Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

His-Bündel

nach dem deutschen Internisten Wilhelm His (1863-1934)
Synonym: Fasciculus atrioventricularis complexus stimulantis cordis
Englisch: bundle of His

1 Definition

Das His-Bündel ist ein Bestandteil des Erregungsleitungssystems des Herzens. Es ist etwa 1 cm distal des AV-Knotens, also in Richtung der Herzspitze gelegen.

2 Physiologie

Die normale Erregung beginnt am Sinusknoten, dem primären Schrittmacher, mit einer Frequenz von ca. 60 bis 80 Erregungen pro Minute. Die Erregung wird von dort aus über den rechten Vorhof in den Atrioventrikularknoten (AV-Knoten) weitergeleitet, welcher bei Ausfall des Sinusknotens oder bei einem AV-Block, das heißt einer gestörten Erregungsüberleitung vom Sinus- zum AV-Knoten, als sekundärer Schrittmacher mit einer Frequenz von 40 bis 50 Erregungen pro Minute einspringen kann.

Vom AV-Knoten aus findet nun eine Weiterleitung der Erregung zum His-Bündel statt. Es beginnt mit einem gemeinsamen Stamm, dem Truncus fasciculi atrioventricularis, welcher sich nach wenigen Millimetern dann weiter in drei Äste aufteilt, welche als Tawara-Schenkel (zwei linke und ein rechter) bezeichnet werden. Die Tawara-Schenkel zweigen sich ihrerseits an der Herzspitze weiter in die Purkinje-Fasern auf, welche die Endstrecke des Erregungsleitungssystems bilden und mit den Myokardzellen in Kontakt treten.

3 Pathophysiologie

Um Veränderungen in der Erregungsweiterleitung nachzuweisen, empfiehlt es sich ein His-Bündel-EKG (HBE) durchzuführen, welches zu den intrakardialen EKG's gehört.

Das His-Bündel kann im Falle des Ausfalles von Sinus- und AV-Knoten einen Eigenrhythmus ausbilden, welcher bei 20 bis 30 Erregungen in der Minute liegt und als Kammerrhythmus bezeichnet wird. Allerdings ist ein dauerhaftes Überleben mit diesem Kammerrhythmus zumeist nicht möglich, so dass bei diesen Patienten, wenn möglich, rechtzeitig ein Herzschrittmacher eingesetzt wird, bevor es zum totalen Ausfall der ersten zwei Schrittmacher kommt.

Zu weiteren Störungen im Bereich des His-Bündels gehören der so genannte Schenkelblock sowie die wesentlich seltener auftretende kongenitale His-Bündel-Tachykardie bzw. junktionale ektope Tachykardie, welche bei Neugeborenen und Säuglingen im Alter bis zu 6 Monaten auftreten kann.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

15 Wertungen (3.87 ø)

73.721 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: