Zink
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LoslegenElementsymbol: Zn
Englisch: zinc
Definition
Zink ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Zn und der Ordnungszahl 30. Es zählt zwar zu den Übergangsmetallen, ähnelt aber in seinen Eigenschaften eher den Erdalkalimetallen. Für den Menschen ist es ein wichtiges Spurenelement, das mit der Nahrung zugeführt werden muss.
Eigenschaften
Zink liegt bei Raumtemperatur als bläulich bis blassgrauer Feststoff vor. Es hat eine relative Atommasse von 65,4 u. Der Schmelzpunkt liegt bei 419,5 °C.
Bedarf
Die empfohlene Zinkzufuhr ist unter anderem von Alter, Geschlecht und der Phytatzufuhr abhängig. Phytat kann Zink im Gastrointestinaltrakt binden und dadurch seine Bioverfügbarkeit vermindern.
Für Erwachsene gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) folgende Referenzwerte an:[1]
- Frauen: 7 mg/Tag bei niedriger, 8 mg/Tag bei mittlerer und 10 mg/Tag bei hoher Phytatzufuhr
- Männer: 11 mg/Tag bei niedriger, 14 mg/Tag bei mittlerer und 16 mg/Tag bei hoher Phytatzufuhr
In Schwangerschaft und Stillzeit gelten teilweise höhere Referenzwerte.
Zinkreiche Lebensmittel sind u.a. Austern, Weizenkeime, Fleisch, Leber, Nieren, Seefisch, Milch und Eier.
Physiologie
Im menschlichen Körper befinden sich insgesamt etwa 2–3 g Zink. Der überwiegende Anteil liegt intrazellulär vor, weniger als 1 % des Gesamtbestands zirkuliert im Plasma.
Resorption
Die Resorption erfolgt über Carrierproteine an der Mukosa des Dünndarms, wobei nur etwa 10–40 % des Zinks aus der Nahrung aufgenommen werden.[2] Für die apikale Aufnahme verantwortlich ist das Transportprotein ZIP4, der Export in das Blut erfolgt basolateral über ZnT1. Die tatsächlich resorbierte Menge ist von der Quelle abhängig. Zink aus pflanzlicher Nahrung wird schwerer aufgenommen als aus fleischhaltiger Kost.
Transport
Der Transport erfolgt über Bindung an Plasmaproteine, wobei Albumin mit etwa zwei Dritteln den größten Anteil trägt. Der Rest ist überwiegend an α2-Makroglobulin gebunden. Der zelluläre Zinkgehalt der Erythrozyten liegt etwa zehnfach über der Plasmakonzentration und entfällt vor allem auf Carboanhydrase und Cu/Zn-Superoxid-Dismutase. Die Zinkkonzentration im Vollblut beträgt bis zu 8 mg/l.
Ausscheidung
Die Ausscheidung erfolgt vornehmlich über die Fäzes als Bestandteil der Galle und des Pankreassaftes. Zu einem geringeren Teil (< 10 %) wird Zink über die Niere ausgeschieden.
Regulation
Die Konzentration des Zinks im Plasma folgt einem zirkadianen Rhythmus. Darüber hinaus stimulieren Interleukin 1 und Interleukin 6 die Aufnahme in das Gewebe, während Glukokortikoide die Aufnahme in die Leber stimulieren. Im Rahmen einer Akute-Phase-Reaktion fällt die Plasmakonzentration dadurch ab, ohne dass ein Mangel vorliegt.
Funktion
Als Spurenelement erfüllt Zink verschiedene Aufgaben im Organismus.
Cofaktor und Stabilisator
Über 300 Enzyme benötigen Zink als Cofaktor. Zu den Zink-Metalloenzymen zählen unter anderem:
- Alkoholdehydrogenase
- alkalische Phosphatase
- Carboxypeptidase
- Carboanhydrase
- Cu/Zn-Superoxid-Dismutase
- Matrix-Metalloproteinasen
Darüber hinaus binden schätzungsweise rund 10 % aller humanen Proteine Zink.
Außerdem werden durch Zink Proteinstrukturen stabilisiert, was die Membranfluidität beeinflusst.
Genexpression
Auch in der Genexpression wird Zink als Bestandteil regulatorischer DNA-Bindungsproteine, sogenannter Zinkfingerproteine, benötigt. Darüber hinaus tritt es auch mit Transfer-RNA (tRNA) in Wechselwirkung.
Immunsystem
T-Lymphozyten werden durch ein Oligopeptid namens Thymulin stimuliert, das nur in zinkgebundener Form biologisch aktiv ist.
Hormonhaushalt
Zink wirkt auch im Hormonhaushalt. Besonders im Pankreas und den Testes ist der Zinkgehalt hoch, da die Bildung des Testosterons und die Speicherung des Insulins (als Insulin-Zn-Komplex) mithilfe von Zink stattfindet.
Geschmackswahrnehmung
Zink ist über die zinkabhängige Carboanhydrase VI (Gustin) an der Funktion der Geschmacksknospen beteiligt. Ein Mangel kann daher zur Hypogeusie führen. Umgekehrt blockieren Zink-Ionen den Protonen-Kanal OTOP (Otopetrin), der an der Wahrnehmung des sauren Geschmacks in spezialisierten Zellen der Zunge beteiligt ist, sodass die Geschmacksqualität sauer vermindert wahrgenommen wird.[3]
Labormedizin
Material
Für die Untersuchung wird 1 ml Serum oder Plasma benötigt.
Präanalytik
Die Bestimmung ist stark störanfällig. Zu beachten sind:
- Spurenelementfreie Abnahmegeräte und Aufbewahrungsgefäße verwenden, kein Glas, bevorzugt Polypropylen
- Blutentnahme morgens nüchtern
- Hämolyse vermeiden
- Plasma rasch von den Blutzellen trennen
- Ausgeprägte diurnale Schwankungen sowie den Abfall der Plasmakonzentration nach Nahrungsaufnahme berücksichtigen
Referenzwerte
Der Referenzbereich ist material- und methodenabhängig und liegt für Serum bzw. Plasma bei etwa 9–21 µmol/l, im Vollblut bei etwa 60–115 µmol/l.
Hinweis: Referenzwerte sind häufig vom Messverfahren abhängig und können von den o.a. Werten abweichen. Ausschlaggebend sind die Referenzwerte, die vom Labor angegeben werden, das die Untersuchung durchführt.
Messmethode
Die Bestimmung erfolgt mittels Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS) oder mittels Atomabsorptionsspektroskopie.
Interpretation
Die Zinkkonzentration in Serum oder Plasma wird häufig zur Beurteilung des Zinkstatus verwendet, besitzt jedoch eine eingeschränkte Aussagekraft für den gesamten Zinkbestand des Körpers. Der Messwert kann unter anderem durch Alter, Geschlecht, Tageszeit, Nahrungsaufnahme, Infektionen, entzündliche Prozesse und Veränderungen des Hormon- bzw. Proteinstoffwechsels beeinflusst werden.
Die Interpretation sollte daher zusammen mit klinischen Befunden, Albumin und CRP sowie möglichen Risikofaktoren erfolgen.[4]
Erniedrigtes Zink
Ein erniedrigter Zinkwert kann folgende Ursachen haben:
- Alimentäre Ursachen
- Parenterale Ernährung ohne Zinksubstitution
- Alkoholabusus
- Ernährungsformen mit hoher Phytatzufuhr bzw. geringer Zink-Bioverfügbarkeit
- Eingeschränkte Resorption
- Hereditäres Zinkmangelsyndrom (Acrodermatitis enteropathica)
- Morbus Crohn
- Colitis ulcerosa
- Zöliakie
- Maldigestion und Malabsorption
- Erhöhte Zinkausscheidung
- Nephrotisches Syndrom (Verlust von eiweißgebundenem Zink)
- Penicillamin-Therapie
- Sichelzellanämie (Hyperzinkurie bei chronischer Hämolyse)
- Gestörte Verteilung im Organismus
- Myokardinfarkt
- Operationen
- Stress
- Infektionen
- Leberzirrhose
siehe Hauptartikel: Zinkmangel
Erhöhtes Zink
Ein erhöhter Zinkwert kann folgende Ursachen haben:
- Präanalytische Ursachen, insbesondere Kontamination und Hämolyse (siehe Abschnitt Präanalytik)
- Iatrogene Überdosierung (parenterale Ernährung, Substitution)
- Selbstmedikation mit Nahrungsergänzungsmitteln
Wechselwirkungen
Zink, Eisen, Kupfer und Vitamin A beeinflussen sich wechselseitig in der Absorption aus dem Magen-Darm-Trakt. Kupfer wird in den Enterozyten stärker an Metallothionein gebunden als Zink. Eine übermäßige Zinkzufuhr steigert die Bildung von Metallothionein, sodass es durch die Fixierung von Kupfer in den Enterozyten und den Kupferverlust mit den Fäzes zu einem Kupfermangel kommt. Da Coeruloplasmin und Hephaestin als kupferabhängige Ferroxidasen für die Eisenmobilisierung benötigt werden, resultiert daraus sekundär eine gestörte Eisenverwertung. Die Folge sind hämatologische und neurologische Störungen: hypochrome Anämie, Neutropenie, sensomotorische Polyneuropathie, Sehstörungen und Myelopathie.
Prophylaxe mit Zink
Ob die Einnahme von Zink-Präparaten prophylaktisch oder therapeutisch bei Erkältungskrankheiten von Nutzen ist, bleibt umstritten. Die vorliegenden Daten weisen darauf hin, dass Zink nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf die Vorbeugung von Erkältungen hat, aber die Dauer einer Erkältung verkürzen kann. Allerdings treten unter der Medikation zusätzliche Nebenwirkungen (z.B. Geschmacksstörungen, Magen-Darm-Beschwerden) auf.[5]
Quellen
- ↑ Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für Zink, abgerufen am 21.09.2026
- ↑ Fachinformation Zinkamin-Falk 15 mg Hartkapseln, Stand August 2017, abgerufen am 21.09.2026
- ↑ Chen et al., Structural and functional characterization of an otopetrin family proton channel, eLife, 2019
- ↑ NIH, Zinc – Fact Sheet for Health Professionals, abgerufen am 21.09.2026
- ↑ Nault et al., Zinc for prevention and treatment of the common cold, Cochrane Database Syst Rev, 2024
Literatur
- BfArM, Stellungnahme zur Einstufung von zinkhaltigen Produkten (Nr. 01/2023), abgerufen am 05.07.2023