Vorhofflattern
Abkürzung: VHF
Englisch: atrial flutter (AFL)
Definition
Vorhofflattern ist eine tachykarde Rhythmusstörung der Vorhöfe, ausgelöst durch einen Reentry-Mechanismus. Es geht meist mit einem AV-Block einher. Die Rhythmusstörung tritt oft paroxysmal, seltener chronisch auf und kann in ein Vorhofflimmern übergehen.
EKG
Das Vorhofflattern bietet ein typisches EKG-Bild mit:
- einer stark erhöhten, jedoch regelmäßigen Vorhoffrequenz (250 - 350/min)[1]
- schnell aufeinanderfolgende, verbreiterte P-Wellen, die meistens sägezahnförmig sind und unter die Nulllinie reichen
Die Flatterwellen stellen sich in den EKG-Ableitungen II, III und aVF besonders gut dar.
Bei selten auftretenden ungewöhnlichen Formen des Vorhofflatterns (Uncommon type) können die Flatterwellen normalen positiven P-Wellen ähneln. Die Vorhoffrequenz ist dabei jedoch oft noch höher (bis zu 450/min) als beim konventionellen Vorhofflattern.
Ursache
Als Ursachen für ein Vorhofflattern kommen verschiedene Herzerkrankungen in Frage:
- Ischämische Schädigung des Herzmuskels (z.B. bei Atherosklerose der Koronararterien)
- Myokarditis
- Herzklappenerkrankungen
- Myokardiopathien
Vorhofflattern kann auch idiopathisch bei ansonsten Herzgesunden auftreten.
Symptome
Die Symptome sind meist durch die schnelle Herzfrequenz bedingt. Bei permanentem Vorhofflattern besteht eine Neigung zur intrakardialen Thrombusbildung, welche geringer ist als bei Vorhofflimmern.
Therapie
Die Therapie kann medikamentös mit Antiarrhythmika, elektrische Kardioversion durch Katheterintervention (Isthmusablation) erfolgen. Beim typischen, isthmusabhängigen Vorhofflattern ist die Katheterablation aufgrund hoher Erfolgsraten (> 95 %) die Therapie der ersten Wahl. Unabhängig von der gewählten Rhythmus- oder Frequenzkontrolle ist eine Antikoagulation gemäß CHA2DS2-VA-Score erforderlich.[2]
Quellen
- ↑ MDS Manual - Vorhofflattern, abgerufen am 30.08.2022
- ↑ DGK: S3-Leitlinie Vorhofflimmern, zuletzt abgerufen am 10.02.2026