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Cryptococcus neoformans

Englisch: Cryptococcus neoformans

1 Definition

Cryptococcus neoformans ist eine bekapselte Hefe (Sprosspilz) aus der Gattung Cryptococcus, die fakultativ pathogen ist. Der Erreger vermehrt sich asexuell durch Sprossung, also durch Herauswachsen einer Tochterzelle aus der Mutterzelle. Die Zelle hat einen Durchmesser von etwa 2-8 µm und ist ihrerseits noch von einer Polysaccharidkapsel umgeben, die einige µm breit ist.

2 Epidemiologie

Der Pilz an sich ist weltweit verbreitet. Es gibt leider keine genauen Zahlen über die Prävalenz der Lungenkryptokokkose. Man weiß lediglich, dass die durch Cryptococcus neoformans ausgelöste Meningoenzephalitis bei etwa 1: 1.000.000 Einwohner pro Jahr liegt.

3 Infektiologie

Der Lebensraum der Erreger befindet sich im Erdboden, der reich an organischen Substanzen ist. Aber vor allem ist Vogelkot ein sehr häufiges Habitat des Erregers. Im Darm der Vögel kann er sich vermehren.

Der Mensch atmet Bestandteile des Vogelkotes als Stäube ein, die Kryptokokken gelangen in die Lunge, wo sie die Kryptokokkose auslösen, die zunächst unscheinbar verläuft.

Ausgehend von diesen Lungenherden können die Erreger hämatogen in andere Organe wie das Gehirn streuen. Dies wird vor allen Dingen durch Immunsuppression gefördert, zum Beispiel in Folge von AIDS, länger bestehender Therapie mit Glukokortikoiden, Erkrankung an einem malignen Lymphom oder in Folge der Aplasiephase bei Leukämiepatienten.

Folge ist dann nicht selten eine subakut verlaufende Meningitis oder Meningoenzephalitis. Selten wurde auch der Befall der Augen oder allgemeine Dissemination im Körper beschrieben.

Die Pathogenitätsfaktoren der Erreger werden gebildet durch deren Kapsel, Melanin, welches in die Zellwand eingebaut ist und darüber hinaus diverse sich extrazellulär befindende Enzyme.

4 Diagnose

Die rechtzeitige Diagnose spielt bei der Meningoenzephalitis eine wichtige Rolle.

Die Kryptokokken können durch Phasenkontrastmikroskopie im Liquor dargestellt werden. Mit dem Tuschepräparat kann eine Negativdarstellung erfolgen. Kultivieren lässt sich Cryptococcus neoformans auf Sabouraud-Agar bei 28 - 37 °C und Bebrütung binnen 4 Tagen.

Zur Abgrenzung von anderen Hefen dient die Tatsache, dass Cryptococcus neoformans in seinem Stoffwechsel Harnstoff abbaut. So wird der Pilz biochemisch am besten durch seine deutliche Ureasebildung identifiziert. Außerdem kann ein äußerst sensitiver und spezifischer Latexpartikel-Agglutinationstest das Kapselpolysaccharid von C. neoformans im Serum und im Liquor nachweisen. Dabei binden Antikörper, die gegen das Kapselpolysaccharid gerichtet und gleichzeitig an Latexpartikel geheftet sind, an das Kapsel-Antigen.

5 Therapie

Die Meningitis bzw. Meningoenzephalitis wird am besten mittels Fluconazol, Amphotericin B und Flucytosin behandelt. An AIDS leidende Patienten erhalten als Dauerprophylaxe Fluconazol. Bei wirksamer antiretroviraler Therapie wird diese Chemoprophylaxe nicht mehr empfohlen. Echinocandine sind gegen Cryptococcus neoformans nicht wirksam.

Fachgebiete: Mykologie

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