Vom 12. bis 28. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Zur Zeit steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren, Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 12. bis 27. Juni 2021 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 28. Juni könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben. Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt! Bis bald Euer Flexikon-Team

Interleukin-6

(Weitergeleitet von Interleukin 6)

Synonyme: Interferon-β2, B-Zell-stimulierender Faktor, Leberzell-stimulierender Faktor
Englisch: interleukin 6

1 Definition

Interleukin-6, kurz IL-6, gehört zur Gruppe der proinflammatorischen Interleukine bzw. Zytokine und stellt eine Signalsubstanz des Immunsystems dar. Eine besonders wichtige Rolle kommt Interleukin-6 bei der angeborenen, unspezifischen Immunantwort zu. Des Weiteren ist Interleukin-6 ein wichtiger Vermittler zwischen der unspezifischen und der spezifischen Immunreaktion in Bezug auf Entzündungsprozesse.

2 Biosynthese

2.1 Genetik

Interleukin-6 wird durch das IL6-Gen auf Chromosom 7 (Genlokus 7p21) kodiert. Dabei wird ein inaktives Präkursor-Protein aus 212 Aminosäuren transkribiert. Als stimulierende Transkriptionsfaktoren wirken u.a. NF-κB, NF-AT, HSF1 und HSF2.

Anschließend wird vom Präkursor-Protein das 184 Aminosäuren lange, aktive IL-6 abgespalten. Die posttranslationale Modifikation umfasst weiterhin eine Glykosylierung an den Aminosäuren der Positionen 73 und 172.

2.2 Produktionsorte

Die Synthese von IL-6 findet in einer Vielzahl von verschiedenen Zelltypen des Organismus statt. Produktionsorte sind vor allem:

Verstärkend auf die Biosynthese von IL-6 wirkt sich die Anwesenheit von Prostaglandin E2 aus.

2.3 Aktivierung

Die Einleitung der Synthese und Freisetzung von Interleukin-6 wird durch eine Verbindung von Antigenen an Rezeptoren des angeborenen Immunsystems getriggert. Wenige Stunden nach der Aktivierung steigen die Plasmawerte von IL-6 stark an. Mit einer Halbwertszeit von nur wenigen Sekunden normalisieren sich die IL-6-Werte jedoch nach erfolgter Immunreaktion wieder sehr schnell.

Als mögliche Antigene, die eine Synthese und Freisetzung von Interleukin-6 induzieren, kommen in Frage:

3 Molekulare Wirkungsweise

IL-6 bindet an spezielle membrangebundene IL-6-Rezeptoren (IL-6R), die sich ausschließlich auf Hepatozyten und Leukozyten befinden. Diese Rezeptoren setzen über das membranständige Glykoprotein 130 (gp130) eine intrazelluläre Signalkaskade in Gang.

Des Weiteren geht IL-6 mit dem löslichen IL-6-Rezeptor (sIL-6R) einen Bindungskomplex ein. Dieser IL-6/sIL-6R-Komplex bindet anschließend ebenfalls an das Glykoprotein gp130, das an den Zellmembranen sehr vieler Zelltypen vorkommt. Der Vorgang wird auch als IL-6-Trans-Signaling bezeichnet.

Durch die Bindung kommt es zu einer Aktivierung von gp130. Dies bewirkt die Phosphorylierung einer Janus-aktivierten Kinase, was zur Aktivierung einiger für die Immunreaktion wichtiger Signalwege führt. Der aktivierte MAP-Kinase-Weg sowie der ebenfalls aktivierte JAK-STAT-Signalweg führen intrazellulär zur Transkription bestimmter, für die Immunantwort relevanter Zielgene. Dieser Vorgang charakterisiert Interleukin-6 als Lymphozyten-stimulierenden Faktor bzw. als Aktivator von Akute-Phase-Proteinen.

4 Klinik

IL-6 spielt eine pathophysiologische Rolle bei einer Vielzahl an Erkrankungen, z.B. bei

Weiterhin wird IL-6 in seneszenten Zellen vermehrt gebildet und freigesetzt. Hier trägt es zum sog. Seneszenz-assoziierten sekretorischen Phänotyp (SASP) bei.[1][2]

5 Diagnostik

Die Konzentration von IL-6 im Plasma beträgt ca. 1 pg/ml. Bei schweren systemischen Infektionen kann der Blutspiegel bis auf 1.000 pg/ml ansteigen. Interleukin 6 kann zur Diagnostik einer neonatalen Sepsis herangezogen werden.

6 Pharmakologie

Tocilizumab blockiert die IL-6-Wirkung durch Bindung an den IL-6R. In Deutschland ist es zugelassen für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis und des Morbus Still.

7 Quellen

  1. Ortiz-Montero P et al. Senescence-associated IL-6 and IL-8 Cytokines Induce a Self- And Cross-Reinforced Senescence/Inflammatory Milieu Strengthening Tumorigenic Capabilities in the MCF-7 Breast Cancer Cell Line, Cell Commun Signal. 2017;15(1):17. Published 2017 May 4, abgerufen am 27.04.2020
  2. Kojima H et al. IL-6-STAT3 signaling and premature senescence, JAKSTAT. 2013 Oct 1; 2(4): e25763, abgerufen am 27.04.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Mai 2020 um 12:21 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

5 Wertungen (3.2 ø)

82.768 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: