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Transferrin

von lateinisch: trans - "jenseits, über" und ferrum - "Eisen"
Synonym: Siderophilin
Abkürzung: Tf

1 Definition

Das in der Leber gebildete Transportprotein Transferrin ist für den Transport von Eisen im Blutplasma verantwortlich.

2 Biochemie

Biochemisch gesehen ist Transferrin ein Glykoprotein aus der Gruppe der Beta-Globuline (Plasmaprotein) mit einem Molekulargewicht von etwa 76.000 Dalton. Jedes Transferrin-Molekül kann 2 Moleküle dreiwertiges Eisen (Fe3+) aufnehmen, das entspricht einer Kapazität von 1,4 mg Eisen je Gramm Transferrin. Durch die Bindung reaktiver Eisenionen wirkt Transferrin antioxidativ.

Transferrin wird von speziellen Transferrinrezeptoren auf der Zelloberfläche gebunden und gemeinsam mit ihnen per Endozytose aktiv in die Zelle aufgenommen. Die so entstandenen Vesikel werden intrazellulär zu den Endosomen transportiert. In ihrem sauren Mileu wird das Eisenion (Fe3+) aus dem Proteinkomplex gelöst. Der nun "leere" Proteinkomplex kehrt zur Zelloberfläche zurück. Im neutralen Milieu des Extrazellulärraums spaltet sich Transferrin wieder von seinem Rezeptor ab und steht erneut für den Eisentransport zur Verfügung.

3 Physiologie

Transferrin stellt etwa 4% der Plasmaproteine im Blut. Bei der Serumelektrophorese läuft es mit der β-Globulin-Fraktion. Im Regelfall ist es zu 30% mit Eisen besetzt, kann diesen Anteil aber bei Bedarf auf maximal 45% steigern. Bei voller Sättigung können so rund 12 mg Eisen vom Transportprotein aufgenommen werden - im Vergleich zum Gesamtkörpereisens eine relativ kleine Menge, nämlich nur etwa 0,1%. Die Bindungskapazität des Transferrins ist daher beschränkt, so dass es bei höherer Eisenbelastung rasch zu einem Anstieg des freien Eisens kommt, das auch als nicht Transferrin-gebundenes Eisens (NTBI) bezeichnet wird.

4 Klinik

4.1 Serumtransferrin

Das Serumtransferrin kann als diagnostischer Parameter bestimmt werden. Bei der Serumelektrophorese ist es Teil der β-Globulin-Fraktion. Bei Schwangerschaft, bestimmten Formen der Anämie und Infektionen ist seine Konzentration im Blutplasma erhöht.

Bei Entzündungen - mit Ausnahme der akuten Hepatitis - liegt ein erniedrigter Spiegel vor, da Transferrin ein Anti-Akute-Phase-Protein darstellt. Bei Tumorerkrankungen, gastrointestinalen Resorptionsstörungen für Proteine und Leberzirrhose ist das Serum-Transferrin ebenfalls unter der Norm. Letzteres ist durch die schwächere Syntheseleistung der Leber erklärbar.

In der Diagnostik des Alkoholabusus werden Isoformen, das Carbohydrat-defiziente Transferrin (CDT), bestimmt.

4.2 Transferrinsättigung

Ein weiterer wichtiger Laborwert ist die Transferrinsättigung (TfS), die das Verhältnis der Eisen- und Transferrinkonzentration im Serum angibt. Sie wird u.a. zur Diagnostik von Anämien und Eisenverteilungsstörungen bestimmt.

Diese Seite wurde zuletzt am 31. Juli 2020 um 17:21 Uhr bearbeitet.

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