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Meningismus

Synonym: Meningose
Englisch: meningism

1 Definition

Der Meningismus bezeichnet im engeren Sinne die Schmerzhaftigkeit und einen erhöhten Widerstand bei Bewegungen des Kopfes in der Halswirbelsäule. Im weiteren Sinne fasst man unter dem Meningismus auch andere schmerzhafte Phänomene bei Reizung der Hirnhäute auf.

2 Prüfung des Meningismus

Der Meningismus wird durch passiv geführte Bewegung des Kopfes durch den Untersuchenden geprüft. Beim sitzenden Patienten wird dieser zur Entspannung angeleitet, der Kopf des Patienten wird gefasst und mit moderatem Schwung nach vorne Richtung Brustbein gebeugt.

Ein Meningismus liegt vor, wenn die Beugung nur unter erhöhtem Widerstand oder aufgrund von Schmerzhaftigkeit fast nicht mehr durchgeführt werden kann. Man spricht in diesem Zusammenhang von Nackensteifigkeit.

3 Weitere zu prüfende Zeichen

Weitere klinische Hinweise auf einen Meningismus sind die durch Dehnung der Meningen Schmerz auslösenden Zeichen:

4 Prüfung des Meningismus bei Kindern

Kinder sind einer Untersuchung durch den Arzt nicht immer gut zugänglich. Die Feststellung eines Meningismus ist daher erschwert. Daher können bei Ihnen in Analogie zu den Meningismuszeichen des Erwachsenen weitere Zeichen geprüft werden.

  • Kniekuss: Bei einem Meningismus können Kinder der Aufforderung, den Kopf bis zu den Knien zu beugen, nicht Folge leisten.
  • Dreifuß: Bei einem Meningismus neigen Kinder im Sitzen dazu, beide Hände seitlich nach hinten zu stützen. Kniegelenke und Hüftgelenke bleiben dabei gebeugt. Dieses Zeichen ist auch als Amoss-Zeichen bekannt.

5 Vorkommen

Die Prüfung der Nackensteifigkeit und insbesondere des Lasegue-Zeichens sind Eckpfeiler der körperlichen Untersuchung. Die klinischen Zeichen des Meningismus entstehen durch Dehnung von Rückenmark, Hirnhäuten und Nervenwurzeln.

Damit sind sie ein Hinweis auf eine Meningitis, Nervenwurzelsyndrome (z.B. Lumbales Wurzelsyndrom), Subarachnoidalblutungen oder auch Erkrankungen des Rückenmarks selbst. In seltenen Fällen wird der Meningismus durch eine Raumforderung in der hinteren Schädelgrube (Fossa cranii posterior) ausgelöst.

Eine Nackensteifigkeit und gleichzeitig vorliegende Rückwärtsüberstreckung des Rumpfes bezeichnet man auch als Opisthotonus (z.B. bei Tetanus).

6 Pseudomeningismus

Ein sogenannter Pseudomeningismus besteht bei Schmerzhaftigkeit der Bewegungen im Hals, die auf eine degenerative Erkrankung der Halswirbelsäule (z.B. Spondylarthrose) zurückzuführen ist. Dabei sind auch und vor allem seitliche Bewegungen des Kopfes schmerzhaft.

Die Grenzen zwischen Pseudo- und wahrem Meningismus können beim HWS-Syndrom mitunter schwer zu ziehen sein.

Fachgebiete: Neurologie

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