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Rifampicin

Handelsnamen: Eremfat®, Rifa® u.v.a.
Englisch: Rifampicin

1 Definition

Rifampicin ist ein hochwirksames Antibiotikum aus der Bakterienart Streptomyces mediterranei und gehört zur Gruppe der Ansamycine. Über Hemmung der DNA-abhängigen RNA-Polymerase blockiert es die Transkription in Bakterien.

2 Anwendung

Rifampicin ist von der Tuberkulose-Behandlung abgesehen kein Standardantibiotikum. Es dient in vielen Fällen als Reserveantibiotikum, wenn andere Antibiotika durch Resistenzen bedingt versagen.

Bei der Behandlung der Tuberkulose wird Rifampicin als starkes Antituberkulotikum betrachtet. Es ist auch bei ruhenden Mykobakterien und anderen Persistern wirksam, daher ist der Wirkmechanismus primär bakterizid.

Rifampicin kann auch zur Prophylaxe bei (nicht schwangeren) Kontaktpersonen von Erkrankten mit Meningokokken-Meningitis eingesetzt werden. Bei Kindern ist Rifampicin das Mittel der Wahl, bei Erwachsenen wird häufiger Ciprofloxacin eingesetzt, bei Schwangeren Ceftriaxon.

3 Erregerspektrum

Rifampicin hat neben seiner Wirksamkeit gegen Mykobakterien eine gute bis sehr gute Wirksamkeit gegen viele grampositive Erreger, aber auch gegen gramnegative und atypische Bakterien, z.B.

4 Nebenwirkungen

Vor allem bei intermittierender Gabe kann Rifampicin eine Antikörper-vermittelte akute interstitielle Nephritis auslösen.[1]

Als harmlose Nebenwirkung kann weiterhin die rötlich-orange Färbung von Körpersekreten, z.B. des Urins beobachtet werden. Darauf sollte der Patient hingewiesen werden.

5 Kontraindikationen

Cave: Induktion von Cytochrom P450

6 Quellen

  1. Swiss Medical Forum – Schweizerisches Medizin-Forum 2016;16(5):108–113
Danke. Ergänzt.
#2 am 21.02.2019 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
In einem Lerhbuch (First Aid USMLE Step 1 2017) stand noch, dass es eine akute interstitielle Nephritis auslösen kann, indem es als Hapten fungiert und so eine Hypersensitivität induziert.
#1 am 14.02.2019 von Lukas Schimunek (Student der Humanmedizin)

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