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Neisseria meningitidis

(Weitergeleitet von Meningokokken)

Synonym: Meningokokken
Englisch: Neisseria meningitidis, meningococcus

1 Definition

Neisseria meningitidis ist ein gramnegatives kugelförmiges Bakterium, das sich intrazellulär vermehrt. Es zählt zu den so genannten Kokken (Diplokokken) und verursacht unter anderem eine bakterielle Meningitis, vorzugsweise bei Kindern und Jugendlichen oder immunsupprimierten Patienten. Der einzige Wirt ist der Mensch. Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen.

2 Diagnostik

Meningokokken erscheinen in der mikroskopischen Untersuchung als gramnegative Diplokokken. Der Nachweis erfolgt kulturell aus Liquor oder Blutkulturen oder mit Hilfe eines Latexpartikel-Agglutinationstests.

Das Nationale Referenzzentrum für Meningokokken ist an der Universität Würzburg angesiedelt.

3 Therapie

Eine Meningokokkeninfektion kann mit Penicillin G behandelt werden. Da auch andere Bakterien Auslöser einer Meningitis sein können, wird in Akutsituationen in der Regel ein breiteres bakterielles Spektrum antibiotisch behandelt, beispielsweise durch Cephalosporine der 3. Generation. Nach Vorliegen des mikrobiologischen Befundes sollte die Therapie deeskaliert werden.

4 Prävention

Es stehen Impfstoffe gegen diverse Serotypen von Neisseria meningitidis zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Berliner Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken des Serotyps C mit dem C-Konjugatimpfstoff standardmäßig für alle Kinder ab 12 Monate.

Weiterhin wird eine Umgebungsprophylaxe für alle Personen empfohlen, die 7 Tage vor bis 10 Tage nach Erkrankungsbeginn in engem Kontakt zu der erkrankten Person standen.

5 Meldepflicht

Für eine Infektion mit Neisseria meningitidis besteht eine Meldepflicht nach dem IfSG §7, wenn der Erreger in Liquor, Blut oder anderen normalerweise sterilen Körperflüssigkeiten oder -geweben nachgewiesen wurde. Meldepflichtig ist nicht die fertige Erregeridentifizierung, sondern bereits der Nachweis von gramnegativen Diplokokken im Grampräparat.

6 Quellen

siehe auch: Meningokokken-Meningitis, Waterhouse-Friderichsen-Syndrom

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