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Japanische-Enzephalitis-Virus

Synonym: JEV, JE-Virus, Japanische Enzephalitisvirus, Japanische Enzephalitis Virus
Englisch: japanese encephalitis virus, JEV

1 Definition

Das Japanische Enzephalitis Virus, kurz JEV, ist ein Arbovirus, das durch Stechmücken auf den Menschen übertragen wird und die Tropenerkrankung Japanische Enzephalitis auslösen kann.

2 Systematik

3 Erreger

Das Japanische Enzephalitis Virus ist ein einzelsträngiges RNA-Virus und gehört zusammen mit dem Gelbfieber-Virus, Dengue-Virus, Zika-Virus und West-Nil-Virus der Familie der Flaviviren an. Es hat einen Durchmesser von 35-50 nm und wird von einer Lipidhülle umgeben. Die RNA kodiert für drei Strukturproteine und sieben Nichtstrukturproteine (Enzyme).

4 Vorkommen

Das JE-Virus ist in Asien weit verbreitet und findet sich vor allem in ländlichen Gebieten mit Schweinezucht und Reisfeldern, die ideale Bedingungen für Stechmücken bieten. Seit Mitte der 1990er-Jahre treten auch in Australien vereinzelt Fälle auf.

In der Gruppe der Flaviviren besitzt das JE-Virus die höchste humane Pathogenität und ist jedes Jahr für mehr als 50.000 Enzephalitis-Fälle verantwortlich.

5 Übertragung

Natürliche Reservoire der JE-Viren sind vor allem Vögel. Zudem infizieren sich auch Schweine und Pferde und in selteneren Fällen andere Nutztiere. Als Vektor dienen Stechmücken der Gattung Culex spp., insb. von Culex tritaeniorhyncus. Die Mücken brüten vor allem in Reisfeldern, infizieren sich durch einen Stich an den Tieren und übertragen das Virus durch einen weiteren Stich auf den Menschen.

Nach Replikation an der Inokulationsstelle befällt das JE-Virus im Menschen die regionalen Lymphknoten und erreicht nach virämischer Ausbreitung das zentrale Nervensystem. In den Neuronen führt die Replikation der Viren zum Untergang der Zellen, zu Nekrosen und zum Krankheitsbild der Enzephalitis.

Auch Leber, Niere und Muskeln werden durch das Virus infiltriert.

6 Symptome

Die Inkubationszeit beträgt 5-15 Tage. Die meisten Infektionen verlaufen entweder asymptomatisch oder zeigen einen milden Verlauf mit unspezifischen, grippalen Symptomen. Bei einem von 250 symptomatischen Patienten kommt es nach einer ersten fieberhaften, grippeähnlichen Phase zu einer Enzephalitis, bei der plötzlich neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Meningismus, Paresen, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma auftreten. Die Letalität von schweren Verläufen mit Enzephalitis liegt bei 25 %, bei ca. der Hälfte der Erkrankten bleiben dauerhaft neurologisch-psychiatrische Schäden zurück.

7 Diagnostik

8 Therapie

Eine kausale, antivirale Therapie der Japanischen Enzephalitis steht bislang (2021) nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt daher rein symptomatisch mit dem Ziel, Komplikationen wie z.B. Sekundärinfektionen zu vermeiden.

9 Prophylaxe

Grundlegende Maßnahmen zur Eindämmung des JE-Virus zielen auf die Mückenbekämpfung in Endemiegebieten ab. Für Einzelpersonen empfiehlt das Robert-Koch-Institut neben der Expositionsprophylaxe (Schutz vor Mückenstichen) auch eine Impfung vor Reisen in Endemiegebiete. Eine Impfempfehlung gilt ebenso für Personal in Laboren, in denen mit vermehrungsfähigen JE-Viren gearbeitet wird.

In Deutschland ist der inaktivierte, adsorbierte Impfstoff Ixiaro® ab dem Lebensalter von zwei Monaten zugelassen und wird zweimalig im Abstand von vier Wochen intramuskulär appliziert. Eine Auffrischungsimpfung empfiehlt das RKI je nach Indikationsgruppe bei bestehendem oder wiederholtem Expositionsrisiko. Die Dauer des Impfschutzes ist bisher (2021) nicht geklärt.

10 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Mai 2021 um 17:46 Uhr bearbeitet.

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