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Chikungunya-Fieber

von Swahili: chikungunya - das Gebückte, das Gekrümmte
Englisch: Chikungunya fever

1 Definition

Das Chikungunya-Fieber ist eine durch Vektoren (Stechmücken) übertragene Virusinfektion.

2 Erreger

Der Erreger der Erkrankung ist das Chikungunya-Virus. Ein Alphavirus aus der Familie der Togaviren. Die Viren werden durch Mückenstiche übertragen, vor allem durch Stegomyia aegypti (Gelbfiebermücke) und Stegomyia albopictus (Tigermücke), deren Speichel das Virus beherbergt. Früher wurde davon ausgegangen, dass Stechmücken der Gattung Aedes das Chikungunya-Virus übertragen.

3 Epidemiologie

Das Chikungunya-Fieber ist vor allem in Indien, Südostasien (z.B. Thailand, Indonesien) und in Afrika südlich der Sahara endemisch. Im Jahr 2005 kam es zu einer lokalen Epidemie auf der französischen Insel La Réunion, was der Krankheit erstmals Aufmerksamkeit in Europa bescherte.

Durch die zunehmende Verbreitung der Tigermücke in Südeuropa kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Erkrankung früher oder später auch in Europa manifestiert. In Deutschland wurden im Jahr 2006 rund 50 Fälle gemeldet.

4 Symptome

Nach einer Inkubationszeit von etwa 4 bis 7 Tagen nach dem Mückenstich kommt es zu Fieberschüben (bis zu 40° C), Schüttelfrost und Gliederschmerzen - daher wird die Erkrankung nicht selten mit Malaria verwechselt. Zusätzlich tritt ein Erythem auf. Die starken Gelenkschmerzen führen dazu, dass die Betroffenen vor Schmerz gebückt laufen, was der Erkrankung ihren Namen verliehen hat. Die Gelenkschmerzen verschwinden in der Regel nach einigen Tagen, können aber in schweren Fälle auch Monate persistieren. Nicht selten wird hier die Fehldiagnose "rheumatoide Arthritis" gestellt.

In der Regel heilt die Infektion folgenlos aus. Bei gefährdeten Personen (Kinder, Senioren, Patienten mit geschwächtem Immunstatus) kann die Erkrankung auch zum Tod führen. Dies ist meist auf die vom Virus verursachte Hyperthermie zurückzuführen.

5 Diagnostik

5.1 Körperliche Untersuchung

Es besteht Druckschmerzhaftigkeit eines oder beider Handgelenke.

5.2 Labor

5.3 Serologie

Als serologische Nachweisverfahren kommen ELISA, Immunfluoreszenztests und Hämagglutinationshemmtests in Betracht. Der direkte Nachweis von Virus-RNA im Blut kann durch PCR oder Virusanzucht in der Zellkultur erfolgen.

6 Differentialdiagnose

7 Therapie

Die Therapie ist rein symptomatisch, da es bislang kein wirksames Medikament gegen die Erkrankung gibt. Zur Fiebersenkung kann Paracetamol gegeben werden. Wegen der möglichen Blutungsneigung ist Acetylsalicylsäure (ASS) nicht indiziert.

Ein vom U.S.-Militär entwickelter Impfstoff (TSI-GSD-218) befindet sich in klinischer Erprobung, ist aber noch nicht verfügbar (Stand 2018).

8 Meldepflicht

In Deutschland besteht nach dem Infektionsschutzgesetz eine namentliche Meldepflicht für Labore bei direktem oder indirektem Erregernachweis in Verbindung mit einer akuten Infektion. Für Ärzte besteht Meldepflicht bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod, wenn ein hämorrhagisches Fieber vorliegt.

Sie verwechseln da etwas: Nicht jede Chikungunya-Infektion verläuft hämorrhagisch - das ist nur ein möglicher schwerer Verlauf der Erkrankung. Danke für den Hinweis zur erweiteren Meldepflicht.
#2 am 17.11.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Verbesserungsvorschläge 1. im Text einfügen, daß es sich um ein *hämorrhagisches Fieber* handelt, vlt. gleich unter 1. Definition (ist lediglich unter 8. Meldepflicht erwähnt). 2. Die Meldepflicht wurde angepasst bzw. erweitert und differenziert durch die namentliche Erwähnung des Chikungunya-Virus in der "Verordnung zur Anpassung der Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz an die epidemische Lage (IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung – IfSGMeldAnpV) vom 01.Mai 2016" Darin steht : § 2 Anpassung der Meldepflicht in Bezug auf namentlich meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern (1) Die Meldepflicht nach § 7 Absatz 1 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes wird ausgedehnt auf den direkten oder indirekten Nachweis von Chikungunya-Virus, Dengue-Virus, West-Nil-Virus, Zika-Virus und sonstigen Arboviren, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.
#1 am 14.11.2017 von Horst Millich (Heilpraktiker)

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