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Tuberkulostatikum

(Weitergeleitet von Antituberkulotikum)

Synonym: Antituberkulotika

1 Definition

Unter dem Begriff Tuberkulostatikum bzw. Tuberkulostatika werden jene Arzneimittel zusammengefasst, die in der Therapie der Tuberkulose verwendet werden.

2 Impfung

Die Impfung gegen Tuberkulose steht seit vielen Jahrzehnten in kritischer Erinnerung, da es im Jahr 1930 zu einem verheerenden Unfall mit dieser Prophylaxe-Maßnahme gekommen ist. Es handelt sich dabei um das Lübecker Impfunglück, in dessen Rahmen es zu zahlreichen Todesfällen aufgrund nicht sachgemäßer Impfmaßnahmen kam. Bis Ende der 1990er Jahre existierte allerdings eine aktive Schutzimpfung in Form einer Lebendimpfung. Da dessen Wirksamkeit allerdings relativ schlecht war und die Verabreichung des Impfserums gleichzeitig zu recht starken Nebenwirkungen führte, wird diese Impfmethode in Europa heute kaum noch angewendet. Lediglich bei der tuberkulösen Meningitis wird sie noch ab und zu verwendet. Eine Lebendimpfung gegen Tuberkulose kann auch viele Jahre später noch einen positiven Tuberkulintest verursachen.

3 Standardtherapie

  • Nach derzeitigem Wissensstand sollte die medikamentöse Behandlung der Tuberkulose zunächst mit einer Kombinationstherapie aus folgenden Tuberkulostatika beginnen: Ethambutol, Isoniazid, Pyrazinamid und Rifampicin. Je nach Stärke der Erkrankung sollte diese Zusammenstellung für mindestens zwei Monate bis hin zu einem Vierteljahr eingenommen werden.
  • Nach Ablauf dieser Zeitspanne wird die Therapie für mindestens vier Monate weitergeführt, wobei als Arzneimittel dann nur noch Rifampicin und Isoniazid gegeben werden müssen. Bei extrem leichten Formen der Erkrankung genügt es auch von Anfang an mit diesen zwei Arzneimitteln zu verfahren.
  • Bei an Tuberkulose erkrankten Kindern wird prinzipiell ähnlich verfahren, jedoch wird aufgrund der fehlenden Erfahrung mit diesem Medikament bei Kindern auf Ethambutol verzichtet.

4 Behandlung der komplizierten Form der Tuberkulose

  • Von einer komplizierten Tuberkulose spricht man, wenn es neben den üblichen Krankheitsmerkmalen zu weiteren Komplikationen kommt. Dies kann z. B. eine tuberkulöse Meningitis oder die Verengung von Atemwegen durch infizierte Lymphknoten sein.
  • Zu beachten ist, dass in diesem Fall die Behandlungsdauer insgesamt ausgeweitet werden muss. Statt der üblichen sechs Monate sind hier Behandlungszeiträume von mindestens einem Jahr keine Seltenheit.
  • Zu den bekannten Arzneimitteln sollte hier anfangs Prednisolon, sowie Dexamethason verabreicht werden.

5 Therapie der multiresistenten Tuberkulose

  • Therapie über mindestens 20 Monate hinweg
  • Austestung sämtlicher Tuberkulostatika
  • Einnahme von mindestens 5 Präparaten bei engmaschiger Überprüfung der Wirksamkeit

6 Vertreter

7 Problematik

Durch die extrem langsame Teilung der Tuberkulose-auslösenden Krankheitserreger ist die Gefahr einer Resistenzbildung sehr hoch.

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