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Endosom

1 Definition

Endosomen sind membranumschlossene Organellen in eukaryotischen Zellen, die Teil des Endomembransystems sind. Je nach Funktion und Struktur werden verschiedene Typen von Endosomen unterschieden, wobei die Bezeichnungen nicht immer scharf getrennt sind. Endosomen spielen eine zentralle Rolle im interzellulären Transport von Proteinen und Lipiden.

2 Frühe Endosomen

Vesikel, die durch Endozytose an der Plasmamembran entstehen, fusionieren mit sogenannten frühen Endosomen. Hier werden aufgenommene Membranproteine wie Rezeptoren oder Transporter entweder weiter zu Lysosomen oder als "Recycling-Endosomen" zurück zur Plasmamembran transportiert.

3 Späte Endosomen

Nach dem heutigen Verständnis entstehen späte Endosomen durch Reifung aus frühen Endosomen. Während dieses Prozesses schnüren sich an der äußeren Membran zum Lumen hin Vesikel ab. Dadurch füllt sich das Endosom mit kleinen Vesikeln, die keinen Kontakt mehr zur äußeren Membran haben. Späte Endosomen werden auch multivesikuläre Körper (MVC = multivesicular bodies) genannt, da sie in ultrastrukturellen mikroskopischen Aufnahmen wie Kugeln aussehen, die mit kleinen Blasen gefüllt sind.

Die Bildung der späten Endosomen spielt eine entscheidene Rolle bei der Herabregulation von Rezeptoren. Die Aktivierung von z.B. Rezeptortyrosinkinasen an der Plasmamembran führt zur Autophosphorylierung der zytosolischen Domäne, wodurch Signalkaskaden in Gang gesetzt werden. Wird ein Rezeptor durch Endozytose aufgenommen, befindet sich diese Domäne noch immer auf der zytosolischen Seite der endozytischen Vesikel - der Rezeptor ist also weiterhin aktiv. Durch die Sortierung in intraluminale Vesikel der späten Endosomen hat der Rezeptor keinen Kontakt mehr zum Zytosol und die Signalkaskade wird beendet.

Späte Endosomen fusionieren mit Lysosomen. Der entstandene Komplex wird als sekundäres Lysosom oder Endolysosom bezeichnet. In diesem werden die intraluminalen Vesikel und die darin enthaltenen Proteine enzymatisch abgebaut.

Fachgebiete: Histologie

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