

1 Definition

Das Erregungsleitungssystem des Herzens ist ein autonomes System spezialisierter Herzmuskelzellen (Schrittmacherzellen), die durch spontane Depolarisation elektrische Signale generieren und diese an das Arbeitsmyokard weiterleiten.

2 Physiologie

Das Erregungsleitungssystem bildet die Grundlage für den koordinierten Kontraktionsablauf (Systole/Diastole) des Herzens.

Aus physiologischer Sicht können Erregungsleitung und Erregungsbildung unterschieden werden. Deshalb wird auch vom Erregungsbildungssystem gesprochen, das dann gelegentlich mit dem Sinusknoten gleichgesetzt wird. Diese Unterscheidung ist jedoch eher akademisch, da beide Systeme eine Einheit bilden und jeder Teil des Erregungsleitungssystems auch eine Erregungsbildung übernehmen kann, z. B. wenn ein höheres Schrittmacherzentrum ausfällt (sekundäre Erregungsbildung).

Einen modulierenden Einfluss auf das Erregungsleitungssystem übt das vegetative Nervensystem aus. Der Nervus vagus (Parasympathikus) wirkt über seine Rami cardiaci hemmend, die Nervi und Rami cardiaci des Sympathikus wirken hingegen beschleunigend.

3 Einteilung

Am Erregungsleitungssystem des Herzens können folgende Strukturen unterschieden werden:

Die Zellen des Erregungsleitungssystems sind Herzmuskelzellen mit einem modifizierten Aufbau. Sie besitzen weniger Myofibrillen und daher auch eine weniger stark ausgeprägte Querstreifung. Sie sind flüssigkeitsreich und enthalten im Vergleich zu normalen Herzmuskelzellen mehr Glykogen.

Fachgebiete: Physiologie

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