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Zoonose

Englisch: zoonosis

1 Definition

Als Zoonosen bezeichnet man Erkrankungen, die von Tieren auf den Menschen und umgekehrt vom Menschen auf Tiere übertragbar sind. Sie können durch Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen und andere Parasiten verursacht werden. Das entsprechende Adjektiv lautet zoonotisch.

2 Hintergrund

Die 1958 begründete und noch heute gültige Definition der WHO beschränkt sich auf die Übertragung von Pathogenen zwischen Menschen und Wirbeltieren. Sofern die Krankheitsübertragung durch Arthropoden stattfindet, werden die Wirbeltiere als Reservoirwirte und die Arthropoden als Vektoren bezeichnet. Reservoirwirte und Vektoren werden in WHO-Dokumenten stets getrennt aufgeführt. Zu dieser Definition passen auch die ebenfalls von der WHO eingeführten Begriffe Vektorkontrolle (z.B. Innenraumbesprühung mit Residualeffekt) und Reservoirkontrolle (z.B. Keulen infizierter Nutz- oder Haustiere).

Neben der WHO-Definition findet man in der Literatur eine Reihe weiterer Definitionen, die keinem gemeinsamen Konzept folgen. Zwischen Reservoirwirten und Vektoren wird, sofern beide Wirtstypen vorhanden sind, nicht zwingend unterschieden, das Erregerreservoir schließt eventuell beide Wirtstypen ein.

3 Einteilung

3.1 ...nach der Richtung

3.2 ...nach dem Übertragungsweg

  • Direktzoonose: durch direkten Kontakt (z.B. Tollwut, Pseudokrätze), einen mechanischen Vektor (z.B. Ornithose, Histoplasmose, übertragen durch infektiösen Staub) oder Verzehr von kontaminierten Tierprodukten (z.B. Listeriose)
  • latente Zoonose: durch einen asymptomatisch oder inapparent infizierten Wirbeltier-Zwischenwirt (z.B. Befall durch den Rinderbandwurm)
  • Saprozoonose: die Infektionsquelle des Erregers befindet sich in einem Umwelt-Reservoir wie dem Boden oder abgestorbenem organischem Material, wobei nach Auffassung verschiedener Autoren neben dem Menschen zumindest zusätzlich ein tierischer Wirt in das Infektionsgeschehen eingebunden sein soll oder kann (z.B. Trichophytie, Kryptokokkose, Dermatomykose durch Microsporum canis, Leptospirose)
  • Zyklozoonose: der Erreger durchläuft zyklisch verschiedene Wirte, in denen jeweils eine Entwicklung des Erregers (inkl. Vermehrung) stattfindet (z.B. durch Leishmanien bewirkte Infektionskrankheiten, Mensch – Sandmücke – Reservoirwirt – Sandmücke – Mensch etc.)
  • Metazoonose: der Erreger verbreitet sich über verschiedene, meist genetisch weit voneinander entfernte Wirtstypen wie Wirbeltiere und Wirbellose (z.B. durch Leishmanien bewirkte Infektionskrankheiten)

Die Definitionen sind im Hinblick auf den Übertragungsweg nicht trennscharf. Es ist möglich, dass ein bestimmter Übertragungsweg mehreren Definitionen zugeordnet werden kann.

Bemerkung: Die Definition der Zyklozoonose verlangt nicht zwingend, dass von Vertebraten genetisch weit entfernte Wirtstypen in den Kreislauf eingebunden sind, die der Metazoonose nicht zwingend, dass der Erreger verschiedene Wirte zyklisch durchläuft.

4 Erreger

Die folgende Tabelle gibt Beispiele für Zoonosen und ihre Erreger.

Erregerklasse Erreger Erkrankung
Viren Japanische-Enzephalitis-Virus Japanische Enzephalitis
Rabiesvirus Tollwut
Influenza-A-Virus klassische Grippe
Influenza-C-Virus Grippe
Ebolavirus Ebolafieber
FSME-Virus Frühsommer-Meningoenzephalitis
Gelbfiebervirus Gelbfieber
Parainfluenzavirus Pseudokrupp
Coronaviren ARDS, SARS, MERS und COVID-19
HIV Immundefizienz bis zur Entwicklung von AIDS
Hantavirus Hantafieber, Hantavirus-Lungensyndrom (HPS)
Krim-Kongo-Fieber-Virus Krim-Kongo-Fieber
Lassavirus Lassafieber, Südamerikanisches hämorrhagisches Fieber
Rotavirus Rotavirus-Infektion
Hepatitis-E-Virus Hepatitis E
Bornaviren Borna-Krankheit
Chikungunya-Virus Chikungunya-Fieber
Marburgvirus Marburgfieber
Omsk-hämorrhagisches-Fieber-Virus Omsk-hämorrhagisches-Fieber
Rift-Vally-Fieber-Virus Rift-Valley-Fieber
Bakterien Borrelia burgdorferi und weitere Borrelien wie u.a. Borrelia afzelii und Borrelia garinii Lyme-Borreliose
Borrelia recurrentis und Borrelia duttoni Rückfallfieber
Salmonella Typhi und Salmonella paratyphi Salmonellose
Francisella tularensis Tularämie
Mycobacterium tuberculosis Tuberkulose
Mycobacterium bovis Darmtuberkulose
Listeria monocytogenes Listeriose
Leptospira interrogans Leptospirose
Chlamydophila psittaci Ornithose
Bartonella henselae Katzenkratzkrankheit
Corynebacterium ulcerans respiratorische und dermale Diphtherie
Bacillus anthracis Milzbrand
Enterohämorrhagische Escherichia coli Durchfall
Coxiella burnetii Q-Fieber
Rickettsia Fleckfieber
Brucella melitensis und Brucella abortus Brucellose
Yersinia pestis Pest
Yersinia pseudotuberculosis Lymphadenitis mesenterialis
Yersinia enterocolitica Enterocolitis
Pilze Trichophyton rubrum Trichophytie
Histoplasma capsulatum Histoplasmose
Microsporum canis Dermatomykose
Cryptococcus neoformans Kryptokokkose
Protozoen Trypanosoma cruzi Chagas-Krankheit
Trypanosoma brucei Schlafkrankheit
Leishmania major und weitere Leishmanien Leishmaniose
Toxoplasma gondii Toxoplasmose
Plasmodium knowlesi Malaria quotidiana
Cryptosporidium parvum Kryptosporidiose
Würmer Dirofilaria repens Dirofilariose
Diphyllobothrium latum Diphyllobothriasis
Dipylidium caninum Dipylidiasis
Echinococcus multilocularis Echinokokkose
Taenia saginata Taeniasis
Toxocara canis und Toxocara mystax Toxocariasis
Milben Sarcoptes scabiei var. canis Pseudokrätze

5 Weblinks

Diese Seite wurde zuletzt am 3. April 2022 um 18:34 Uhr bearbeitet.

Das sind nur Beispiele - sonst wäre die Tabelle 2 Meter lang.
#2 am 08.02.2022 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Wenn ich mich noch recht an Parasitologie erinnere, dann gab es bei den Würmern noch einige weitere Erreger
#1 am 08.02.2022 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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