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Eisenmangel

Synonym: Sideropenie
Englisch: iron deficiency

1 Definition

Eisenmangel ist eine Störung des Eisenstoffwechsels. Sie beschreibt einen Mangelzustand des Körpers an dem Spurenelement Eisen. Oft verursacht ein Eisenmangel zunächst keine Symptome (latenter Eisenmangel). In der Folge kann jedoch eine Eisenmangelanämie auftreten.

2 Eisenbedarf

Männer benötigen ca. 10 mg Eisen pro Tag, Frauen benötigen ca. 15 mg Eisen pro Tag (lt. Deutsche Gesellschaft für Ernährung). In der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Eisenbedarf auf 30 bzw. 20 mg erhöht.

siehe auch: Eisenstoffwechsel, Ganzoni-Formel

3 Epdiemiologie

Eisenmangel ist in entwickelten Ländern die häufigste Mangelerkrankung. In Europa leiden 5 - 10% der Bevölkerung an Eisenmangel, bei jungen Frauen ca. 20%.

4 Symptome u. Folgeerkrankungen

5 Ursachen

Ursachen eines Eisenmangels sind in der Regel Mangelernährungen sowie Blutungen.

Säuglinge, die mit eisenarmen und resorptionshemmenden Milchersatzprodukten (auf Basis von Kuhmilch) ernährt werden, laufen Gefahr an Eisenmangel zu erkranken. Beim Stillen hingegen werden die Säuglinge optimal versorgt.

Vegetarier erkranken in der Regel nicht häufiger an Anämie als Menschen, die auch Fleisch essen. Veganer haben sogar einen Vorteil gegenüber den Ovo-Lakto Vegetariern, da diese wegen der oben genannten Hemmung der Eisenresorption durch Eier und Milchprodukte zusätzlich gefährdet sind.

Vor allem in der Schwangerschaft sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Eisen geachtet werden, da in dieser Zeit der Bedarf etwa doppelt so hoch ist wie sonst.

Gerade bei jungen Frauen können verstärkte Menstruationsblutungen (Menorrhagien) zu einer Eisenmangelanämie führen. Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie Tumorerkrankungen sind weitere Ursachen für eine blutungsbedingte Eisenmangelanämie. Blutspender sollten das durch die Spende verlorene Eisen durch Nahrungsergänzung ersetzen.

6 Resorption

Eisen wird durch eine Kombination mit Vitamin C enthaltenden Lebensmitteln besser resorbiert. Die Aufnahme von Eisen und Vitamin-C sollte jedoch möglichst zeitnah geschehen. Ebenfalls förderlich für die Resorption von Eisen sind Milchsäure, Essigsäure, Weinsäure und andere organische Säuren sowie Fruktose.

siehe auch: Eisenresorptionstest

7 Hemmstoffe

8 Eisenquellen

  • Leber
  • Fleisch und Wurst
  • Thymian
  • Petersilie
  • Minze
  • Zimt
  • Brennesseln
  • Zuckerrübensirup
  • Kohlgemüse
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen und Sojabohnen
  • Vollkorngetreide
  • Sesam
  • Mohn
  • Nüsse
  • Vollkornbrot (Hefe- u. Sauerteig)
  • Koriander
  • schwarzer Pfeffer
  • Himbeeren
  • Aprikosen

Spinat enthält entgegen der weitverbreiteten Überzeugung keine besonders hohe Eisenmenge, hierbei handelt es sich um einen historischen Tippfehler.

9 Eisenpräparate

Kann die Versorgung mit Eisen durch eine ausgewogene Ernährung nicht gewährleistet werden, kann zu einer Nahrungsergänzung mit Eisenpräparaten geraten werden (Eisensupplementation). Bei der Einnahme von Eisen kann es jedoch zu einer Überdosierung kommen. Deshalb sollten die Nahrungsergänzungsmittel vor Kindern sicher aufbewahrt werden - es besteht Vergiftungsgefahr.

Bei manifester Eisenmangelanämie erfolgt eine in der Regel mindestens dreimonatige perorale Gabe eines Eisenpräparates, das zweiwertiges, im Dünndarm resorbierbares Eisen enthält. Bei größerem Eisenbedarf kann Eisen auch parenteral supplementiert werden.

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